Bei sechsstreifigem Ausbau

Wand soll Rengershäuser künftig vor Lärm der A44 schützen

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Massiver Lärmschutz: Diese Wände sind jüngst an der A7 bei Lohfelden entstanden. Eine ähnliche Schutzeinrichtung könnte es auch bei Rengershausen geben, wenn die A 44 sechsspurig ausgebaut wird. 

Der Baunataler Stadtteil Rengershausen bekommt Autobahnlärm gleich von zwei Seiten ab – von der A44 im Osten und von der A49 im Norden. Künftig soll eine Wand Abhilfe schaffen.

Sollte die A44 sechsspurig ausgebaut werden, soll eine 925 Meter lange und sechs Meter hohe Lärmschutzwand die Menschen künftig zumindest etwas vor dem Dauerbrummen schützen. Das berichtete Baunatals Bürgermeister Silke Engler (SPD) am Montag im Stadtparlament.

Die Information über den geplanten Lärmschutz sei bei einem Besprechungstermin zur Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens für den sechsstreifigen Ausbau beim Regierungspräsidium bekannt geworden, so Engler auf eine Anfrage des CDU-Stadtverordneten Gerhard Sell. „Die Stadt Baunatal wird im Zuge des weiteren Verfahrens ausreichende Lärmschutzmaßnahmen für den Streckenabschnitt bei Rengershausen einfordern“, sagte die Bürgermeisterin weiter. Wann der sechsspurige Ausbau der Autobahn allerdings komme, könne sie nicht sagen.

Laut der Verkehrsbehörde Hessen Mobil ist die Planung dieses A44-Abschnittes an den Neubau der Bergshäuser Brücke gekoppelt. Verantwortlich ist die Planungsgesellschaft Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und bau GmbH). Die hatte kürzlich verkündet, die Vorzugsvariante für den Neubau der Bergshäuser Brücke bis zum Jahresende zu präsentieren. Egal, welche Variante für die Brücke über die Fulda kommt, die knapp einen Kilometer lange Lärmwand sei für alle Varianten vorgesehen, erläuterte Baunatals Bürgermeisterin.

Und so äußert sich die Deges grundsätzlich zum Planungsstand für den sechsstreifigen Ausbau des Abschnittes: Die Einhaltung der maßgebenden Grenzwerte gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz sei mit bautechnischen Einrichtungen (zum Beispiel Lärmschutzwänden) für Rengershausen möglich, betont Lutz Günther, Sprecher der Deges, auf Anfrage.

„Genauere Aussagen zur Länge und zur Höhe der voraussichtlich zu errichtenden Lärmschutzwände bedürfen jedoch noch einer weitergehenden Detailplanung“, sagt der Sprecher. „Im Verlauf des Jahres 2019 sind hier genauere Erkenntnisse zu erwarten, die dann bis zur späteren Erstellung der Planfeststellungsunterlagen fortgeschrieben werden.“

Übrigens: Noch mehr Lärm für die Einwohner Rengershausens befürchtet das Baunataler Rathaus durch die Umwidmung des Kasseler Gewerbegebietes Langes Feld in ein Industriegebiet (HNA berichtete). Die Stadt Baunatal habe eine kritische Stellungnahme zu dem Entwurfsbeschluss abgegeben, berichtete Bürgermeisterin Silke Engler auf eine weitere Anfrage von Gerhard Sell in der Stadtverordnetensitzung.

Der Grund für die negative Einschätzung sei, „dass die geplanten Industrieflächen nur 900 Meter von der Wohnbebauung entfernt liegen“. Als Träger öffentlicher Belange in dem Verfahren werde man erneut eine kritische Haltung im Sinne der Einwohner Rengershausens deutlich machen.

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