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VW-Werk Kassel: Protest vor dem Werkstor - Leiharbeiter kämpfen für ihre Jobs

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Von: Sven Kühling

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Protest gegen den Rauswurf von knapp 600 Leiharbeitern: Jens Reinhardt (links) und Esref Yilmaz gehen davon aus, dass bald schon wieder Fachkräfte gesucht werden.
Protest gegen den Rauswurf von knapp 600 Leiharbeitern: Jens Reinhardt (links) und Esref Yilmaz gehen davon aus, dass bald schon wieder Fachkräfte gesucht werden. © Sven Kühling

Gegen die geplante Entlassung von 570 Leiharbeitern im VW-Werk Kassel in Baunatal haben Betroffene und Teile der Stammbelegschaft protestiert.

Kassel/Baunatal – Vor dem Haupttor am VW-Werk Kassel in Baunatal versammelten sich am Freitagnachmittag rund 150 Mitarbeiter (vom Veranstalter geschätzt) und äußerten ihren Unmut zu der kürzlich von Werkmanagement und Betriebsrat angekündigten Streichung der Zeitarbeiterstellen bei der Volkswagen-Tochter Autovision zu Ende Februar. „Für die Übernahme aller Leiharbeiterinnen bei VW“ war etwa auf einem Transparent zu lesen. Mehrere Redner äußerten die Befürchtung, dass die Leiharbeiter jetzt entlassen werden, schon bald aber wieder Fachkräfte im Werk benötigt werden.

Das betonen beispielsweise auch Jens Reinhardt und Esref Yilmaz aus der Logistik der Halle 3 a im Gespräch mit der HNA. Sie wollten die von den Verantwortlichen genannten Begründungen für den Rauswurf widerlegen, sagen beide. So werde sich der viel zitierte Halbleitermangel schon im zweiten Quartal wieder entspannen. „Da ist die nächste Halbleiterlieferung in Sicht“, sagt Reinhardt. Insgesamt gebe es Arbeit genug am Standort. „Die Auftragsbücher sind voll“, so Yilmaz. In den ersten fünf Wochen des Folgequartals sei deshalb schon keine Kurzarbeit mehr geplant.

VW Kassel: Leiharbeiter fordern Weiterbeschäftigung

„Es geht nicht, dass die Leute hier einfach rausgesetzt werden“, sagt Mitorganisator Firat Gür. „Die haben Kinder und ein Haus.“ Einer von ihnen ist beispielsweise Daniel Schon. „Ich habe ein Haus gekauft und habe zwei Kinder“, sagt der 35-Jährige aus Schauenburg. Da nütze ihm ein Stellenangebot bei Porsche in Stuttgart nichts. Daniel Schon fordert deshalb, dass die Verträge in Baunatal verlängert werden. „Das Beste wäre aber eine Festanstellung.“ Ein anderer ruft dann die Kollegen über Lautsprecher auf: „Kämpfen, kämpfen, kämpfen.“ (Sven Kühling)

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