Farbausdrucke sollen vermieden werden

So will VW sparen: In Büros soll nur noch schwarz-weiß gedruckt werden

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In Farbe: Die eigene Druckerei im Baunataler VW-Werk kann sogar große Plakate für Aufsteller herstellen, so wie hier für das Familienfest zum 60-jährigen Bestehen des Werkes im vergangenen Sommer. Druckerei-Chef Josef Just (links) und Mitarbeiter Hartmut Bütow zeigen das Produkt.

In den Büros bei VW soll nur noch schwarz-weiß gedruckt werden. Das zumindest sagt eine Sparanweisung des Vorstandes. Farbausdrucke seien viermal so teuer wie die Schwarz-Weiß-Version.

Volkswagen spart an der Farbe: Und zwar an der Druckerfarbe. Der Farbdrucker hat möglicherweise schon bald ausgedient. In den Büros soll wieder schwarz-weiß gedruckt werden. Das gilt ab sofort auch im VW-Werk Kassel in Baunatal.

„An allen sechs deutschen VW-Standorten soll der Farbdruck aus Kostengründen und ökologischen Zielen zukünftig auf unter fünf Prozent reduziert werden“, erläutert Baunatals Werksprecher Heiko Hillwig auf Anfrage. „Eine Farbseite kostet das Vierfache eines Schwarz-Weiß-Ausdrucks.“

In der Verringerung von Farbdrucken liege ein enormes Sparpotenzial, heißt es allerdings laut Presseagentur dpa in einer internen E-Mail an alle Mitarbeiter der Werke in Wolfsburg, Kassel, Salzgitter, Emden, Braunschweig und Hannover. Im vergangenen Jahr seien an den Standorten fast 140 Millionen Seiten ausgedruckt worden, die Hälfte davon in Farbe. Im Baunataler Werk, der zweitgrößten deutschen VW-Fabrik mit 17.100 Beschäftigten, sind laut Hillwig allein 1000 Druckgeräte im Einsatz.

Und so will der Autokonzern unter dem Titel „Let’s go black“ das Sparpotenzial ausschöpfen: „Neubeschaffung von Farbdruckern ist nicht mehr möglich“, erläutert Baunatals Werksprecher. Bei vorhandenen Geräten werde die Farboption deaktiviert. „Ausdrucke von Mitarbeitern können nur per Anmeldung mit Werksausweis am Drucker aktiviert werden.“ Und: Mehrere Abteilungen sollen künftig gemeinsame Drucker nutzen. Der Vorstand habe die „konsequente Umstellung“ beschlossen, heißt es in der Mail an alle Mitarbeiter.

Grundsätzlich will Volkswagen durch den Einsatz digitaler Technik Papier sparen. „Durch die fortschreitende Digitalisierung wird zunehmend papierlos gearbeitet“, betont Hillwig und nennt ein Beispiel. So werde Vorgesetzten nicht mehr die altbewährte Unterschriftenmappe mit ausgedruckten Dokumenten vorgelegt. „Der Vorgesetzte kann Dokumente mit Hilfe eines Kartenlesegerätes freigeben.“

Übrigens: Das VW-Werk Kassel in Baunatal hat zusätzlich zum herkömmlichen Bürobetrieb eine eigene Druckerei. Drei Mitarbeiter drucken Plakate, Lkw-Planen, große Aufsteller sowie jede Menge DIN-A 4-Papiere, die übliche Kopierer und Drucker in größerer Stückzahl nicht schaffen. Die mit modernen Geräten auf drei Druckstraßen ausgestattete Abteilung erledigt auch Aufträge für andere VW-Standorte. Die größte Auflage habe die Produktion von Laufzetteln für Lkw-Fahrer, die Material zum Baunataler Werk bringen oder fertige Teile abholen, erläuterte Druckerei-Leiter Josef Just im Gespräch mit der HNA. „Davon drucken wir pro Jahr ganz bestimmt 250.000 Stück. Und das in zwölf verschiedenen Sprachen.“

Die Arbeit der Druckerei sei von der neuen Vorgabe aus Wolfsburg nicht betroffen, sagt Werksprecher Heiko Hillwig. „Weil die Abteilung hauptsächlich Fremdaufträge abarbeitet.“

VW: Bei Verwaltung des Konzerns sparen

Die Sparidee zur Reduzierung der Farbdrucke passt in den generellen Vorstoß des VW-Vorstandes, bei der Verwaltung des Konzerns zu sparen. Anfang März war aus Managementkreisen durchgesickert, dass an einem neuen Sparkonzept mit einem Volumen von 5,9 Milliarden Euro gearbeitet wird. Damit sollen auch Jobs wegfallen. Zwischen 5000 und 7000 Stellen, vorrangig in der Verwaltung in Wolfsburg, könnten betroffen sein, hieß es. Für eine Altersteilzeit-Regelung kämen in den sechs westdeutschen Werken (ohne Hannover und Osnabrück) insgesamt 11.000 Arbeitnehmer infrage.

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