Karriere bei VW

Update in der Ausbildung bei VW: Akademie macht fit für die digitale Zukunft

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Blick in die Ausbildungswerkstatt der VW-Akademie: Auf 630 Quadratmetern lernen durchschnittlich 250 Auszubildende an den Geräten und Qualifizierungsplätzen.

Lauren Krehahn hat es geschafft. Nach dem Realschulabschluss machte der Rotenburger im VW-Werk seine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik (EAT).

Er muss sich dabei ziemlich gut angestellt haben. Denn die eigentlich dreieinhalb Jahre dauernde Regelausbildung wurde aufgrund guter Leistung um ein halbes Jahr verkürzt.

Nun gehört er im Rahmen des Qualifizierungsprogramms zum Talentkreis IT. „VW gibt mir die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln und Aufstiegschancen zu erreichen“, sagt der 22-Jährige. Insgesamt dauert die Ausbildung im Talentkreis noch einmal zwei Jahre. Zehn Teilnehmer lernen dabei in Seminaren und sind in IT-Fachabteilungen im betrieblichen Einsatz.

Im VW-Talentkreis: Lauren Krehahn (22).

Um ihre berufliche Zukunft bei dem Autobauer muss sich eigentlich keiner nach der Ausbildung Sorgen machen. Junge Fachkräfte mit viel Know-how sind begehrt, denn der Konzern tut viel für exzellente Ausbildungsqualität, Dass das auch in Zeiten des digitalen Umbruchs so bleibt, dafür will sich Jens Dembowski einsetzen, der die Akademie seit August leitet.

„Ich bin überzeugt, dass das Lernen die Grundlage des Erfolgs in einem Unternehmen ist“, sagt der 51-Jährige. Das Spannungsfeld an der Akademie hat ihn gereizt: Üben, lernen ein Leben lang und bei allen digitalen Herausforderungen nicht das Basiswissen vernachlässigen. Seit man 1961 im Werk mit der Ausbildung von 28 jungen Leuten begann, hat sich vieles gewandelt. Und das spiegelt sich auch in neuen Ausbildungsgängen. So können ab diesem Jahr erstmals junge Frauen und Männer eine Ausbildung zum IT-System-Elektroniker (ITSE) in der VW-Akademie beginnen. Die Ausbildung umfasst den IT-Bereich genauso wie den eines herkömmlichen Elektronikers.

Karriere bei VW: Digitale Medien immer wichtiger

Der Konzern, der sich bald auch Mobilitätsanbieter nennen will, schätzt die Bedeutung anderer Produktbereiche hoch ein. „Moia“, der Mobilitätsdienst der VW-Tochter, der mithilfe einer Software und einer App funktioniert, ist das Paradebeispiel dafür. Von zentraler Bedeutung wird künftig sein, innerbetrieblich mit digitalen Medien umzugehen. Denn die Vernetzung der Maschinen hat eine entscheidende Bedeutung, erläutert der Unterabteilungsleiter in der Berufsausbildung, Andreas Reiss. So muss sich der Instandhalter ebenfalls updaten und Informationen von Teilen und Maschinen auslesen können, um per Instandhaltungs-App Fehler zu beheben und Maschinen zu reparieren.

Den Herausforderungen in immer schneller werdenden Veränderungsprozessen gerecht zu werden, ist im globalen Wettbewerb entscheidend, sagt Dembowski. Daher sei auch eine starke Akademie mit großer Ausbildungsqualität ein Standortvorteil für den Konzern. Eine Win-win-Situation für beide Seiten. Denn davon profitieren junge Leute wie Lauren Krehahn, auf deren Kompetenz künftig wiederum der gesamte Autokonzern bauen kann.

Ausbildung bei VW abgeschlossen: Weite Wege in das Baunataler Werk

Jens Dembowski ist Leiter der VW-Akademie

„Lernen ist Grundlage des Erfolgs“: Jens Dembowski (51) leitet die VW-Akademie.

Jens Dembowski (51) stammt aus dem westfälischen Hagen. Er hat Maschinenbau im Fachbereich Produktionstechnik studiert und war zunächst beim Automobil-Zulieferer Delphi Automotive beschäftigt. Dembowski war früh im Ausland tätig (Portugal, Brasilien). Seit 2000 arbeitete er im VW-Werk Wolfsburg zunächst in der Entwicklung, dann als Projektleiter bei Volkswagen Bordnetze. Acht Jahre später wechselte er ins Werk Kassel nach Baunatal, wo er für die Getriebeproduktion DQ 200 verantwortlich war.

Vor zwei Jahren wechselte er für Volkswagen als Produktionsleiter ins Ausland, nach Barcelona, wo in einem Satellitenwerk mit 1000 Mitarbeitern das MQ 200 gebaut wird. Seit August leitet Dembowski die VW-Akademie im Werk Kassel in Baunatal. Dembowski ist verheiratet, hat eine Tochter und wohnt in Kassel. Er hört gern Jazz, spielt Saxofon und macht Musik beim VW-Soundorchestra.

Vielfältige Berufsausbildung bei VW

Von 1961 bis 2018 hat das VW- Werk Kassel in Baunatal 11.082 junge Leute ausgebildet. Im aktuellen Jahrgang sind 219 Auszubildende und dual Studierende, insgesamt gibt es derzeit 750 Auszubildende im Werk Kassel. Neben der beruflichen Erstausbildung ist die Weiterbildung das zweite Standbein. Im Durchschnitt 7000 Seminarteilnehmer verzeichnet man jährlich.

Diese Berufsausbildungen werden im VW-Werk Kassel in Baunatal angeboten:

  • Elektroniker für Automatisierungstechnik
  • Mechatroniker
  • Zerspanungsmechaniker
  • Industriemechaniker
  • Fachkraft für Lagerlogistik
  • Werkzeugmechaniker
  • Gießereimechaniker
  • Werkfeuerwehrmann
  • Werkstoffprüfer
  • IT-Systemelektroniker.

Infos im Netz:

vw-karriere.de

Duales Studium: Volkswagen dual

Das duale Studium bei VW heißt Volkswagen dual. Für diese Kombination von Studium und betrieblicher Praxis gibt es je nach Studiengang und Standort zwei Varianten. Entweder kann man parallel zum Studium eine Ausbildung in einem IHK-Ausbildungsberuf absolvieren (ausbildungsintegriert). Oder man wird von Beginn an direkt in für den Studiengang relevanten Fachbereichen eingesetzt (praxisintegriert). Für beide Varianten gilt: Man sammelt praktische Erfahrungen, lernt Organisation und Abläufe kennen. So kann man gleich nach Studienabschluss selbstständig Aufgaben in der Abteilung übernehmen. Denn neben der Vergütung während des Studiums erhält man im Anschluss eine Festanstellung bei VW. 

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