Neuer Sara-Nussbaum-Preis: Bewerbungen bis 7. Februar

VW-Werk sucht Initiativen für Respekt und Toleranz

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Namensgeberein für den Preis: Sara Nussbaum wurde 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort rettete sie zahlreichen Mitgefangenen das Leben. 

Kassel/Baunatal – Die Themen Respekt und Toleranz stehen im Zentrum eines neuen Preises, den das VW-Werk Kassel in Baunatal ins Leben ruft.

Namensgeberin ist die Kasseler Ehrenbürgerin Sara Nussbaum, die von den Nazis 1942 zusammen mit 752 anderen jüdischen Bürgern Kassels ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde. Dort bewahrte die Krankenschwester durch ihren mutigen Einsatz in der Krankenstation viele Mithäftlingen vor dem Abtransport nach Auschwitz und rettete ihnen somit das Leben.

Bewerben für den Sara-Nussbaum-Preis können sich Schulen, Vereine und Initiativen – etwa aus den Bereichen Kultur und Sport. Der Preis stehe für Respekt und gegen Extremismus, erklärt Jens Dembowski, Leiter der VW-Akademie in Baunatal, die den Rahmen mit der Jungend- und Auszubildendenvertretung schafft. Schirmherr ist Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle.

Mit dem Preis sollen insbesondere Schüler und Auszubildende im Alter von 14 bis 25 Jahren aus Kassel und Umgebung angesprochen werden. „Wir wollen Projekte finanziell fördern“, betont Dembowski. 3000 Euro stehen der Jury insgesamt zur Verfügung. Noch offen sei, wie viele Preisträger letztendlich unterstützt werden. Anmeldungen – „mit einem ersten Rahmenkonzept“ – sind noch bis zum 7. Februar möglich (siehe Hintergrund). Auch bereits bestehende Initiativen können sich bewerben. „Wir haben eine klare Haltung: In einer demokratischen Gesellschaft darf es keinen Platz für Rassismus, Judenfeindlichkeit und Gewalt gegen Andersdenkende geben. Wir gaben unserem Projekt diesen Namen, um diese mutige Frau zu ehren“, ergänzt Betriebsratschef Carsten Bätzold.

Die Initiatoren sehen den Preis auch in logischer Folge des Engagements von VW bei der Aufarbeitung der eigenen NS-Vergangenheit. Seit 1986 betreibt VW in Auschwitz etwa eine Internationale Jugendbegegnungsstätte. Regelmäßig sind auch Azubis aus dem Werk Kassel dort aktiv, um das Konzentrationslager als Gedenkstätte zu erhalten – so jüngst im Sommer 2019. Vor genau 75 Jahren wurde Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit.

HINTERGRUND

Bewerbungen für den Sara-Nussbaum-Preis gehen bis 7. Februar an die Jugend- und Auszubildendenvertretung im VW-Werk Kassel in Baunatal, E-Mail: samet.basci@volkswagen.de Ein weiteres Zeichen im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Diskriminierung soll es am Mittwoch, 5. Februar, ab 18 Uhr bei einem Abend im Sara-Nussbaum-Zentrum in Kassel, Ludwig-Mond-Straße 127, geben. Unter anderem spricht der Kasseler Historiker Dietfrid Krause-Vilmar. Und Azubis von VW berichten über ihre Arbeit in der Gedenkstätte in Auschwitz.

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