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Schwimmer müssen ins Freizeitbad umziehen

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Müssen umziehen: Auch die Rettungsschwimmer der DLRG müssen ins Freizeitbad umziehen und können nur noch eingeschränkt trainieren. ARCHI
Müssen umziehen: Auch die Rettungsschwimmer der DLRG müssen ins Freizeitbad umziehen und können nur noch eingeschränkt trainieren. © Steph Dittschar

Auch die Stadt Baunatal trifft derzeit Vorbereitungen für eine Gasmangellage im Winter. Deshalb hat die Verwaltung einen Plan aufgestellt, wo gespart werden kann. Der Aqua-Park ist einer der größten Verbraucher von Wärme und Strom und soll vorerst geschlossen werden.

Baunatal – Es ist zwar noch nichts final beschlossen, aber Ernst Peterzelka und seine Kollegen planen bereits den Umzug vom Sportbad in das Freizeitbad in Baunatal. Denn bereits seit vergangener Woche wissen der Abteilungsleiter der SG ACT/Baunatal und seine Kollegen, dass das Sportbad voraussichtlich nach den Herbstferien schließen wird. „Da wird auch in der Stadtverordnetenversammlung keine andere Entscheidung fallen“, ist sich Peterzelka sicher.

Die Baunataler Stadtverordneten sollen am 10. Oktober über den Maßnahmenplan zur Gasmangellage abstimmen, der morgen bereits im Haupt- und Finanzausschuss besprochen wird. Der Aqua-Park ist einer der größten Verbraucher von Wärme und Strom in Baunatal und soll deshalb vorerst geschlossen werden. So sieht es zumindest der Plan vor, den die Verwaltung erarbeitet hat. Zum Heizen der Räume und des Wassers wird Fernwärme aus dem VW-Kraftwerk (Brennstoff Erdgas) und Wärme aus dem Blockheizkraftwerk der EAM Energie Plus (Bio-Erdgas) verwandt.

Die Verwaltung geht davon aus, dass in den kommenden sechs Monaten, konkret in der Heizperiode von Oktober bis März, durch die Schließung des Sportbads 750 000 Kilowattstunden (kWh) Wärme und 200 000 kWh Strom gespart werden können. „Wir wollen keine Gruppe gegen eine andere ausspielen“, sagt Bürgermeisterin Manuela Strube (SPD), „jeder in Baunatal muss Abstriche machen.“ Deshalb sei es ihr und den Fraktionen auch wichtig gewesen, die Sportvereine bei den Überlegungen mit ins Boot zu holen und transparent mit dem Thema umzugehen. „Wir haben mit den Vereinen einen Weg gefunden“, sagt Strube.

Gemeinsam sei ein Belegungsplan für das Freizeitbad erarbeitet worden. Aber auch wenn alle Vereine berücksichtigt werden konnten, wird es laut Peterzelka „ eine deutliche Reduzierung der Trainingszeiten“ geben. Alleine in der SG ACT/Baunatal sind 500 Schwimmer von der Schließung des Sportbads betroffen, bei der DLRG sind es laut Peterzelka noch einmal etwa 400 Schwimmer. Laut Strube hatte die Verwaltung den Vereinen bei den Schwimmzeiten relativ freie Hand gelassen, jedoch seien einige Parameter nicht verrückbar gewesen, zum Beispiel die Zeiten für Frühschwimmer und den Schulsport.

„Alle Sparten sind berücksichtigt worden“, betont Strube, das Baby- und Kinderschwimmen, die Taucher und Triathleten, die Schulen, der Rehasport, sowie die Bundeswehr und die Polizei. „Die alle unter einen Hut zu bekommen, ist nicht leicht.“ Deshalb sei auch klar, dass nicht alle Angebote wie bisher stattfinden könnten. „Wir mussten Abstriche mit Augenmaß machen, aber ich denke, am Ende kann jeder damit leben.“ Auch Peterzelka sagt, dass sich der Verein mit der Lösung arrangieren kann. „Ein halbes Jahr werden wir überstehen.“

Was ihm mehr Sorgen macht, ist das in die Jahre gekommene Sportbad. Sollte dort sechs Monate lang die Technik komplett runtergefahren werden, sei es schwer, sie wieder hochzufahren. Dann sei nicht nur das Sportbad tot, sondern auch der Schwimmsport in Baunatal. (Amira Sayed El Ahl)

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