Bürgermeisterkandidaten standen Rede und Antwort

Sachlich-fairer Schlagabtausch beim HNA-Lesertreff in Baunatal

HNA-Redaktionsleiterin Alia Shuhaiber, Manfred Werner (unabhängig), Sebastian Stüssel (CDU), manuela Strube (SPD), Henry Richter (parteilos, unterstützt von Grünen und FDP) und HNA-Redakteur Sven Kühling.
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Vor dem Startschuss zum Lesertreff: (von links) HNA-Redaktionsleiterin Alia Shuhaiber, Manfred Werner (unabhängig), Sebastian Stüssel (CDU), manuela Strube (SPD), Henry Richter (parteilos, unterstützt von Grünen und FDP) und HNA-Redakteur Sven Kühling.

Wer tritt das Erbe von Silke Engler (SPD) an und wird nächster Bürgermeister von Baunatal? Manuela Strube von der SPD, Sebastian Stüssel von der CDU, oder ein parteiloser Kandidat, darunter der unabhängige Manfred Werner, und der von Grünen und FDP unterstützte Henry Richter?

Baunatal - Am Sonntag, 7. November, haben die Bürger die Wahl. Beim HNA-Lesertreff am Mittwochabend in der Stadthalle gaben die vier Kandidaten einen Eindruck davon, wie die größte Stadt im Landkreis aus ihrer Sicht regiert und gestaltet werden sollte. Moderiert wurde die Veranstaltung von Redaktionsleiterin Alia Shuhaiber und Redakteur Sven Kühling.

Die Kandidaten lieferten sich einen fairen Schlagabtausch – sachlich und konstruktiv, statt angriffslustig und polemisch. Die Unterschiede der Kandidaten wurden innerhalb der Themenblöcke aber dennoch deutlich. Ein Thema, das viele Baunataler momentan umtreibt, ist der Sanierungsstau bei den Sportstätten, allen voran das Sportbad. Der selbstständige Unternehmensberater Stüssel sieht keinen Sinn darin, Fördermittel dafür zu beantragen. „Wir müssen die Realität anerkennen. Baunatal ist finanziell in einer schwierigen Situation. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir uns keinen großen Neubau leisten können.“ Der Polizeibeamte Henry Richter hätte dennoch einen Förderantrag gestellt, damit „das Fördergeld erst einmal gesichert ist“. Der begeisterte Vereinssportler Manfred Werner mahnte an, man könne erst über Investitionen in das Sportbad in einer höheren Größenordnung sprechen, wenn, „wieder mehr Gewerbesteuereinnahmen reinkommen“. Anderenfalls würde er andere Sanierungsprojekte vorziehen. Die Landtagsabgeordnete Manuela Strube merkte hingegen an, dass sich alle Fraktionen in einem Arbeitskreis auf eine Deckelung der Sanierungskosten geeinigt hätten, was es zu respektieren gelte.

Im Bereich Wohnen schwebt Richter vor, zu prüfen, ob ein Bedarf an Tiny Houses besteht. Stüssel sieht in allen Stadtteilen Potenzial für künftiges Bauland. „Wir sind in der Lage, mehr Wohnraum zu schaffen.“ Strube sieht vor allem innerhalb der städtischen Quartiere weiteres Wohnungspotenzial. „In der Mitte leben ältere Menschen, drum herum könnten Einfamilienhäuser entstehen.“ Manfred Werner schlug konkret vor, den alten Sportplatz am Wohngebiet Baunsberg wegen seines schlechten Zustandes als Bauland umzuwidmen.

Beim Thema Klimaschutz waren sich alle Kandidaten darüber einig, dass auch die Stadt Baunatal in den nächsten Jahren vorankommen muss. „Wir müssen das Waldsterben aufhalten, städtische Gebäude müssen weiter energetisch saniert werden“, sagte Richter. In Sachen E-Mobilität sei der Ausbau der Lade-Infrastruktur mit privaten Betreibern zu vereinbaren. Auch Grünflächen in der Stadt gelte es auszubauen. Strube schlug vor, in Quartiersplanungen künftig zum Beispiel ein Car-Sharing-Modell mitzuentwickeln. Den Ausbau von Radwegen allein hält Stüssel nicht für den richtigen Weg. Vielmehr müsste man überlegen, „wie die Stadt künftig selbst mehr Strom produzieren kann“. Manfred Werner würde als Bürgermeister hingegen vor allem auf kommunale Beratungsangebote für private energetische Sanierungen setzen. (Von Daniel Göbel)

Folgten aufmerksam den Antworten der Kandidaten: Das Publikum beim HNA-Lesertreff in der Baunataler Stadthalle.

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