Tolle Stimmung trotz Niederlage

Von Biervorrat, Stau und Schlachtrufen – alles rund um das Pokalspiel des KSV Baunatal gegen Bochum

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Der Führungstreffer für den KSV ist gefallen: Großer Jubel bei Felix Lichau aus Fuldabrück (vorn rechts, im lila T-Shirt) über das 2:1 der Baunataler.

Das große Spektakel rund um das Pokalspiel des KSV Baunatal gegen den VfL Bochum beginnt schon einige Stunden vor dem Anpfiff. 

Frühzeitig reisen die Fans aus dem Ruhrpott mit Bussen und Autos an und säumen mit ihren blau-weißen Trikots, Fahnen und Spruchbändern die Straßen rund um das Parkstadion.

Mit dem eigenen Auto sind auch Kirsten Lendia mit ihrer Tochter Katharina und Monique Aschrich angereist. „Wir sind um 14 Uhr in Hamm losgefahren und freuen uns jetzt auf ein schönes Spiel“, erzählt Kirsten Lendis. „Als eingefleischte Bochumfans fahren wir oft mit zu den Auswärtsspielen.“ Am extra eingerichteten Eingang zum Fanblock treffen die Drei viele Bekannte und es wird schon mal ein Fangesang mit Schalschwingen angestimmt – man ist unter sich.

Am anderen Ende des Stadions ist ebenfalls lange vor Spielbeginn einiges los. Presse und VIP-Gäste werden an einem extra eingerichteten Stand abgefertigt, und Kira Werner vom KSV Baunatal verkauft letzte Tribünenkarten und Fanartikel. „So ein Spektakel haben wir nicht alle Tage“, meint sie und die Hektik am Stand scheint ihr nichts aus zu machen. Ruhig und gelassen beantwortet sie die Fragen eines Journalisten, wo es denn zu den Presseräumen geht und wie er an die Mannschaftsaufstellungen kommt.

8500 Flaschen Bier und 5000 Würstchen

Um die beiden Getränkestände haben sich bereits Dreierreihen gebildet. Geduldig stehen die Fans mit durstigen Kehlen an, um für vier Euro Bier oder Limo in Plastikbechern zu kaufen – einen Euro Pfand gibt es zurück. Karin Schmidt, die für den Biernachschub verantwortlich ist, meint: „Wir haben zirka 8500 Flaschen Bier auf Lager. Mal sehen, ob das reicht“. Und eine Stadionbratwurst gehört natürlich auch dazu. Davon stehen an drei Ständen rund 5000 Stück zur Verfügung, die reißenden Absatz finden.

Wer es etwas komfortabler haben möchte, kommt für 120 Euro an Hartmut Schäfer vorbei und erhält Eintritt in das VIP-Zelt. „Der VIP-Bereich ist eine Auflage des Deutschen Fußball-Bundes“, klärt Schäfer auf. „Im Eintritt ist eine bevorzugte Sitzplatzkarte und Essen sowie Getränke enthalten“. Im gut gefüllten Zelt finden außerdem Offizielle und Sponsoren ihren Platz.

Eine halbe Stunde vor Anpfiff füllen sich langsam die Ränge. Die Bochumer sitzen und stehen in jeweils ausgewiesenen Fanblöcken und singen sich gegenseitig Lieder zu, die die vereinzelten Schlachtrufe der Baunataler übertönen. Auf der Tribüne sitzt auch eine Dame mit ihrem Strickzeug. „Ach wissen Sie“, erzählt Dagmar Koch aus Zierenberg lächelnd, „mein Mann ist Fußballschiedsrichter und ich begleite ihn oft zu seinen Spielen. Gegen die Langeweile nehme ich dann mein Strickzeug zur Hand“.

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2000 mitgereiste Bochumer jubeln für ihre Mannschaft

Als die Spieler beider Mannschaften zum Warmlaufen aufs Feld kommen, wird es deutlich lauter und man könnte meinen, bei einem Bochumer Heimspiel dabei zu sein. Und textsicher sind sie auch: Zur Begrüßung der Gäste wird das Lied „Bochum“ von Herbert Grönemeyer gespielt und die rund 2000 mitgereisten Fans, singen stimmgewaltig mit.

Dann nimmt das Spielgeschehen seinen bekannten Lauf. Enttäuscht über die knappe Niederlage ist am Ende aber keiner so richtig. Felix Lichau aus Fuldabrück meinte nach dem Spiel: „Ich bleibe ein treuer Baunataler Fan. So richtig an einen Sieg hat wohl niemand geglaubt. Aber diese tolle Stimmung mal zu erleben, war den Besuch auf jeden Fall wert.“

Nach dem Spiel rennen die Zuschauer zum Teil zu ihren Fahrzeugen, um dem Abfahrtsstau zu entkommen. Die Bochumer, viele davon mit Reisebussen zum Spiel gekommen, haben es nicht so eilig. Sie sammeln sich am Getränkestand und feiern ihren Sieg.

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