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Steigt Gefahr für Baunataler Schulkinder?

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Von: Sven Kühling

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Hier wird’s eng: Immer mehr Anwohner parken nach Angaben des Mieters jetzt direkt an der Straße. Der Parkplatz sei nach der Abschleppaktion der GWH häufig wie leer gefegt. Im Hintergrund ist die Ebert-Schule zu erkennen, zu der morgens die Grundschulkinder strömen.
Hier wird’s eng: Immer mehr Anwohner parken nach Angaben des Mieters jetzt direkt an der Straße. Der Parkplatz sei nach der Abschleppaktion der GWH häufig wie leer gefegt. Im Hintergrund ist die Ebert-Schule zu erkennen, zu der morgens die Grundschulkinder strömen. © privat/nh

Gefährliche Verkehrssituationen für Schüler der Friedrich-Ebert-Schule am Baunsberg in Baunatal beobachtet Anwohner Jörg Talmon.

Baunatal – Er sieht den Ausgangspunkt in einer Abschleppaktion der Wohnungsgesellschaft GWH im Bereich der Akazienallee. Talmon hat danach einen Verdrängungsprozess der Fahrzeuge von den Parkplätzen der GWH auf die angrenzende Straße registriert. „Das hat definitiv stattgefunden“, betont der 55-Jährige.

Laut Talmon ist der Parkplatz vorm Haus jetzt häufiger leer. „Die Autos stehen an der Straße“, sagt er. Am Dienstag vor einer Woche hatte die GWH als Eigentümer der Flächen nachts mehrere Fahrzeuge abschleppen lassen. Damit verlieh sie dem eigenen Ansinnen Nachdruck, seit dem 1. November von jedem Nutzer einer Stellfläche eine Parkgebühr von 15 Euro im Monat zu verlangen. Wer nicht zahlt, wird abgeschleppt.

Talmon gibt zu bedenken, dass sich morgens zum Schulbeginn auch Busse der Buslinie 60 durch die Akazienallee zwängten. „Muss erst was passieren?“, fragt der Anwohner. „Ich will nicht, dass ein Kind angefahren wird.“

Baunatals Bürgermeisterin Manuela Strube (SPD) hatte sich kurz nach der Abschleppaktion auf Anfrage der HNA so geäußert: Die beschriebenen Parkplätze befänden sich auf Privatgrundstücken der GWH und werden durch diese vermietet. Hier habe die Stadt Baunatal keinerlei Handhabe. „Sicherlich ist jedoch die hierdurch entstehende Verdrängung der parkenden Fahrzeuge in den öffentlichen Straßenbereich nicht das, was wir als Stadt als positiv bewerten und befürworten können“, sagte Strube.

Jörg Talmon schildert mit etwas Abstand zu der Abschleppaktion eine weitere, mögliche negative Auswirkung. Kurz nach dem nächtlichen Vorgehen der GWH und der von ihr beauftragten „Parkräume KG“ soll es laut Talmon am nächsten Tag noch zu weiteren Problemen mit dem erkrankten Kind einer Nachbarin gekommen sein.

Laut Talmon wollte die Mutter mit dem Kind – genau wie er selbst an diesem Vormittag auch – zu einem Arzt fahren. Das Auto der Nachbarin sei aber ebenfalls abgeschleppt gewesen und habe der Mutter nicht zur Verfügung gestanden, schildert Talmon.

Am Abend habe das Kind dann längere Zeit in einem Rettungswagen „von einem Notarzt“ behandelt werden müssen. „Die standen mindestens eine halbe Stunde da“, berichtete der Anwohner gegenüber unserer Zeitung. (Sven Kühling)

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