Chöre und Gesangvereine betroffen

Sängerkreis Kassel hofft trotz Corona-Pandemie auf Neustart - Mitgliederschwund ist Problem

Der neue Vorstand des Sängerkreises (von links): Jörg Merschenz (zweiter Vorsitzender), Elvira Meise (zweite Vorsitzende), Udo Kröninger (Vorsitzender und Schriftführer), Monika Ramus (Kassiererin), Andrea Maurer (stellvertretende Schriftführerin).
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Der neue Vorstand des Sängerkreises (von links): Jörg Merschenz (zweiter Vorsitzender), Elvira Meise (zweite Vorsitzende), Udo Kröninger (Vorsitzender und Schriftführer), Monika Ramus (Kassiererin), Andrea Maurer (stellvertretende Schriftführerin).

Die Corona-Pandemie setzt den Chören und Gesangvereinen in Kassel und seinen Umlandgemeinden schwer zu.

Baunatal – Das wurde jetzt während der als „Kreissängertag“ bezeichneten Jahreshauptversammlung des Sängerkreises Kassel im Gasthaus „Himmel“ im Schauenburger Ortsteil Hoof deutlich. Dem Dachverein gehören 50 Vereine, vornehmlich aus der Stadt und dem Landkreis Kassel, an.

Nach langer Zwangspause versuchen die Chöre jetzt einen Neustart und hoffen darauf, in absehbarer Zeit wieder vor Publikum auftreten zu können. Der schon vor Corona bestehende, auch durch Überalterung bedingte Mitgliederschwund habe sich fortgesetzt, sagte Udo Kröninger, Vorsitzender des Sängerkreises (Söhrewald). Er wurde beim Sängertag in seinem Amt bestätigt.

Gegenüber dem Vorjahr sei die Zahl der Mitglieder um 332 auf 2503 gesunken, teilte Kröninger mit und sagte „Wir waren einmal über 4000.“ Vor allem der Schwund an zahlenden passiven Mitgliedern bereite den Vereinen finanzielle Probleme. Wegen des zusätzlichen Corona bedingten Aufwands habe der Sängerkreis in diesem Jahr erneut eine Unterstützung von 50 Euro an jeden Chor gezahlt.

Die Folgen der Pandemie für die Stärke der Chöre seien jetzt noch nicht absehbar, erklärte der Sängerkreischef. Denn der Übungsbetrieb sei jetzt erst wieder angelaufen. Man müsse sehen, wer jetzt wieder regelmäßig zu den Proben komme. Aufgegeben habe bisher nur der Herrenchor Kassel. Dieser wolle sich zum Jahresende auflösen, teilte Kröninger mit.

Die Corona-Pandemie habe zu weitgehender „Tatenlosigkeit“ geführt, kaum Sängerproben seien abgehalten worden. Öffentliche Auftritte seien nicht möglich gewesen. Als der Lockdown zu Ende gegangen sei, hätten die Sänger vor den Sommerferien kaum noch Zeit zum Üben gehabt. Daher habe man auch darauf verzichtet, noch im Sommer ein kleineres Konzert zu veranstalten.

Geplant sei nun, im kommenden Jahr am 24. April das traditionelle „Singen im Park“ im Park Schönfeld zu veranstalten. Kröninger zeichnete John Jory für herausragende Verdienste um das Chorwesen mit der Goldenen Ehrennadel des Mitteldeutschen Sängerbunds aus. Jory gehörte 15 Jahre dem Vorstand des Sängerkreises an. Daneben war er Vorsitzender und Mitgründer des Lohfeldener Chores Ton Art und viele Jahre zweiter Vorsitzender der Sängergruppe Söhre.

Bei den Wahlen rückten Jörg Merschenz und Elvira Meise als Stellvertreter von Kröninger neu in den Vorstand. Der Kreissängertag wurde musikalisch vom Chor der FSK Hoof umrahmt. (Peter Dilling)

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