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Projekt Smart City: In Baunatal leiten Sensoren zum freien Parkplatz

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Von: Sven Kühling

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Auf dem Weg zur Smart City setzt Baunatal auf Digitalisierung und neue Ideen. Doch hinter allem soll der Klimaschutz stehen.

Baunatal - Schon bald soll jede Bewegung auf den Parkplätzen in Baunatal (Kreis Kassel) von Sensoren erfasst werden. Dann können Autofahrer gleich die freien Flächen – beispielsweise am Marktplatz oder am Kino – ansteuern. Auch die Standorte von Elektrorollern und freie Ladesäulen für E-Autos sollen erkannt und angezeigt werden.

Baunatal entwickele sich zur Smart City, sagt Bürgermeisterin Manuela Strube (SPD). Um es gleich vorweg zu nehmen: Alle Daten, die erfasst werden, sollen allen zur Verfügung gestellt werden, sagen Strube und Projektleiter Roger Lutzi. Nichts laufe im Verborgenen ab. „Die Daten sind für alle nutzbar“, so Lutzi. Das gelte beispielsweise auch für die Gewerbebetriebe. In Sachen Datenschutz betont er: „Kein einziges Kennzeichen wird erfasst.“ Auch das Stadtmarketing ist eingebunden und hat Sensoren in der Innenstadt installiert, die Besucher messen. In Zukunft können gemeinsame Marketingaktionen anhand dieser Ergebnisse besser geplant werden.

Im Baunataler Rathaus läuft das Vorhaben unter dem Titel „baunatal.digital“. Diese Datenplattform bilde das Herzstück der „Smart City“. Wenn alles fertig ist, sollen die Menschen alle Informationen über die Homepage baunatal.de abrufen können. Auch die Entwicklung einer App sei im Gespräch. Möglich werde die Realisierung nur durch eine 90-prozentige Förderung durch das Land Hessen. 454 000 Euro wurden kürzlich bewilligt.

Das Bild zeigt ein Parkplatzhinweisschild mit der Aufschrift P3 Stadthalle/Rathaus
Wo gibt es freie Parkplätze? Diese sollen in Baunatal künftig Sensoren erfassen und schließlich Autofahrer dorthin leiten. © Sven Kühling

Kreis Kassel: Baunatal auf dem Weg zur Smart City - „Können selber gestalten“

Baunatal gehöre zu den ersten Kommunen überhaupt, die ein solches Projekt umsetzen, sagt Lutzi. Das biete den Vorteil, „dass wir das selber gestalten können“. Überhaupt werde das Thema Digitalisierung in Kommunen immer wichtiger. „Es ist keine Frage, ob man das will, sondern eine Frage, dass man das muss“, so formuliert es Lutzi.

Noch gewöhnungsbedürftig erscheint sicher vielen die ebenfalls geplante Ausstattung der Mülleimer im öffentlichen Raum mit Sensoren. Laut Strube und Lutzi sollen dadurch Ressourcen beim Bauhof besser genutzt werden. Die Mitarbeiter könnten dann gezielt immer nur die vollen Behälter ansteuern und leeren. „Wir versprechen uns die Entlastung der Bauhofmitarbeiter“, sagt Strube. In Südhessen sei das bereits erfolgreich getestet worden.

Smart City: Baunatal will Digitalisierung voranbringen - Hinter allem steht der Klimaschutz

Viele weitere Aspekte ergeben sich aus der Digitalisierung. So soll hinter allem der Klimaschutz stehen. Durch Überwachung des Verkehrsraumes etwa sollen Verkehrsteilnehmer zu Stoßzeiten auf die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel geleitet werden. Auch prüfe sie Stadt das Angebot eines Carsharing-Systems – „so wie es das jetzt in Kassel zur documenta gab“, erläutert die Bürgermeisterin weiter. Grundsätzlich müssten aber alle Verkehrsmittel gleichberechtigt gesehen werden. Es gehe genauso um gute Verkehrswege für Radfahrer und Autofahrer.

Weil der Digitalisierung eine besondere Rolle zukommt, schafft die Stadt im Rathaus neben der Energiebeauftragten Saskia Skaley eine zusätzliche Stelle. Dafür suche man derzeit einen Mitarbeiter aus den Bereichen Digitalisierung, Klimaschutz und Mobilität. (Sven Kühling)

Das Projekt „Light as a service“ in Bad Hersfeld ist als ein Gewinner des internationalen Smart-50-Awards gekürt worden.

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