Es bleibt vorerst bei 219 Auszubildenden

Trotz Sparprogramm bei VW: Kein Abbau von Ausbildungsstellen in Baunatal

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Um ihre Nachfolger geht es: Diese jungen Frauen und Männer begannen 2018 mit einer Ausbildung bei VW in Baunatal. In den beiden nächsten Jahrgängen soll es bei der gleichen Anzahl von Neustartern bleiben. 

Das VW-Sparprogramm wird vorerst keine Auswirkungen auf die Zahl der Ausbildungsstellen in Baunatal haben. Das bestätigte der Leiter der Baunataler VW-Werk Akademie.

Im VW-Werk Kassel in Baunatal beginnen jährlich 219 junge Frauen und Männer eine Ausbildung, an allen deutschen Standorten sind es 1400. Dabei werde es trotz des VW-Sparprogramms in den nächsten beiden Jahrgängen auch bleiben, sagt Jens Dembowski, Leiter der VW-Akademie in Baunatal, im Gespräch mit der HNA. Zu einem Abbau bei der Ausbildung gebe es keine Entscheidung, betont er.

Auch Baunatals Betriebsratschef Carsten Bätzold bestätigt diesen Sachstand. „Es gibt einen Tarifvertrag, der gilt“, sagt er. Es herrschten zwar beim Vorstand Begehrlichkeiten, bei der Ausbildung zu sparen, aufgrund des gültigen Tarifvertrages gebe es aber keine Debatte. Und: Der Vertrag sage auch, dass alle Auszubildenden nach Ende der Lehre auf eine feste Stelle übernommen werden. VW befinde sich in einem großen Transformationsprozess, betont der Betriebsrat mit Blick auf den Umbruch vom Auto mit Verbrennungsmotor hin zum Elektroantrieb. Man könne nicht auf der einen Seite über einen Fachkräftemangel klagen, und dann nicht ausbilden.

Ausbildung im VW-Werk: An Standorten muss investiert werden

Der Tarifvertrag läuft noch bis Ende 2020. Akademie-Leiter Jens Dembowski geht davon aus, dass danach über den Umfang der Neueinstellungen diskutiert wird. „Ich rechne damit, dass das auf den Prüfstand kommt.“ Und wo geht die Reise der Ausbildung im Baunataler Werk grundsätzlich hin? „Wir werden gute Qualität brauchen“, unterstreicht Dembowski. 

Die Mitarbeiter, die im VW-Werk in Baunatal in der Halle 1 demnächst die neuen E-Antriebe bauen, seien hoch qualifiziert. „Transformation hat mit Qualität zu tun.“ Der Akademie-Leiter sagt aber auch, dass man für die entsprechende Ausbildung an den Standorten investieren müsse. „Wir brauchen eine andere Lern-Software, wir brauchen neue Labore.“

VW Werk Baunatal: Menschen mit Faible für IT und E-Mobilität gesucht

Überhaupt spielt die Digitalisierung in der Ausbildung am Standort eine immer größere Rolle. „Wir werden alle Azubis mit iPads ausstatten“, erläutert der Akademie-Chef. „Es wird eine Vernetzung im Lern-Alltag geben.“ Wie wichtig die Entwicklung von Soft- und Hardware künftig für den Autobau sein wird, hatte VW-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess kürzlich in Wolfsburg betont. „Software wird in Zukunft das Auto prägen“, sagte Diess während der Jahrespressekonferenz. Sie nehme einen immer größeren Teil der Wertschöpfung ein. „90 Prozent der künftigen Innovationen im Auto entstehen in diesem Bereich.“

Jens Dembowski macht deshalb auch keinen Hehl daraus, dass VW mehr Bewerber aus diesem Bereich benötige. „Wir suchen Menschen mit Faible für IT und E-Mobilität. Mathematiker und Physiker sind gefragt.“

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