Nach Hilfsangebot durch die Bundesregierung

Wandel im VW-Werk in Baunatal - Keine Kurzarbeit notwendig?

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Der Motor für den neuen ID.3 von VW wird im Werk Kassel in Baunatal gebaut: Der Wandel zur Elektromobilität bringt auch Veränderungen in der Arbeitswelt mit sich. Darüber wurde jetzt im Kanzleramt in Berlin gesprochen. Das Bild zeigt einen ID.3 vor der Nordfassade der Baunataler Fabrik. 

Kurzarbeit im VW-Werk in Baunatal nach Hilfsangeboten durch die Bundesregierung? Dazu hat der VW-Betriebsrat in Baunatal eine klare Position.

  • VW-Betriebsrat in Baunatal spricht sich gegen Kurzarbeit aus
  • In VW-Werk in Baunatal laut Betriebsrat keine Kurzarbeit notwendig
  • 200 Leiharbeiter werden im VW-Werk in Baunatal übernommen

Auch das VW-Werk Kassel in Baunatal steckt Mitten in diesem Wandel. Mitarbeiter aus dem Getriebebau werden seit Monaten umgeschult für die Produktion von Elektromotoren.

Doch sind staatliche Hilfen, wie von der Regierung versprochen, etwa für die Erleichterung von Kurzarbeit und für die Qualifizierung von Mitarbeitern für die neue Technik am nordhessischen Standort mit 17.000 Beschäftigten dringend nötig? Der Betriebsrat in Baunatal sagt „Nein“. Das Werk sei gut ausgelastet. Kurzarbeit stehe deshalb in keinem Bereich an.

In VW-Werk in Baunatal Kurzarbeit notwendig?

„Wir haben eine so hohe Auslastung, dass das nicht notwendig ist“, sagt Baunatals Betriebsratsvorsitzender Carsten Bätzold auf Anfrage. „Wir brauchen keine Kurzarbeit.“

Das Werkmanagement äußert sich nicht so klar. „Wir sind mit vorhandenen und zukunftsfähigen Produkten geplant gut ausgelastet, sagt Werksprecher Heiko Hillwig lediglich. Auf die Fragen, ob bereits Kurzarbeit für einzelne Bereiche angedacht sei und wie viele Mitarbeiter schon auf die neue Antriebstechnik umgeschult worden seien, sagt der Sprecher nichts. 

VW-Sprecher aus Baunatal verweist auf Transformation 

Lediglich einen allgemeinen Satz zum Stand der Dinge im Werk äußert er: „Der Standort Kassel der Volkswagen Konzern Komponente setzt die Transformation des Konzerns hin zum führenden Anbieter von E-Mobilität mit innovativen Produkten, optimierten Prozessen und gut qualifizierten Mitarbeitern kontinuierlich um.“

Einen leichten Rückgang bei der Mitarbeiterzahl muss der Betriebsrat doch jetzt schon verkraften. Ende Januar müssen knapp 100 Leiharbeiter VW in Baunatal verlassen. Diese werden, wie schon im Dezember angekündigt, jetzt abgemeldet, erläutert Betriebsratschef Bätzold.

VW-Mitarbeiter in Baunatal orientieren sich teils neu 

Etwa 20 Betroffene hätten sich schon im November für einen Jobwechsel interessiert und bereits Gespräche mit möglichen neuen Arbeitgebern geführt. Möglichkeiten eröffneten sich bei anderen Unternehmen – etwa bei Porsche in Zuffenhausen und Airbus in Hamburg. Die hätten Interesse an der Übernahme von Beschäftigten angemeldet.

Für die restlichen 443 Leiharbeiter aus der Produktion gibt es zumindest Hoffnung auf eine dauerhafte Beschäftigung im VW-Werk Kassel. 200 Mitarbeiter, so Bätzold, werde man bis zum September auf befristete echte VW-Stellen übernehmen. Die restlichen 243 Zeitarbeiterverträge stehen dann im Herbst zu einer möglichen Verlängerung an. 

Darüber solle ab März verhandelt werden, erläutert der Arbeitnehmervertreter. Die Zukunft der Jobs hänge aber an der Nachfrage nach dem Hybridgetriebe DQ 400e und dem E-Motor für den ID.3. Beides wird in Baunatal gefertigt.

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