Corona-Impfung in Stadt und Landkreis Kassel

Baunataler Seniorinnen sorgen sich um Gesundheit Älterer

Post vom Innenministerium: Ines Simon (links) und Doris Wagner aus Baunatal machen sich seit Tagen Gedanken über die Fahrt zum Impfzentrum nach Kassel beziehungsweise nach Calden.
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Post vom Innenministerium: Ines Simon (links) und Doris Wagner aus Baunatal machen sich seit Tagen Gedanken über die Fahrt zum Impfzentrum nach Kassel beziehungsweise nach Calden.

Wenn das Gespräch auf die Impfung von über 80-Jährigen gegen das Coronavirus gelenkt wird, dann ist bei Ines Simon (81) und Doris Wagner (76) aus Baunatal immer wieder eine gewisse Ratlosigkeit in den Gesichtern abzulesen.

Baunatal - Die rüstigen Seniorinnen Ines Simon und Doris Wagner aus Altenbauna und Großenritte befassen sich seit Tagen mit kaum einem anderen Thema. Simon will sich bald gegen Corona impfen lassen und Wagner berät viele ihrer Mitstreiterinnen vom Reha-Sport des KSV Baunatal zu der anstehenden Immunisierung.Viele Frauen und Männer aus ihrem Umfeld seien über 80, sagen Simon und Wagner. Einige hätten Asthma oder die Lungenkrankheit COPD. „Doch wie sollen die nach Calden kommen?“, fragen sie. Die Seniorinnen halten den Aufwand für die Fahrt von Bürgern aus dem ländlichen Raum zum Impfzentrum des Landkreises für nahezu unzumutbar. Simon, die auch im Baunataler Seniorenarbeitskreis mitwirkt, schildert das so: Sie müsste mit der Bahn von Baunatal zum Kasseler Königsplatz fahren, dann mit dem Bus 100 von der Mauerstraße weiter nach Calden und dann mit dem Shuttle weiter zur Impfhalle am alten Flugplatz. „Und wie sieht dann die Rückreise aus?“, fragt Wagner und deutet damit die Belastung für Ältere mit Vorerkrankungen an.

Ines Simon hat bereits Post vom Innenministerium mit dem Angebot zum Impfen bekommen. Auf der aufgedruckten Landkarte sei zwar das Impfzentrum am Auestadion in Kassel aufgezeichnet. „Der Standort Calden fehlt noch.“ Jetzt hoffen die Baunatalerinnen auf einen Termin im Zentrum am Auestadion.

Immerhin: Ines Simon hat unter der ursprünglich von den Behörden zur Terminvereinbarung beworbenen Telefonnummer 116 117 gleich zum Start am Dienstag jemanden erreicht. „Dann wurde ich zig Mal weiterverbunden“, schildert sie die Situation. Letztendlich habe sie die Nummer 06 11/50 58 88 bekommen. Auch da habe sie einen echten Menschen erreicht, der sie aber auf den 19. Januar vertröstet habe. Geärgert habe sie sich in dem Telefonwirrwarr darüber, dass sie mitten im Gespräch aufgefordert worden sei, eine Bewertung des Telefongespräches abzugeben, erzählt die 81-Jährige.

Die beiden Baunatalerinnen machen sich jetzt besonders Sorgen um ihre älteren Mitbürger, „die alleine leben“. Da gebe es beispielsweise am Baunsberg viele – und deren Muttersprache sei nicht immer Deutsch. „Die haben früher bei VW gearbeitet“, berichtet Simon. Darunter seien Türken, Polen und Russen. „Bekommen die den Brief der Landesregierung in ihrer Muttersprache?“, fragen sich die Baunatalerinnen. Eine Antwort vom Innenministerium gab es gestern bis Redaktionsschluss nicht.

Ines Simon und Doris Wagner wollen sich jedenfalls weiter für andere Senioren einsetzen und diesen helfen. (Sven Kühling)

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