Nachfolger für Silke Engler

Stadtparlament wählt Ersten Stadtrat: Daniel Jung ist neuer Vize in Baunatal

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Geschafft: Baunatals Bürgermeisterin Silke Engler (SPD, links) und Stadtverordnetenvorsteher Peter Lutze (SPD, rechts) begrüßen den frisch gewählten neuen Ersten Stadtrat Daniel Jung (SPD) mit einem Blumenstrauß. 

Daniel Jung ist neuer Vizebürgermeister der Stadt Baunatal. Der 38-jährige Sozialdemokrat aus Weilmünster (Kreis Limburg-Weilburg) wurde vom Stadtparlament am Montag wohl mit den 23 Stimmen der SPD-Mehrheitsfraktion als Nachfolger von Silke Engler (SPD) zum neuen Ersten Stadtrat gewählt.

Auf den Gegenkandidaten, den parteilosen Jörg Feldmann (bis März Bürgermeister von Waldeck, 52), entfielen in der geheimen Wahl im Rathaus acht Stimmen, vermutlich von Grünen und FDP, sieben Stadtverordnete, wohl aus der CDU-Fraktion, votierten mit einem Nein gegen beide Bewerber.

Silke Engler, Vorgängerin in diesem Amt, war im Oktober bei der Bürgermeisterdirektwahl als Nachfolgerin des am Pfingstsonntag 2018 plötzlich verstorbenen Manfred Schaub (SPD) auf den Chefsessel im Rathaus gewählt worden. Seither wurde in Baunatal nach einem neuen hauptamtlichen Ersten Stadtrat Ausschau gehalten. Ein Wahlvorbereitungsausschuss präsentierte am Ende seiner Arbeit die beiden Kandidaten Jung und Feldmann.

„Ich freue mich sehr“, sagte Jung nach der Wahl gegenüber der HNA. Er sei dankbar, dass es eine klare Mehrheit für ihn gegeben habe. „Das ist ein großer Vertrauensvorschuss. Ich will dem gerecht werden.“ Der Dienstantritt von Jung soll nach der Sommerpause erfolgen.

In der Diskussion vor der Wahl zeigte sich noch einmal die generelle Haltung der politischen Kräfte in Baunatal zur Besetzung des hauptamtlichen Vize-Postens. „Ich finde es traurig, dass die SPD mit ihrer Mehrheit alles übers Knie bricht“, sagte CDU-Fraktionschef Sebastian Stüssel. Er warf den Sozialdemokraten „Gier nach Macht und Gier nach Posten“ vor. Eine „intelligente Lösung“ biete die SPD jedenfalls nicht.

Die Christdemokraten waren grundsätzlich gegen die Besetzung der Stelle und hatten in dem Ausschuss deshalb nicht mitgearbeitet. Sie schlugen in der Sitzung am Montag allerdings vor, den jetzigen Leiter des Rechnungsprüfungsamtes, Peter Jungermann, dessen Fachbereich im Rathaus sowieso demnächst aufgelöst wird, als dritten Kandidaten zur Wahl zu stellen. „Keiner kennt den Haushalt besser als er“, sagte Stüssel. Bürgermeisterin Silke Engler berichtete nach Rücksprache mit dem Leiter des Rechnungsprüfungsamtes, allerdings dass dieser für den Posten nicht zur Verfügung stehe. „Ich habe eben mit ihm gesprochen.“

SPD-Fraktionschef Reiner Heine wies die Kritik Stüssels zurück. „Den Begriff Macht verwende ich schon lange nicht mehr“, sagte er. Und: Wie wolle man, wenn man im Wahlausschuss gar nicht mitdiskutiert habe, sagen können, dass mit Jung und Feldmann nicht die beste Lösung präsentiert werde. Die SPD freue sich sehr, dass die Wahl 13 Monate nach dem traurigen Todesfall stattfinden könne, betonte der SPD-Fraktionschef weiter.

Dr. Rainer Oswald (FDP) hätte sich demgegenüber gewünscht, wenn sich der Ausschuss mehr Zeit genommen hätte. Edmund Borschel von den Grünen machte keinen Hehl daraus, dass sich seine Fraktion für Jörg Feldmann entscheiden werde. Warum Jung als qualifizierter angesehen werde, „erschließt sich uns nicht“, sagte Borschel zu Jung. Und zu Feldmann: „Er ist parteilos. Das täte uns mal ganz gut.“

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