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VW-Werk in Baunatal baut bald Wechselrichter statt Abgasanlagen

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Von: Sven Kühling

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Zukunftsweisend: Personal-Vorstand Gunnar Kilian (von links), Komponenten-Vorstand Thomas Schmall, Chef-Entwickler Alexander Krick, Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo, Werkleiter Jörg Fenstermann und Betriebsratsvorsitzender Carsten Büchling setzten das neue „Kompetenz-Center“ symbolisch in Betrieb.
Zukunftsweisend: Personal-Vorstand Gunnar Kilian (von links), Komponenten-Vorstand Thomas Schmall, Chef-Entwickler Alexander Krick, Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo, Werkleiter Jörg Fenstermann und Betriebsratsvorsitzender Carsten Büchling setzten das neue „Kompetenz-Center“ symbolisch in Betrieb. ©  Kai-Uwe Knoth/Volkswagen/nh

Das VW-Werk Kassel in Baunatal wird im Zuge des Umbaus zum Zentrum für Elektromobilität mittelfristig weite Teile der Getriebeproduktion und die Fertigung von Abgasanlagen verlieren. Das wurde am Donnerstag beim Standortsymposium mit Komponenten-Vorstand Thomas Schmall und Personal-Vorstand Gunnar Kilian deutlich. Laut einer Pressemitteilung zu der Präsentation von innovativen Produkten am Standort sollen zunächst die Mitarbeiter des Abgasanlagenbaus – rund 600 – „perspektivisch in die Produktion von Aktivkomponenten für elektrischen Antrieb“ wechseln.

Baunatal/Kassel – „Wir transformieren den Standort Kassel vom größten Getriebewerk Europas zum Zentrum für Elektromotoren“, sagt Schmall in der Mitteilung. „Damit folgen wir der strategischen Ausrichtung unseres Konzerns auf dem Weg Richtung vollelektrischer und softwareorientierter Mobilität.“ So ändere sich nach und nach auch das Portfolio des Werkes, erläutert der Vorstand weiter. Es entwickele sich „hin zu E-Motoren und E-Komponenten wie Pulswechselrichtern“.

Auch Gunnar Kilian äußert sich zum Umbau: „Diese konsequente Transformation des Standortes gehen und gestalten wir gemeinsam mit der Belegschaft. Daher laufen unsere Qualifizierungsmaßnahmen für unsere Kolleginnen und Kollegen in Kassel auf Hochtouren“, sagt er laut der Mitteilung. Völlig neu in Baunatal ist der Aufbau einer Fertigung für Pulswechselrichter, dem Taktgeber für die neue Generation der E-Antriebe. Als Systemanbieter für den gesamten elektrischen Antriebsstrang nehme VW alle zentralen Komponenten in die eigene Hand, heißt es. Für die Entwicklung des Pulswechselrichters als Leistung und Effizienz bestimmende Komponente im elektrischen Antriebssystem wurde eigens ein „Kompetenz-Center“ Leistungselektronik“ errichtet. Die Eröffnung fand ebenfalls am Donnerstag statt.

Werkleiter Jörg Fenstermann äußert sich so: „Der Pulswechselrichter ist ein wichtiger Bestandteil unserer Elektrofahrzeuge und damit Kernkompetenz. Wir sind davon überzeugt, dass diese Technologie der Schlüssel zur Zukunft der Mobilität ist.“

Betriebsratsvorsitzender Carsten Büchling lobte die Teamleistung: „Die Belegschaft am Standort hat wieder einmal gezeigt, was sie leisten kann. Sie hat mit der Bereitschaft, neue zukunftsweisende Produkte zu fertigen, die zur langfristigen Beschäftigungssicherung beitragen, überzeugt.“

Übrigens: Beim letzten Symposium zeigte die Gießerei die Fertigung eines kompletten Hinterwagens aus einem Guss-Teil, jetzt war ein Vorderwagen an der Reihe. (Sven Kühling)

Neuer E-Motor „Performance“ geht ab Mai in die Serienfertigung

Unmittelbar bevor steht der Produktionsstart des neuen E-Antriebes „Performance“. Als leistungsgesteigerte Motorvariante werde dieser künftig verschiedene E-Modelle des Konzerns mit bis zu 210 kW Leistung (rund 270 PS) und einem Drehmoment von bis zu 550 Newtonmetern antreiben. „Seit gut einem Jahr entsteht in der Fertigungshalle 1 die Montage für den neuen Antrieb“, teilt das Werk Kassel mit. Derzeit werden die ersten Vorserienantriebe, die sogenannte 0-Serie, produziert. Dabei werden Rotor und Stator eigenständig gefertigt. Der Produktionsstart sei für Mai geplant, bis Ende des Jahres soll das Volumen dann auf rund 1500 Einheiten pro Tag gesteigert werden. Für das neue Kompetenz-Zentrum Leistungselektronik arbeiten laut Chef-Entwickler Alexander Krick 400 Beschäftigte.

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