„Es wurde gerungen, gestritten und geschaut“

Umbau der Akazienallee an Baunataler Schule abgeschlossen

 Die Grundschüler Dima, David, Joel, Lara und Kerstin demonstrierten, wie sicher man auf der roten Aufmerksamkeitszone über die Fahrbahn kommt.
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Gelungener Umbau: Die Grundschüler Dima, David, Joel, Lara und Kerstin demonstrierten, wie sicher man auf der roten Aufmerksamkeitszone über die Fahrbahn kommt.

Nichts ist so gut, als dass es nicht noch verbessert werden könnte: Diese Erkenntnis scheint auch auf den nun abgeschlossenen Umbau der Akazienallee vor der Friedrich-Ebert-Schule zuzutreffen.

Baunatal – Drei Jahre hat es von der Planung bis zur Realisierung gedauert. „Es wurde gerungen, gestritten und geschaut“, sagte Erster Stadtrat Daniel Jung zum Abschluss der Arbeiten. Der Ortstermin machte deutlich: Die Sicherheit für Schüler an diesem neuralgischen Punkt, an dem starker Autoverkehr, Linien- und Schulbusse, „Eltern-Taxis“ und Fußgänger aufeinandertreffen, ist deutlich gestiegen. Trotzdem wurden Wünsche nach weiteren Verbesserungen laut – und die Schule hat das Thema Verkehrssicherheit weiter auf dem Schirm.

110 000 Euro – von denen zwei Drittel aus dem Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ flossen – hat die Stadt investiert. Das Projekt entstand unter Mitarbeit der Polizei, des Nordhessischen Verkehrsverbunds, des Senioren-Arbeitskreises, des Behindertenbeirats, der Lehrer und des Schulelternbeirats. Es wurde bereits 2019 eine Haltebucht für „Eltern-Taxis“ in Schulnähe angelegt und später die Akazienallee am Haupteingang der Schule so verengt, dass es nun nicht mehr zu gefährlichen Überholmanövern von Autos kommen kann. Ein breites, rotes Band auf der Fahrbahn signalisiert Fahrern, dass hier Schüler die Fahrbahn überqueren. Der Gehweg an der Bushaltestelle Richtung Innenstadt wurde verbreitert und die Wartehäuschen zurückgesetzt, damit sich Schüler nicht mehr am Fahrbahnrand drängeln müssen. Die gegenüberliegende Haltestelle in Richtung Baunsberg-Park wurde so verlagert, dass sich Autofahrer nicht mehr an haltenden Bussen vorbeidrängen können. Haltestellen und Übergänge wurden barrierefrei gebaut und mit einem Leitsystem versehen. Vier Parkplätze wurden für den Umbau geopfert.

Die Entschärfung der Situation vor der Schule war dringend nötig. Es seien zwei Mal Schüler von Autos angefahren worden, bestätigte Konrektorin Bettina Weiß. Leider gebe es jetzt noch vereinzelt Eltern, die ihre Sprösslinge mit dem Auto auf dem roten Fahrbahnübergang absetzen. Die Schule werde deshalb ihre Kampagne, dass Schüler zu Fuß zur Schule kommen sollen, fortsetzen. Die Elternbeiratsvorsitzende Katrin Kulawinski zeigte sich wie die Vertreter des Behindertenbeirats zufrieden mit den Umbauten. Sie sagte aber auch, dass sich viele Autofahrer nicht für das Tempo 30-Limit interessierten. Ein Schüler regte an, mehr Schilder aufzustellen. Stadtrat Jung will prüfen, ob großflächige Tempo-30-Piktogramme auf die Fahrbahn aufgetragen werden sollten.

Wolfram Meibaum Vorsitzender des Seniorenarbeitskreises, kritisierte, dass der Verkehrsverbund NVV nicht bereit gewesen sei, den Umlauf seiner Busse so zu ändern, dass die Schüler jeweils an dem vor der Schule verlaufenden Gehweg aussteigen können und nicht die Fahrbahn überqueren müssen. „Der NVV hat sich aus nicht nachvollziehbaren Gründen gesperrt“, sagte er. Kevser Bayri vom Behindertenbeirat meinte, der Gehweg an der Haltestelle Richtung Baunsberg-Park sei so schmal, dass sie dort mit ihrem Elektrorollstuhl nach dem Ausstieg kaum manövrieren könne. Vor einer möglichen Verbreiterung der Haltestelle müsse man mit der Wohnungsgesellschaft GWH reden, der die angrenzende Fläche gehöre, sagte Jung. (Peter Dilling)

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