20 Jahre Kfz-Zulassungsstelle Baunatal

Beschwerden über Wartezeiten: Rauerer Ton in der Zulassungsstelle Baunatal

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Hier gibt’s die Kennzeichen: In der Kfz-Zulassungsstelle Baunatal ist die Schilderstelle direkt mit im Haus. Naida Sivcevic (links) erhält von Silvia Rietze die Nummernschilder für ihr neues Auto.

Wer sein Auto zulassen möchte, muss in einer Kfz-Zulassungsstelle viel Zeit mitbringen. Die Wartezeiten können eine Stunde betragen, das verärgert einige.

„Es ist wie beim Arzt. Man wartet länger als man dran ist“, sagt Alexandra Ogorodnik, die zusammen mit ihrer elf Monate alten Tochter am Dienstagmorgen den Weg in die Kfz-Zulassungsstelle nach Baunatal fand. Zeit und Geduld ist im Harzweg 15 täglich gefragt. Denn: „Hier herrscht reger Betrieb. Die Zulassungszahlen steigen jedes Jahr“, sagt Frank Storm, Leiter der Zulassungsstelle Baunatal, die am Sonntag 20 Jahre alt wird. Bis zu 130 Personen würden an Tagen, an denen die Zulassungsstelle in Baunatal auch am Nachmittag geöffnet hat, kommen.

Regelmäßig herrscht an der Zulassungsstelle im Harzweg schon ab 7 Uhr, und damit vor Betriebsbeginn, großer Andrang. Und das, obwohl jede Woche 34 Stunden lang geöffnet ist – länger als in den anderen drei Zulassungsstellen in Kassel, Wolfhagen und Hofgeismar. „Das können andere nicht leisten“, sagt Thomas Nockert, Leiter der gemeinsamen Zulassungsbehörde. Im Juli 2003 hatten Stadt und Landkreis Kassel ihre Zulassungsstellen zusammengelegt.

Von Anfang an dabei: Frank Storm, Leiter der Zulassungsstelle Baunatal, ist seit 20 Jahren dabei.

Zurück im Eingangsbereich wurde nach fast einer Stunde Wartezeit dann auch die Nummer 30 aufgerufen. Alexandra Ogorodnik ist ander Reihe. Sie landet im Büro 3, wo sie herzlich von Torsten Heerich – einem von neun Mitarbeitern – empfangen wird. Ihr Anliegen: Ein Auto ummelden. Dafür hat sie alle benötigten Dokumente dabei – unter anderem Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief und Versicherungsnummer.

Doch das ist nicht immer so, sagt Storm. Im Gegensatz zu Firmen und Zulassungsdiensten, bei denen die Unterlagen meist vollständig seien, komme es bei Privatpersonen öfter mal vor, dass etwas vergessen wird. Am häufigsten die Versicherungsbestätigung – die eVB-Nummer. Immer wenn etwas fehlt, kann der Auftrag nicht fertiggestellt werden und die Person muss wieder kommen. Dann würde es auch mal heftiger werden und es kann schon mal zu Beschimpfungen oder knallenden Türen kommen, sagt Storm. „Der Ton ist rauer geworden.“

Blick ins Büro 3: Regina Kienitz und Torsten Heerich bearbeiten täglich bis zu 25 Anträge – vom Zweirad bis zum großen Lkw.

Das ist bei Ogorodnik allerdings nicht der Fall. Nachdem Heerich alle Daten überprüft, sie ins System eingetragen und einen neuen Fahrzeugschein sowie weitere Dokumente eingescannt und ausgedruckt hat, ist der Prozess der Ummeldung auch schon beendet. Noch zwei Unterschriften und die Bezahlung der Gebühren und dann können sich Alexandra Ogorodnik und ihre Tochter – nach etwa zehn Minuten im Büro 3 – schon wieder auf den Heimweg machen.

Ein bisschen länger dauert die Neuzulassung bei Naida Sivcevic, die sich von ihrem ersten Ausbildungsgehalt einen Smart gekauft hat. Da sie neue Kennzeichen benötigt, muss sie noch einmal raus aus dem Büro und in den Eingangsbereich zur Schilderstelle. Von Silvia Rietze, die in der Zulassungsstelle Baunatal die Kennzeichen macht, erhält sie ihre Nummernschilder. Viele wünschen sich heute ihr Wunschkennzeichen – mit Geburtsdaten oder Initialen, Sivcevic legt darauf allerdings keinen Wert.

Zuletzt klebt Regina Kienitz im Büro noch die fehlenden Plaketten auf die Kennzeichen und wünscht Sivcevic allseits gute Fahrt.

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