Moderne E-Motoren-Fertigung

VW in Baunatal: 1000 Menschen arbeiten  für den ID.3 - Neues Elektroauto rollte am Montag erstmalig in Zwickau vom Band

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Arbeiten in Baunatal am E-Antrieb für den ID.3: Niklas Kühne (links) und Michael Frey. Bei voller Auslastung sind 1000 Frauen und Männer in der Fertigung vorgesehen.

Als Bundeskanzlerin Angela Merkel und VW-Vorstandschef Herbert Diess am Montag den ersten VW ID.3 im Werk Zwickau entgegengenommen haben, war auch ein guter Teil VW Kassel dabei.

Schließlich kommen nicht nur die 200-PS-starken Elektromotoren für das erste als reines E-Auto konzipierte Modell aus Nordhessen, sondern auch tragende Bau- und Karosserieteile.

Der ID.3 von VW, der kürzlich erst auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt vorgestellt wurde, wird in Zwickau zu einem fertigen Auto zusammengesetzt. Bis zu 500.000 Motoren und Plattformteile sollen pro Jahr aus Kassel in das sächsische Produktionswerk von Volkswagen geliefert werden. „Alle Bauteile sind im Werkverbund der Volkswagen-Konzern-Komponente perfekt aufeinander abgestimmt“, erläutert Olaf Korzinovski, Leiter des VW-Werk Kassel in Baunatal auf Anfrage der HNA. 

„Ich bin stolz auf die engagierten Kolleginnen und Kollegen, die während des Wandels unseres Standortes hin zur Elektromobilität hart am Anlauf mitgearbeitet haben“, sagt er zum Umbau der Produktion in Kassel. So wurde beispielsweise in der Halle 1 ein Großteil der Fertigungslinie für das bewährte Handschaltgetriebe MQ 250 abgebaut und eine moderne E-Motoren-Fertigung für den ID.3 an gleicher Stelle installiert.

VW-Werk Kassel: Zahlreich Mitarbeiter aus dem bisherigen Getriebebau wurden umgeschult

200 PS stark: Der E-Motor für die ID.3-Modelle kommt aus Baunatal. Kürzlich wurde er bei einer Betriebsversammlung den Beschäftigten neben einem Konzeptmodell des ID-Crozz präsentiert.

„Wir in Kassel haben bei den E-Antrieben seit rund zehn Jahren den Fuß in der Tür und damit einen guten Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb“, betont Korzinovski. Bis zu 1000 Mitarbeiter sind laut VW-Sprecher Alexander Gautsche bei voller Auslastung an der Teile-Produktion für den ID.3 beteiligt. Die automatisierte Fertigung laufe bereits auf Hochtouren, sagt er.

Gebaut werden Teile des Rahmens für den Batteriekasten, Dämpferaufnahmen, Querträger und der Tunnel. Im Bereich der Warmumformung seien eigens für die neue Plattform, den sogenannten Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) Pressen modernisiert worden, betont der Volkswagen-Sprecher. „Jedes Werkzeug presst zeitgleich zwei identische Teile.“

Auch Europas größte Aluminiumgießerei im VW-Werk Kassel ist beteiligt

Dort werde das Zwischengehäuse für den Antrieb gegossen. Das Verfahren spiele eine entscheidende Rolle für den Leichtbau des Motors. „Das antriebstechnische Kraftpaket wiege nur 90 Kilogramm, leiste aber 150 Kilowatt (knapp über 200 PS).“

Positiv bewertet auch der Betriebsrat in Baunatal den Fertigungsbeginn. „Unsere Kolleginnen und Kollegen am Standort treiben die E-Mobilitäts-Innovationen stetig voran“, sagt Vorsitzender Carsten Bätzold auf Anfrage. Mit dem Start der Produktion in Zwickau werde nun sichtbar, „was wir hier in Kassel in der vergangenen Zeit in Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat, Management und Mitarbeitern erfolgreich ins Laufen gebracht haben.“

Bätzold sieht durch die Beteiligung an der ID.3-Produktion einen Schub für den Erhalt von Arbeitsplätzen am Standort: „Damit sichern wir mit Zukunftsthemen Beschäftigung für Volkswagen Kassel.“ 

Im VW-Werk Kassel werden die Teile für den ID.3 für den gesamten europäischen und nordamerikanischen Markt gefertigt

Die Motoren für China sollen vom chinesischen Standort Tianjin kommen. Beide Werke zusammen sollen ab dem Jahr 2023 eine Kapazität von bis zu 1,4 Millionen E-Antrieben jährlich haben. Die Volkswagen-Konzern-Komponente sei damit weltweit einer der größten Hersteller von E-Antrieben für Fahrzeuge, heißt es aus dem Baunataler VW-Werk.

Update vom 06.11.2019: Seit 45 Jahren arbeiten die Zwillinge Hermann und Alfred Gatzmaga im Baunataler VW-Werk. Im Gespräch mit unserer Zeitung Blicken sie auf diese Zeit zurück.

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