„Zurzeit verreist fast niemand“

Reisebüros im Kreis Kassel haben kaum Buchungen

Ein Airbus der Fluglinie Sundair hebt am Kassel Airport in Calden ab.
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Ein Bild aus dem Sommer: Ein Airbus der Fluglinie Sundair hebt am Kassel Airport ab.

Palmen, Sonne, Strand und Meer – so haben sich einige wohl ihre freien Tage zwischen den Jahren vorgestellt. Doch durch die Corona-Pandemie ist nun alles anders.

Kreis Kassel - „Zurzeit verreist fast niemand“, sagt Artur Mehmet, seit 30 Jahren Inhaber des Reiseladens Karaburun Tours in Kaufungen. „Nur zwei Kunden haben über uns Urlaub zwischen den Jahren auf den Kanaren gebucht.“ Die spanische Inselgruppe ist allerdings nun auch zum Risikogebiet erklärt worden.

Mit Blick auf das nächste Jahr seien die Kunden etwas mutiger: „Es gibt schon ein paar Buchungen, zum Beispiel für Kreta, Madeira und die Kanaren.“ Diese Reiseziele hätten auch dieses Jahr „ganz gut funktioniert“.

Am starken Umsatzrückgang habe das aber auch nicht viel geändert. „Wir haben im Vergleich zum vergangenen Jahr Einbußen von 90 Prozent“, sagt Mehmet.

Auch im Tui Reisecenter in Vellmar bleiben zurzeit Kunden aus. „Die Buchungen sind überschaubar“, sagt Mitarbeiterin Sonia Chacon. „Das hat auch viel damit zu tun, dass die Leute denken, man dürfe nicht reisen. Das stimmt aber nicht.“ Es sei natürlich zurzeit nicht einfach, zu reisen, aber möglich. „Wenn man wegfahren will, muss man sich informieren, was vorher zu tun ist.“ Es gebe zum Beispiel Länder, in denen bis vor Kurzem noch Corona-Schnelltests akzeptiert wurden, was jetzt aber nicht mehr gelte. „Das kann sich im Moment auch täglich ändern“, sagt Chacon. „Diese Unsicherheit hält viele vom Reisen ab.“

Für nächstes Jahr sieht es auch beim Vellmarer Reisebüro besser aus. „Wir haben Anfragen und Buchungen für den Sommer. Denn fast alle Reiseveranstalter bieten aktuell an, eine gebuchte Reise bis ein oder zwei Wochen vor Antritt des Urlaubs kostenlos zu stornieren oder umzubuchen.“ Wer jetzt buche, profitiere von günstigen Preisen und sei auf der sicheren Seite. „Das gilt auch nur für jetzt und kann sich wieder ändern.“

Sandra Hadwiger vom DER Deutsches Reisebüro in Baunatal hat in letzter Zeit ähnliche Erfahrungen gemacht, wie ihre Kollegen. „Wir haben zwar viele Stammkunden, die auch gern reisen würden, aber es ist den meisten einfach zu unsicher zurzeit.“ Ein Kunde von ihr sei vor Kurzem auf den Kanaren gewesen, aber vor Weihnachten zurückgekehrt. „Von Buchungen für die Feiertage oder zwischen den Jahren weiß ich nichts.“ Auch bei Reisen im nächsten Jahr seien die Kunden noch verhalten. „Die Situation ändert sich auch ständig, ich sage den einen Tag A und den anderen Tag wieder B“, sagt Hadwiger. „Die große Unsicherheit hält vom Buchen ab.“

Auch im Reisebüro in Schauenburg nennt Inhaberin Sylvia Israel die Kanaren als beliebtes Reiseziel – jedenfalls bevor die Inselgruppe jetzt erst am Wochenende zum Risikogebiet erklärt wurde. „Buchungen für die Zeit zwischen den Jahren haben wir nicht, aber für Reisen ab September nächsten Jahres.“

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