Produktionszweige sollen wegfallen

Kahlschlag im VW-Werk Baunatal? Rund 10.000 Jobs in Gefahr

Wie geht es weiter im Baunataler VW-Werk? Die städtische CDU rechnet mit einem deutlichen Abbau von Arbeitsplätzen in den nächsten 15 Jahren. Hier im Bild die Nordfassade mit Schriftzug des VW-Werk Kassel in Baunatal.
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Wie geht es weiter im Baunataler VW-Werk? Die städtische CDU rechnet mit einem deutlichen Abbau von Arbeitsplätzen in den nächsten 15 Jahren.

Im VW-Werk Baunatal könnten 10.000 Jobs in Zukunft abgebaut werden. Grund ist unter anderem der Wegfall von gewissen Produktionszweigen.

Baunatal - Die CDU im Baunataler Stadtparlament rechnet damit, dass im hiesigen VW-Werk in den nächsten 15 Jahren rund 10.000 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Das sagte Fraktionsvorsitzender Sebastian Stüssel am Montag im Stadtparlament, als es um einen Antrag der SPD zur Zukunft der Industrie in Baunatal ging. Es sei bekannt, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende, dass die Zahl der Beschäftigten im Zuge des Umbaus zur E-Mobilität von 17.000 auf 7500 abgeschmolzen werde.

VW-Werk Baunatal: Umstrukturierung geplant - Aussagen decken sich mit denen von Bätzold

Doch woher stammen die Zahlen des CDU-Politikers? Diese Prognose habe der frühere Werkleiter Thorsten Jablonski in einem Gespräch gegenüber seiner Fraktion abgegeben, so Stüssel auf Anfrage. Im Zuge des Ausbaus der E-Motorenfertigung werde der Standort personell umstrukturiert, habe es geheißen. Die in Baunatal ansässigen Produktionszweige Getriebebau und Abgasanlagenfertigung würden für Elektroautos nicht mehr gebraucht.

Die Angaben Stüssels entsprechen in etwa auch den Erwartungen, die Baunatals VW-Betriebsratsvorsitzender Carsten Bätzold im Sommer 2020 bereits äußerte. In einem Interview mit unserer Zeitung ging Bätzold davon aus, dass bis zum Jahr 2030 im Baunataler Werk zwischen 5000 und 8000 Arbeitsplätzen wegfallen werden.

Folgen einer Transformation: Wandel im VW Werk Baunatal soll nachhaltig vonstattengehen

Die von Stüssel genannten Zahlen könne das Werkmanagement so nicht bestätigen, sagt Werksprecher Heiko Hillwig gestern. „Volkswagen befindet sich in einer umfassenden Transformation und hat sich gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung zum Ziel gesetzt, den Wandel hin zu neuen Technologien so nachhaltig und gleichzeitig effizient wie möglich zu gestalten“, so Hillwig.

Personalanpassungen fänden entlang der demographischen Entwicklung sozialverträglich statt. Und: „Unternehmensleitung und Betriebsrat haben sich auf eine Beschäftigungssicherung an allen Standorten bis 2029 geeinigt.“ (Sven Kühling)

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