Stadtmarketingchef über die Absage des Baunataler Nikolausmarktes

„War eine Vernunftsentscheidung“

Kein Nikolausmarkt: Stadtmarketingchef Dirk Wuschko gibt die Weihnachtsbäumchen, die die Buden schmücken sollten, an den Einzelhandel weiter.
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Kein Nikolausmarkt: Stadtmarketingchef Dirk Wuschko gibt die Weihnachtsbäumchen, die die Buden schmücken sollten, an den Einzelhandel weiter.

Stimmungsvolles Licht, weihnachtlich geschmückte Buden, der Duft von Glühwein, Bratapfel und Bratwurst – eigentlich sollte am 3. Dezember der Nikolausmarkt auf dem Baunataler Marktplatz öffnen. Über zehn Tage sollte in der Innenstadt eine besondere, vorweihnachtliche Atmosphäre herrschen. Doch daraus wird nichts.

Baunatal – Rathaus und Stadtmarketing haben den Nikolausmarkt wegen der Corona-Pandemie nach 2020 erneut abgesagt. Über die ganze Arbeit, die an der Großveranstaltung hängt, sprachen wir mit Stadtmarketinchef Dirk Wuschko. „Wir haben den Nikolausmarkt an Familien und Kindern ausgerichtet“, sagt Wuschko zur Philosophie des Weihnachtstreibens in der VW-Stadt. Doch vor allem am Nikolaustag, wo sich teilweise bis zu 1000 Kinder auf dem Platz tummeln, sei das Konzept aufgrund der Pandemie an seine Grenzen gestoßen. „Wir haben gesagt, das können wir nicht machen“, betont Wuschko.

Noch im Oktober sei man davon ausgegangen, dass der Markt in gewohnter Form stattfinden könne, berichtet der Stadtmarketingchef. Dann habe man den Einzug des Nikolauses als erstes abgesagt. Daraufhin habe man die Zahl der sonst üblichen 26 Buden auf 13 abgespeckt. Um das Treiben zu entzerren, sollte der Platz mit einem Gastro-Zelt in der Mitte und einer Eisstockbahn gefüllt werden. Die Stände, die größtenteils von den örtlichen Vereinen betrieben werden, sollten nur in einem Ring außen herum aufgebaut werden. Die Absage des Marktes sei vor allem für die Vereine bitter. „Die finanzieren über die Einnahmen teilweise ihre Jugendarbeit“, erläutert der Stadtmarketingleiter.

Fachrechtlich hätte man den Markt in Baunatal genauso wie den in Kassel noch starten können, so Wuschko. Doch gemeinsam mit Erstem Stadtrat Daniel Jung sei man zu dem Entschluss zur Absage gekommen. „Das ist eine Vernunftsentscheidung.“

Schon im ersten Corona-Jahr 2020 musste der Nikolausmarkt abgesagt werden. „Wir haben vorher fünfmal neu geplant.“ Finanziell sei der jetzige Rückzug nicht so dramatisch. Er rechne mit ein paar Hundert Euro Verlust, sagt der Organisator.

Die Weihnachtsbäumchen, die die Buden schmücken sollten, liegen jetzt verpackt vor dem Stadtmarketing-Gebäude. Die gebe er weiter an den Einzelhandel, sagt Wuschko. Überhaupt leide der Einzelhandel besonders unter der Absage. Denn üblicherweise kauften die Marktbesucher gerne auch parallel in der Innenstadt ein.

Als Ersatz organisiert das Stadtmarketing für die Geschäftleute zumindest eine Video-Aktion. Ab Samstag sollen sich diese mit ihren Angeboten in einminütigen Clips auf allen Social-Media-Kanälen des Stadtmarketings präsentieren können. (Sven Kühling)

Mehr Infos unter

stadtmarketing-baunatal.de

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