Mit Wir-Gefühl ins neue Jahr

Stadt Baunatal feierte Neujahrsempfang in Stadthalle

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Die Region zu Gast in Baunatal: Bürgermeisterin Silke Engler (links am Pult) gab beim Neumjahrsempfang in der Stadthalle einen zuversichtlichen Ausblick, auch wennn die Stadt mit deutlich geringeren Gewerbesteuereinnahmen wird zurecht kommen müssen.

Baunatal. Stadt Baunatal feierte Neujahrsempfang mit rund 600 geladenen Gästen in der Baunataler Stadthalle. 

Wem bald Millionen Euro in der Haushaltskasse zu fehlen drohen, weil der größte Steuerzahler wegen des Dieselskandals schwächelt, der kann leicht in Krisenstimmung geraten. Nicht so in der VW-Stadt Baunatal: Beim Neujahrsempfang mit rund 600 geladenen Gästen aus der Region in der Stadthalle standen die optimistischen Signale im Vordergrund: Das deutete sich schon mit dem Motto des Empfangs „Sport und Inklusion“ an. Die Stadt will im alltäglichen Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Menschen Maßstäbe setzen.

Gelungener Auftritt: Aktive des KSV Baunatal und behinderte Menschen der Baunataler Werkstätten präsentierten gemeinsam eine beschwingte Trommelshow.

Die Tonlage des Empfangs gab Baunatals neue Bürgermeisterin Silke Engler (SPD) mit ihrer Rede vor: Sie beschwor das „Wir-Gefühl“ der Baunataler, sprach von einer „wunderbaren Stadtgesellschaft“, in der sich Vereine und Organisation uneigennützig einbringen, dem rasant wachsenden Wohnungsbau, der auch Menschen mit kleinerem Geldbeutel Chancen biete und von der vorbildlichen Bildungslandschaft. „Es lässt sich nicht nur gut lernen, sondern auch gut wohnen in Baunatal“, rief sie den Gästen zu und lobte gleichzeitig die starken Partner in der Region, mit der die Stadt gut zusammenarbeite.

Erst spät kam die Verwaltungschefin auf das Finanzierungsproblem der VW-Stadt zu sprechen: Erstmals seit 2006 werde die Stadt wegen des Diesel-Skandals ein Sparpaket im Volumen von „vielen Millionen“ schnüren müssen. Dazu müssten alle einen Beitrag leisten, zu unterscheiden sei zwischen dem Notwendigen und dem Schönen. Ihr Ziel sei dennoch, in den nächsten fünf Jahren einen ausgeglichenen Haushalt auf die Beine zu stellen. Wie das gehen soll, ließ Engler offen. Nur so viel: Die Stadt könne sich auf ein „solides Fundament gesunder Infrastruktur“ stützen.

Das vorbildliche Miteinander in der Stadt will Baunatal nun mit einem Inklusionsprojekt, dem „Sportcampus“ krönen, bei dem der KSV Baunatal mit der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS) zusammenarbeitet. Geplant sind gemeinsame Bewegungsangebote für gehändicapte und nicht behinderte Baunataler. Wie gut das gelingen kann, zeigten KSV-Aktive und Beschäftigte der Werkstatt mit einer hinreißenden Trommelshow. Auch die Musikgruppe Momus der BDKS erhielt für Ihre Auftritte großen Applaus. „Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz einfach dazu gehört“, sagte Stadtverordnetenvorsteher Peter Lutze (SPD). Eine Bewusstseinsveränderung sei nötig. Martin Berg, Vorstandschef der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen und Gastredner, begrüßte das Vorhaben, wies aber auch daraufhin, dass man bei der Inklusion durch Sport bei der Umsetzung einen langen Atem brauche.

Das Bekenntnis zu Europa und die Europawahl waren ein weiteres Thema des Empfangs. Lutze und Landrat Uwe Schmidt (SPD) sprachen von einer Schicksalswahl, bei der es gelte, die Populisten zurückzudrängen.  

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