Ausschuss sprach sich gegen Projekt in Guntershausen aus

Umlegung von Radweg R 1 ist vorerst vom Tisch

Vorsicht geboten: Radfahrer müssen in Guntershausen aufpassen, dass sie den Gabelstaplern des Sägewerks (im Hintergrund) nicht in die Quere kommen. Unfälle sind der Stadt Baunatal aber nach eigener Aussage bisher nicht bekannt geworden.
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Vorsicht geboten: Radfahrer müssen in Guntershausen aufpassen, dass sie den Gabelstaplern des Sägewerks (im Hintergrund) nicht in die Quere kommen. Unfälle sind der Stadt Baunatal aber nach eigener Aussage bisher nicht bekannt geworden.

Die von der Stadt Baunatal angestrebte Umlegung des Radweges R 1 in Guntershausen ist wohl zumindest vorerst vom Tisch.

Baunatal – Das machten Bürgermeisterin Silke Engler und Vertreter der Fraktionen von SPD und CDU am Mittwoch in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses deutlich. Aufgrund der aktuellen Haushaltslage in Baunatal werde die SPD dem geplanten Ausbau nicht zustimmen können, sagte etwa SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Strube.

Hintergrund für die Diskussion im Ausschuss war ein Begleitantrag der Grünen zum Haushalt 2021/2022. Demnach soll der Magistrat Fördermittel zur Realisierung der Baumaßnahme beantragen, heißt es in dem Papier der Grünen.

Baunatal: Radweg R 1 wird vorerst nicht verelgt

Die Stadt rechnet mit Kosten für die notwendige Überquerung der Bauna von rund 500 000 Euro (HNA berichtete). Mit einer Förderung von 80 Prozent sei es nicht getan, sagte Bürgermeisterin Silke Engler (SPD). Zu den Eigenmitteln von 20 Prozent kämen für die Kommune noch Kosten für Grundstückskauf auf beiden Seiten der Bauna hinzu.

„Bei der jetzigen Haushaltssituation werden wir das ablehnen“, betonte Christian Strube. Auch CDU-Fraktionschef Sebastian Stüssel argumentierte so. Er glaube nicht, dass die Stadt das derzeit bezahlen könne. So stimmten im Ausschuss dann auch nur die Grünen für den eigenen Vorstoß.

Radweg R 1 in Baunatal

Grund für die geplante Umlegung des R 1 in der Ortslage Guntershausen ist ein viel diskutierter Gefahrenpunkt auf der bisherigen Strecke. Die Radfahrer durchqueren seit Jahren das Firmengelände des Holzbaubetriebes Sinning. Der „Gemeindeweg“, der durch das Betriebsgelände führt, ist zwar in städtischer Hand, er durchschneidet aber das Areal des Sägewerkes. Dort kommen immer wieder Gabelstapler aus den Hallen und treffen mit den Radfahrern zusammen.

Der Radverkehr habe aufgrund eines geänderten Freizeitverhaltens und der Umstellung vieler Verkehrsteilnehmer zu Coronazeiten auf der Strecke enorm zugenommen, sagt Ralf Sinning, Geschäftsführer des Holzbaubetriebes. „Die Leute fahren zu jeder Tages- und Nachtzeit bei uns vorbei“, sagt er. Ralf Sinning betont, dass er gar nichts gegen den Radverkehr habe. Er sieht allerdings auch die Gefahren, die die Situation mit sich bringt: „Wir weisen unsere Leute immer darauf hin“, sagt er. „Deshalb stellen wir schon Warnbaken auf.“ Sinning geht davon aus, dass die Radwegumlegung wieder in Baunatal auf die Tagesordnung kommen wird. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“ (Sven Kühling)

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