Ruheoasen für Fische

Renaturierung der Bauna geht auf Zielgerade – Abschluss 2022

Künftig eine Naturoase: An der Kleingartenanlage in Altenbauna (rechts) wurde ein Uferzugang aus Steinen angelegt. Die aufgeschüttete Insel teilt die Bauna in zwei Arme und bietet Fischen Ruhezonen.
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Künftig eine Naturoase: An der Kleingartenanlage in Altenbauna (rechts) wurde ein Uferzugang aus Steinen angelegt. Die aufgeschüttete Insel teilt die Bauna in zwei Arme und bietet Fischen Ruhezonen.

Die Bauna soll zu einer Ruheoase für Pflanzen, Fische und anderen Kleinstlebewesen werden. Dazu wurden, unter anderem, ein Uferzugang aus Steinen angelegt. 2022 sollen die Arbeiten fertiggestellt werden.

Baunatal/Schauenburg – Flüsse und Bäche wurden früher gern in Betonröhren oder enge, befestigte Betten gezwängt, das Wasser strömte schnell dahin. Das sind lebensfeindliche Bedingungen für Fauna und Flora an einem Gewässer. Inzwischen weiß man längst, dass naturnahe Gewässer nicht nur Fischen und Kleinstlebewesen guttuen, sondern auch Vorteile für Wasserqualität, Artenvielfalt, Mikroklima sowie den Hochwasserschutz bringen und den Menschen einen Erlebnisraum bieten.

In Baunatal und Schauenburg hat das Umdenken schon vor 15 Jahren eingesetzt. Seitdem entwickelt sich die Bauna immer mehr zu einer Oase für Fische und Wasserpflanzen und zum Erlebnisraum für die Menschen. 2022 wird der Verband für Abwasserbeseitigung und Hochwasserschutz Baunatal-Schauenburg (VAH) mit einer Aufweitung eines Flussbett-Abschnitts oberhalb von Altenritte den vorläufigen Schlusspunkt für die Renaturierung der Bauna setzen. Dann werden 13 Maßnahmen umgesetzt sein.

Projekt des Landes Hessen

Durch ein dreijähriges, vom Land Hessen mit etwa 80 Prozent finanziell gefördertes Projekt, hat der VAH laut dessen stellvertretendem Geschäftsführer Horst Brixel seit 2019 750 000 Euro für Renaturierungsmaßnahmen im Verlauf der Bauna von Schauenburg bis Baunatal ausgegeben. Die letzten für dieses Jahr vorgesehenen Arbeiten sind vor kurzem abgeschlossen worden: In Höhe der Kleingartenanlage in Altenbauna hat die Bauna ein breiteres Bett erhalten. Das Wasser gurgelt um kleine, mit Steinen aufgeschüttete Inseln herum. So sind Seitenarme entstanden, in denen die Strömung abgebremst wird. „Dort finden Fische Zonen zum Ausruhen“, erklärt Brixel. Im Bereich der Brücke Heinrich-Nordhoff-Straße verlangsamen Buhnen die Strömung. An vielen Stellen wurden die Uferböschungen abgeflacht, das gibt dem Wasser nach einem Unwetter mit Starkregen, mehr Raum sich auszubreiten. Der Aufstieg zur Bauna-Quelle fällt den Bachforellen nun leichter, weil sogenannte Solabstürze des Flusses beseitigt wurden - zuletzt ein Querbauwerk bei der Mühle Altenritte.

Querriegel bremsen die Strömung: Unter der Straßenbahn-Brücke im Bereich Aueweg wurden steinerne Buhnen im Flussbett platziert. Ruhiges Wasser soll auch Kleinstlebewesen bessere Lebensbedingungen bieten.

Treppe soll von Spielplatz an Bauna führen

Allein die von einer Fachfirma dieses Jahr ausgeführten Arbeiten in Altenbauna haben 190 000 Euro gekostet. Darin seien auch die Kosten für eine Kampfmittelüberwachung während der gesamten Maßnahme erhalten, sagt Brixel. Noch wirkt die umgestaltete Uferböschung wie eine Gerölllandschaft. Doch wohl schon nächstes Jahr werden dort Pflanzen sprießen. Und an heißen Tagen kann man dann über eine Steintreppe im Bereich des Spielplatzes An der Bauna direkt ans Ufer gelangen, um im kühlen Bauna-Wasser zu waten. Ein ähnlicher Zugang wurde vergangenes Jahr am Kindergarten in Hoof geschaffen und mit Kita-Kindern ausprobiert. Die ersten neuen Gäste, die die Renaturierung zu schätzen wissen, waren in Altenbauna schon während der Arbeiten da. „Ich habe einen Eisvogel gesichtet“, berichtet Brixel.

Die Renaturierung der Bauna folgt einem Konzept, dass der VAH und die beiden Kommunen mit Wissenschaftlern der Uni Kassel bereits 2006 erarbeitet haben. In den Folgejahren wurden die Bürger in die Planungen mit einbezogen. Im Rahmen der Millionen Euro teuren, inzwischen abgeschlossenen Hochwasserschutzmaßnahmen an der Bauna war der Flusslauf zwischen Kirchbauna und der Mündung in die Fulda von der Stadt Baunatal bereits an vielen Stellen renaturiert worden. (Peter Dilling)

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