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Schluss mit kalten Duschen: Bald wieder Warmwasser in Baunataler Sportstätten

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Von: Peter Dilling

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Warten auf die warme Dusche: Die Sanitärräume der Fußballer des GSV Eintracht Baunatal auf der Langenberg-Kampfbahn (rechts). Der Verein will das Kaltduschen vor allem seinen Punktspiel-Gästen nicht zumuten.
Warten auf die warme Dusche: Die Sanitärräume der Fußballer des GSV Eintracht Baunatal auf der Langenberg-Kampfbahn (rechts). Der Verein will das Kaltduschen vor allem seinen Punktspiel-Gästen nicht zumuten. © Peter Dilling

In den Kabinen der Baunataler Hallen und Sportplätzen wird es bis Mitte November wieder warme Duschen geben. Auch die Heizungen werden normal laufen.

Baunatal – Die Sportler in Baunatal müssen derzeit tapfer sein, denn die Stadt hat aufgrund des Sparappells der Regierung schon vor längerer Zeit die Warmwasserleitungen in ihren Sportstätten stillgelegt. Wer dort nach dem Sport duschen wollte, sollte also entweder kein Problem mit kaltem Wasser haben oder zu Hause duschen.

Bald folgten Proteste von Eltern und Trainern. Nun heißt es: Kommando zurück. Bis Mitte November soll wieder in allen Baunataler Sanitäranlagen von Hallen und Sportplätzen warmes Wasser aus den Duschköpfen laufen, auch die Heizungen werden hochgefahren. Bis auf Weiteres jedenfalls. Denn die Stadt hat für die Vereine ein Einsparziel für Wärmeenergie von 15 Prozent verfügt. Sollte das verfehlt werden, droht den Sportlern erneut ein Kälteschock.

Laut Auskunft der Stadt hat diese bereits in allen Liegenschaften, mit Ausnahme der Kitas, der Horte, der Polizei, des Bauhofs und der Feuerwehr, die Warmwasserversorgung stillgelegt. Im Sport sind vor allem – aber nicht nur – die Fußballer betroffen. Vor allem Gastmannschaften sei es nicht zumutbar, nach dem Spiel kalt zu duschen oder gar verdreckt und verschwitzt die Heimreise anzutreten, erklärt Karsten Hellmuth, Vorsitzender des GSV Eintracht Baunatal.

Nach seinem Informationsstand waren sowohl die Langenberg-Halle als auch die Sanitäranlagen an der Langenberg-Kampfbahn vor einer Woche noch kalt, auch die Geschäftsstelle. Der Verein wolle gern das Seine zu den nötigen Energiesparmaßnahmen beitragen. „Die Grenze ist da erreicht, wo es um die Gesundheit der Spieler geht.“ Außerdem leide bei Temperaturen unter 17 Grad Celsius die Hülle der Gebäude. Die Frage, welche Raumtemperatur noch vertretbar sei, hänge auch von der Sportart, die betrieben werde, ab. Da müsse man mit Augenmaß vorgehen. Nebenbei weist der GSV-Vorsitzende daraufhin, dass sein Verein gar nicht am Verbrauch von Gas aus Russland beteiligt sei. Die Einrichtungen würden durch Biogas-Nahwärme versorgt.

Ähnlich wie Hellmuth äußert sich Timo Gerhold, Vorsitzender des KSV Baunatal, zu den negativen Folgen des Kaltduschens vor allem für die Sportler, die im Freien trainieren und spielen. „In den Sportarten vermelden die Trainer derzeit ungewöhnlich viele Kranke, was den kalten Duschen zugesprochen wird“, sagt Gerhold. Nordin Boukhoutta, Trainer der U-13-Fußballmannschaft hatte sich mit einer Beschwerde über das kalte Wasser an die HNA gewandt. Die Kommunalpolitik habe zunächst nicht auf Proteste reagiert, sagte er. Dann habe sich wohl die Bürgermeisterin persönlich eingeschaltet.

Die Fraktionen hätten einstimmig einen „Maßnahmeplan zur Gasmangellage“ in Anlehnung an die Empfehlungen des Deutschen Olympischen Sportbunds als Gesamtpaket beschlossen, teilte Stadtsprecherin Susanne Bräutigam mit. Diese beinhaltet unter anderem einen Warmwasser-Betrieb unter bestimmten Einschränkungen und dem Ziel, 15 Prozent Wärmeenergie einzusparen. „Wir sind mit dieser Entscheidung glücklich und werden uns bemühen, gemeinsam mit unseren Mitgliedern dieses Ziel umzusetzen“, sagte der Vorsitzende des KSV Baunatal. Sein Verein unterstütze die Sparvorgaben.

Die Stadt will nun mit Hinweisschildern die Sportler zum sparsamen Warmduschen anhalten. „Dabei werden die Verbräuche seitens der Stadt kontrolliert und mit denen der Vorjahresmonate verglichen“, sagte Stadtsprecherin Bräutigam dazu.

Wenn diese Appelle nicht fruchten, werde in einer weiteren Stufe das warme Duschen nur noch nach Serienspielen erlaubt. Letzte Konsequenz sei, dass die Sportler wieder kalt duschen müssten. ArchivFoto: Peter Dilling

Karsten Hellmuth von der GSV Eintracht Baunatal
Karsten Hellmuth von der GSV Eintracht Baunatal © Dilling, Peter

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