Bilanz der Energiebeauftragten

Wärmebildkamera ist der Renner bei Hausbesitzern und Käufern in Baunatal

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Wärmeverluste sichtbar gemacht: Saskia Skaley erklärt Hausbesitzern, wie man die Thermographie-Kamera einsetzt, am besten in einer kalten Nacht, damit die Temperaturunterschiede an der Fassade gut erkennbar sind. 

Nach einem Jahr Arbeit zieht die neue Energiebeauftragte der Stadt Baunatal, Saskia Skaley, eine erste Bilanz.

Energiesparen fängt bei den eigenen Verhaltensweisen an. Daran erinnerte Saskia Skaley, seit rund elf Monaten neue Energiebeauftragte der Stadt Baunatal die Rathaus-Mitarbeiter kurz vor Weihnachten: Die lieben Kollegen sollten doch bitte die Heizkörper über die Feiertage herunterdrehen. 

Garniert hatte sie diese Aufforderung mit einem witzigen Comic. Daneben hatte sie – was private Hauseigentümer angeht – vor allem mit dem Thema energetische Sanierung zu tun. Ein gutes Dutzend Beratungstermine habe sie in 2018 gehabt, dazu viele telefonische Anfragen von Leuten, die beispielsweise im Baumarkt auf eigene Faust nach Möglichkeiten suchen, der Energieverschwendung im ihrem Haus Einhalt zu gebieten.

Unter den Ratsuchenden seien sowohl Eigentümer, die ihr in die Jahre gekommenes Haus modernisieren, dämmen oder zumindest die veraltete Heizung austauschen wollen, als auch Käufer gebrauchter Immobilien, die nach Wegen suchen, ihrem Gebäude den Energiehunger abzugewöhnen. Heiß begehrt ist dabei ein teures Utensil, das Skaley in ihrem Büro verwahrt. Eine Thermographie-Kamera.

Mit ihr kann man die Schwachstellen eines Gebäudes identifizieren. Die Bilder der Kamera leuchten in Rot-, gelb- und Grüntönen. „Je kälter die Farbe, desto besser“, erklärt Skaley. Warmes Rot auf dem Dach oder um die Fensterlaibung zeigt dagegen, dass hier zuviel Heizwärme entweicht. Die Stadt Baunatal verleiht diese Kamera an Hausbesitzer kostenlos. Doch bis in den Herbst hinein sei sie bereits ausgebucht, berichtet die Energiebeauftragte.

Skaley, die regelmäßig im Büro des Stadtmarketing Termine anbietet, hat noch Kapazität für weitere Beratungen. „Es ist noch Luft nach oben“, sagt sie. Das zeigt sich schon daran, dass der Zuschusstopf der Stadt Baunatal für energetische Sanierungen vergangenes Jahr längst nicht ausgeschöpft wurde. Das mag daran liegen, dass die 500 Euro, die es von der Stadt gibt, wenn ein Hausbesitzer sich professionell beraten lässt und eine Maßnahme zur energetischen Sanierung umsetzt, nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Denn wer eine energetische Sanierung vom Staat fördern lassen will, muss schon für die Analyse durch einen Energieberater tief in die Tasche greifen. Das könne schon mal 1400 Euro kosten, berichtet Skaley.

Sie macht nur die Erstberatung und stellt Listen mit Kontaktadressen zur Verfügung. Sie schätzt, dass eine Reihe von Hausbesitzern auf Förderung verzichtet, vor allem, wenn es um den Austausch von Fenstern geht. „Die nehmen Geld in die Hand und machen“, sagt sie.

Nachfragen nach Photovoltaik, Wärmepumpen oder die Nutzung von Geothermie erhält Skaley kaum. Das seien ohnehin „Sahnebonbons“ für ein Haus, das bereits auf einem guten Stand sei. Ob eine Photovoltaikanlage sich rechne, könne man auch selbst online über das Solarkataster Hessen herausfinden.

Termin: Nächste Beratung von Skaley am 28. März, 15.30 bis 17.30 Uhr , im Stadtmarketing Baunatal, Kontakt: saskia.skaley@stadt-baunatal.de, Tel. 0561/4992418.

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