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Sportstätten in Baunatal wegen Energiekosten geschlossen

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Von: Sven Kühling, Daniel Göbel

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Vorerst dicht: Auch die Räume des so genannten Kraftwerks auf dem Sportcampus werden wegen der Auflösung des Vertrages mit der BDKS geschlossen. Archivfoto: Sven Kühling
Vorerst dicht: Auch die Räume des so genannten Kraftwerks auf dem Sportcampus werden wegen der Auflösung des Vertrages mit der BDKS geschlossen. Archivfoto: Sven Kühling © Sven Kühling

Baunatal – Das Schwimmbad der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS) ist derzeit wegen hoher Energiekosten geschlossen. Noch ist unklar, wann das Schwimmbad, das auch vom KSV Baunatal etwa für Schwimmkurse genutzt wird, wieder in Betrieb gehen wird, sagt BDKS-Sprecherin Claudia Lieberknecht.

Die Probleme mit dem Schwimmbad der BDKS haben auch Auswirkungen auf den Betrieb des Inklusionsprojektes Sportcampus, das in den Räumen der Werkstätten vom KSV Baunatal organisiert wird. Im Schwimmbad und der benachbarten Sporthalle finden unter anderem Inklusionssport-Kurse sowie Kleinkindschwimmen und Reha-Sport statt.

Laut KSV-Vorstandsvorsitzendem Timo Gerhold haben zwei Punkte zu einem vorzeitigen Ende des Sportcampus-Projektes geführt. Dies sei eigentlich Ende des Jahres ausgelaufen. Jetzt sei der Vertrag aber von beiden Seiten zum 31. Juli beendet worden.

Laut Gerhold war seit 6. Juli eine Pumpe im Bad defekt. Eine schnelle Reparatur habe nicht in Aussicht gestanden. Dann sei der BDKS vom Energieversorger EAM mitgeteilt worden, dass wegen der zu erwartenden Energieknappheit in Deutschland demnächst nur noch die Wohngruppen beheizt werden könnten, erläutert der KSV-Chef. Die BDKS müsse alle anderen Bereiche – auch die Werkstätten und Sportanlagen – vom Netz nehmen. „Und das schon sehr bald“.

BDKS-Sprecherin Lieberknecht wollte das auf Anfrage hingegen nicht bestätigen. Der Betrieb der Baunataler Werkstätten sei zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt in keiner Weise eingeschränkt. Ob das so bleiben wird, darüber machte die BDKS eine Auskunft.

Der Energiebedarf des Schwimmbads sei aufgrund der hohen Wasser- und Raumtemperatur sehr hoch. „Wir kaufen die benötigte Energie so wirtschaftlich wie möglich am Markt ein. Trotzdem treffen auch uns die steigenden Energiekosten“, so Lieberknecht. Somit hätte man den Betrieb des zwölf mal acht Meter großen Schwimmbeckens, das rund 100 Kubikmeter Wasser fasst, nicht aufrecht erhalten können. Genauere Angaben zum Energieverbrauch des Beckens und zur Summe, die nun mit der Schließung eingespart werden soll, konnte die Baunataler Diakonie Kassel nicht machen.

Viele Menschen seien von dem Stopp der Sportcampus-Kurse betroffen, so Gerhold. „Vom Kleinkind bis zum Greis.“ Da gehe es auch um gesundheitliche Aspekte, betont er. „Wir haben deshalb sehr gründlich recherchiert, so Gerhold. Glücklicherweise habe der KSV schließlich für alle Angebote Ausweichquartiere gefunden. So kämen Kurse in der nach den Sommerferien wieder öffnende Max-Riegel-Halle sowie im Kursraum 4 in Großenritte unter.

Kinder-Schwimmkurse, die der KSV wie zur Corona-Zeit nicht schon wieder absagen wollte, hätten nun Zeiten durch die Stadt im Aqua-Park sowie in der Therme in Kassel bekommen. „Wir können jedem Kind weiter ein Angebot machen.“

Der KSV will den Sportcampus aufgrund der aktuellen Umstände nicht endgültig beerdigen. Gerhold: „Wir halten an dem Inklusionsgedanken fest.“ (Sven Kühling und Daniel Göbel)

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