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Sie will Orientierung geben: Marike Völkerding ist neue Pfarrerin in Baunatal-Mitte und Großenritte

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Von: Ingrid Jünemann

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Am markanten Turm: Pfarrerin Marike Völkerding betreut nun die evangelische Gemeinde Baunatal-Mitte mit der modernen Gethsemanekirche.
Pfarrerin Marike Völkerding betreut nun die evangelische Gemeinde Baunatal-Mitte mit der modernen Gethsemanekirche. © Ingrid Jünemann

Marike Völkerding, die neue Pfarrerin der evangelischen Gemeinde Baunatal-Mitte, sieht eine ihrer Aufgaben darin, Menschen ab 20 zu begleiten. Denn gerade diese Altersgruppe müsse wichtige Entscheidungen fürs Leben fällen.

Baunatal – „Viele sind orientierungslos“, sagt die 30-Jährige über die jungen Menschen Anfang zwanzig. Da könne sie nicht nur als Seelsorgerin, sondern auch als jemand, der altersmäßig nah dran ist, Hilfestellung leisten.

Seit knapp einem halben Jahr arbeitet Völkerding in der Altenbaunaer Gethsemanekirche. Aber nicht nur dort. Die zweite Hälfte ihrer Stelle wurde der Kirchengemeinde Großenritte zugeordnet. Dort soll die Pfarrerin Gerd Bechtel entlasten, damit der die Fusion aller Baunataler Gemeinden voranbringen kann. In Baunatal-Mitte wiederum unterstützt Pfarrerin Andrea Brede-Obrock (Gemeinde Rengershausen-Guntershausen).

Für Völkerding bedeutet die Zuständigkeit für Großenritte: Konfirmandenarbeit, Seelsorge im Altenheim Gertrudenstift, einmal im Monat Gottesdienste in der Kreuzkirche und in der Altenritter Heilandskirche. „Das fordert im Alltag die Gemeinde und mich“, sagt die Pastorin.

Es fordert auch, dass es ihre erste Pfarrstelle ist. Und dass sie auf einen ideenreichen Vorgänger folgt: Günter Törner stand, bevor er im Frühsommer nach fast 20 Jahren in Baunatal in Ruhestand ging, für ungewöhnliche Aktionen wie Pilgertouren oder Abseilen vom Kirchturm. Ihn will sie nicht imitieren, sondern „mein eigenes Ding finden“, aber dennoch auf Törners Wirken aufbauen.

Sie hat in der 1400-Mitglieder-Gemeinde zum Beispiel eine „sehr gute Gottesdienstkultur“ vorgefunden, die es zu erhalten gelte. 30 bis 40 Teilnehmer am Sonntag, das sei heute viel. Dazu ein großes Maß an Spiritualität, gelebt nicht zuletzt während der Pilgerfahrten. Viele seien auf Sinnsuche in einer immer komplexeren Welt, und benötigten Orientierung. Darauf müsse die Kirche reagieren, sagt Völkerding.

Sie selbst will zunächst möglichst viele Gemeindemitglieder kennenlernen und ein Netzwerk knüpfen. Das erleichtere, so hofft sie, Schwachpunkte in Baunatal-Mitte anzugehen. So sei der Seniorenbesuchsdienst eingeschlafen. Jenseits der klassischen Aufgaben ist der jungen Frau politische Arbeit ein Anliegen. Klimaschutz und Flucht müssten stärker in den Blick der Baunataler rücken. Wie eng beides zusammenhänge, sei vielen Menschen noch nicht bewusst.

Zu ihrer Profession kam die junge Frau, aus dem überwiegend katholischen Naumburg stammend, auf besonderem Wege. Weil sie Theologie studieren, aber auch eine Berufschance wollte, konvertierte sie zum evangelischen Glauben. Ein so großer Schritt sei das mit einem Katholiken als Vater und einer Protestantin als Mutter jedoch gar nicht gewesen. Denn: „Ich bin relativ ökumenisch erzogen worden.“

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