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Nach Waldbrand bei Baunatal: Boden war nachts noch 500 Grad heiß

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Von: Sven Kühling

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Baunatal/Fuldabrück. Die ganze Nacht zum Dienstag hindurch haben hunderte Feuerwehrleute noch gegen Glutnester infolge des Waldbrands bei Rengershausen gekämpft.

Nach Angaben von Baunatals Erster Stadträtin Silke Engler herrschten auf dem Waldboden teilweise noch Temperaturen von 500 Grad. „Die ganze Nacht wurden Unmengen von Wasser dort aufgebracht“, sagt sie im Gespräch mit der HNA.

Rund 700 Helfer von allen Wehren aus dem Landkreis Kassel und dem Schwalm-Eder-Kreis sowie von DRK, THW und Polizei waren an dem Einsatz an dem steilen Hang oberhalb der ICE-Strecke Kassel-Fulda und der Main-Weser-Bahn seit Montag gegen 14.30 Uhr beteiligt. Die Regionalstrecke der Bahn wurde wegen des Feuers bereits am Nachmittag gesperrt, die ICE-Verbindung war am Montagabend für etwa zweieinhalb Stunden unterbrochen worden.

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Gleisarbeiten: Seit einigen Tagen wird an der Main-Weser-Bahn gearbeitet. Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist es möglich, dass das Feuer von dort ausging. Foto: Klaus-Peter Lorenz

Auch am Dienstag blieb die Main-Weser-Bahn nach Angaben der Ersten Stadträtin zumindest bis zum Abend dicht. „An der Bahnstrecke liegen die Schläuche“, nennt Engler den Grund. Die ICE-Züge rollten ab Montag gegen 19.30 Uhr wieder. Im Bereich des dortigen Tunnelausgangs fuhren die Züge wegen der Löscharbeiten nur mit geringerem Tempo. Am Bahnhof Wilhelmshöhe herrschte am Montagabend Hektik, weil zahlreiche ICE-Verbindungen ausgefallen waren.

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Wasser aus der Luft: Am späten Nachmittag war auch ein Löschhubschrauber über der Brandstelle im Einsatz. © Tina Hartung

Die Brandursache steht laut Klaus Arend von der Bundespolizei in Kassel noch nicht hundertprozentig fest. Dass das Feuer von einer Gleisbaustelle in diesem Abschnitt ausgegangen ist, sei Gegenstand der Ermittlungen der Bundespolizei, so der Sprecher. „Das ist ein Ansatzpunkt.“ Möglich sei auch immer, dass eine weggeworfene Zigarette oder die heiß gelaufenen Bremsen eines Zuges einen Brand auslösen können.

Löschwasser für den Waldbrand kam am Montagabend auch aus der Luft. Laut Engler war ein Hubschrauber der Landespolizei in Egelsbach im Einsatz. „Das Wasser wurde aus der Fulda geholt und dann zielgenau abgeworfen.“

Video: Der Stand am späten Nachmittag

Wegen der großen Hitze kamen die Feuerwehrleute teilweise an ihre Grenzen. Laut Engler wurden diese ständig mit Getränken versorgt. Der Versorgungszug des DRK schmierte Brötchen. „Wir haben es geschafft, die Westfalentankstelle leer zu kaufen.“ Und: „Bei 700 Einsatzkräften reichen nicht 200 Brötchen, da braucht man 1000.“

Einige Anwohner von Fuldabrück wunderten sich, warum die örtliche Feuerwehr nicht zu dem Einsatz vor der Haustür alarmiert wurde. Schließlich sind es von Denn-/Dittershausen nur einige hundert Meter zum Einsatzort. Nicht alle Nachbarwehren würden gleichzeitig alarmiert, erläuterte Engler. So seien die Wehren aus Fuldabrück im Austausch mit anderen Kräften am Dienstagnachmittag angefordert worden.

Hier liegt Fuldabrück-Dittershausen

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