Ära geht zu Ende

Nach 75 Jahren: Friseursalon mit Tradition schließt für immer

Josef und Albert Buntenbruch 1948 in der Baracke in der Bahnhofstraße.
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So sah es früher aus in dem Friseursalon: Josef und Albert Buntenbruch 1948 in der Baracke in der Bahnhofstraße in Großenritte.

Ein familiär geführtes Traditionsunternehmen im Kreis Kassel schließt für immer: Der Friseursalon Buntenbruch an der Bahnhofstraße macht nach 75 Jahren dicht.

Baunatal – In Großenritte ist eine Ära zu Ende gegangen. Norbert Buntenbruch hat seinen Friseursalon an der Bahnhofstraße für immer geschlossen. Damit verabschiedet sich ein familiär geführtes Traditionsunternehmen aus Baunatal.

Anfang 1947 eröffnete der Großvater des heutigen Inhabers Norbert Buntenbruch in einer Baracke im Garten der heutigen Arche in der Bahnhofstraße den Friseursalon in Großenritte. Der Heimatort Jülich wurde im Zweiten Weltkrieg so zerstört, dass es die Familie Josef Buntenbruch nach Nordhessen zu Verwandten vertrieb.

Friseursalon in Baunatal nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnet

Der älteste von drei Söhnen, Albert Buntenbruch, der in Jülich noch die Friseurausbildung beendet hatte, kam 1948 aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft ebenfalls nach Großenritte, wo er seine spätere Frau Änne kennenlernte. Mit dem Auszubildenden Fritz Ullrich arbeiteten dann fünf Mitarbeiter im Salon Buntenbruch.

Nach dem Tod der Großeltern übernahm der Enkel Norbert Buntenbruch. Er hatte 1967 mit 14 Jahren seine Lehre in Oberzwehren absolviert und mit 21 Jahren die Meisterprüfung abgelegt. Er leitete seit 1978 den Friseursalon, der 1950 in der heutigen Bahnhofstraße 3 sein neues Domizil fand.

Die Generationen Salon Buntenbruch von 1968: Josef (von links), Albert und Norbert Buntenbruch.

Friseursalon in Baunatal bildet fast 20 junge Frauen aus

1993/1994 verstarben die Eltern von Norbert Buntenbruch, sodass er nur noch mit Mitarbeitern den Salon führte. Fast 20 jungen Mädchen habe er im Anschluss die Ausbildung zum Damen- und Herrenfriseur ermöglicht, berichtet Buntenbruch gegenüber der HNA weiter. In den Hochzeiten wurde an elf Frisierplätzen mit drei Friseurinnen und drei Auszubildenden gearbeitet. Am Schluss, in den letzten drei Jahren, arbeitete Norbert Buntenbruch allein als Herrenfriseur.

Weil er keinen Nachfolger für den Betrieb gefunden hatte, schloss der 68-jährige Inhaber den Salon im September endgültig. (Sven Kühling)

Einen Friseursalon mit Tradition führt auch eine Familie in Kassel. Wie der Name „Friseur Ebel“ richtig suggeriert, wird man hier seit Jahrzehnten von den Mitgliedern der Familie Ebel frisiert.

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