Digitalisierung: Werk Kassel in Baunatal wird in Projekt "Industrial Cloud" eingebunden

VW: Maschinen melden sich per App

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Arbeit an hoch technisierten Maschinen: Hier ist ein Mitarbeiter im Baunataler VW-Werk zu sehen, der in der Produktion des Direktschaltgetriebes DL 382 eingesetzt ist. Alle Anlagen in den Fabriken sollen künftig über Apps überwacht werden. 

Baunatal – Das VW-Werk Kassel in Baunatal wird in das aktuell größte Digitalisierungsprojekt des Volkswagenkonzerns eingebunden. Sämtliche Maschinen und Produktionsanlagen in der Fabrik sollen künftig digital überwacht werden.

Der nordhessische Standort werde als einer von insgesamt 15 Werken der Marken Audi, Seat, Skoda, Volkswagen Pkw, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Porsche und der Komponente in diesem Jahr an die sogenannte „Industrial Cloud“ angebunden, heißt es in einer Mitteilung aus der Zentrale in Wolfsburg.

„Mit der Anbindung an die weltgrößte Industrial Cloud macht des Komponenten Werk Kassel einen großen Schritt in die Digitalisierung der Zukunft“, betont Baunatals Werksprecher Heiko Hillwig .

„Daten von mehreren hunderttausend Maschinen und Anlagen werden im sogenannten „Brown-Field“-Ansatz von Sensoren erfasst und von standardisierten Apps in der Cloud analysiert“, heißt es in der Mitteilung des Konzerns zum Gesamtprojekt. Jede Maschine, Anlage und jedes System werde manuell angeschlossen und bei älteren Anlagen zum Teil auch noch mit Sensoren versehen. „In der Endausbaustufe dürfte die täglich ausgewertete Menge an Informationen in der Größenordnung des Datenvolumens einer mittleren deutschen Kleinstadt liegen.“ Derzeit seien rund 220 Experten im Konzern mit dem Projekt befasst – die Zahl soll bis Ende 2020 auf rund 500 steigen.

Ziel der Industrial Cloud sei es, die Effizienz der Werke weiter zu steigern und die Produktionskosten zu senken, heißt es. Im vergangenen Jahr wurden bereits die ersten drei Werke angebunden. In einem ersten Schritt habe der Konzern 15 verschiedene Anwendungen definiert, die nun als Apps standardisiert für alle Werke zur Verfügung stehen. Schwerpunkte liegen unter anderem im Bereich der vorausschauenden Wartung der Maschinen und der Reduzierung von Nacharbeiten an Fahrzeugen durch künstliche Intelligenz (KI). Allein durch Hilfe der ersten 15 Anwendungen werde eine Kostensenkung von rund 200 Millionen Euro bis 2025 erwartet.

Im Werk Kassel soll es mit der Einrichtung der Maschinen schon bald losgehen. „Wir werden in naher Zukunft die erste Anlage ans Netz bringen, um Erfahrungen für den weiteren Ausrollprozess zu sammeln, sagt Werksprecher Hillwig. Der Standort erhoffe sich durch Optimierungen der Fertigungsprozesse in der fortgeschrittenen Ausbaustufe eine Produktivitätssteigerung im zweistelligen Bereich.

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