Sein Gesicht bleibt in Erinnerung

Chef des Polizeireviers Süd-West wechselt in die Polizeidirektion Kassel

Hat das neue Polizeirevier Süd-West in Baunatal geplant und mit Leben gefüllt: Revierleiter Henning Hinn. Nach sieben Jahren wechselt er zur Direktion nach Kassel. Hier steht er an einem Polizei-Käfer-Modell vor seiner Dienststelle in Baunatal.
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Hat das neue Polizeirevier Süd-West in Baunatal geplant und mit Leben gefüllt: Revierleiter Henning Hinn. Nach sieben Jahren wechselt er zur Direktion nach Kassel. Hier steht er an einem Polizei-Käfer-Modell vor seiner Dienststelle in Baunatal.

Spätestens seit dem 24. Februar 2020 kennen die Menschen in Deutschland das Gesicht von Henning Hinn. Der Leiter des Polizeireviers Süd-West in Baunatal wurde nämlich als Pressesprecher nach der Amokfahrt während des Rosenmontagsumzuges in Volkmsarsen eingesetzt.

Baunatal/Kassel - Nach sieben Jahren verlässt Henning Hinn das Baunataler Revier und wird stellvertretender Leiter der Polizeidirektion in Kassel. Auf unzähligen Fernsehsendern tauchte der Niedensteiner nach der Irrsinnsfahrt eines 29-Jährigen durch Volkmarsen auf und gab ruhig und sachlich Auskunft über das schreckliche Ereignis mit über 100 Verletzten, darunter viele Kinder. Henning Hinn blieb dabei keinesfalls unterkühlt und emotionslos. Das registrierten auch die Fernsehzuschauer. „Das war eines der bewegendsten Ereignisse“, sagt er selbst rückblickend. Er sei persönlich sehr betroffen gewesen, unter anderem als ein verletztes Kleinkind unter dem Tatfahrzeug hervorgezogen wurde. „Das war unheimlich schwer.“

2013 war der heute 60-jährige Polizist von Melsungen nach Baunatal gekommen, um in der VW-Stadt gemeinsam mit Bürgermeister Manfred Schaub und dem damaligen Revierleiter Helmut Loose das neue Revier Süd-West an der Baunataler Friedrich-Ebert-Allee zu planen und mit Leben zu füllen.

Ziel sei es gewesen, ein leistungsstarkes Revier aufzubauen, erinnert sich der Polizeioberrat. „Das ist uns auch gelungen.“ Immerhin betreuen die 100 Beamten neben den Kommunen Baunatal und Schauenburg auch die südlichen und westlichen Stadtteile der Großstadt Kassel. Von den 200 000 Einwohnern zählten 90 000 zum Bereich des Revieres Süd-West, erläutert Hinn. „Das ist fast die Hälfte, betont er. „Unser Hauptbetätigungsfeld ist die Stadt Kassel.“

In den sieben Jahren seiner Cheftätigkeit sei die Aufklärungsquote der Straftaten stetig gestiegen, sagt er weiter. Inzwischen liege die Quote bei 64 Prozent. Und: Es gebe keinen einzigen Brennpunkt in dem Zuständigkeitsbereich. Weder in Kassel noch im Bauna-Tal. Und dann schiebt er noch nachdrücklich ein Lob für sein Team nach: „Ein Revierleiter ist nur so gut wie seine Mannschaft.“

Eigentlich sollte Henning Hinn bereits im August 2020 in den Ruhestand gehen. Doch seinen Vorgesetzten gefiel der Gedanke wohl nicht. Der Niedensteiner wurde gefragt, ob er nicht stellvertretender Direktionsleiter werden wolle. Hinn sagte „ja“ und ist ab Mitte Januar neben Direktionsleiter Bernd Lindenborn für alle vier großen Kasseler Polizeireviere sowie die Operative Einheit (OPE) des Polizeipräsidiums Nordhessen, zahlreiche Ermittlungsgruppen sowie die Polizeistationen Wolfhagen und Hofgeismar zuständig, für insgesamt über 500 Polizistinnen und Polizisten.

Und privat? Ein für dieses Jahr geplantes Sabbatjahr in Südafrika haben Henning Hinn und seine Frau erst einmal verschoben – „auch wegen Corona“. Im Juli 2022 entscheide sich, ob seine Aufgabe an der Rolandstraße in Kassel, wo die Direktion ihren Sitz hat, sogar noch einmal verlängert wird. Das Sabbatjahr in Südafrika, sagt Henning Hinn zum Schluss, „das machen wir aber definitiv noch. Das ist ein Traum.“

Übrigens: Der Nachfolger von Henning Hinn steht auch schon fest. Die Aufgabe in Baunatal soll der 54-jährige Frank Asthalter übernehmen. Der Edermünder ist aktuell stellvertretender Chef im Kasseler Revier Mitte. (Sven Kühling)

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