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Weißes Fahrrad in Baunatal erinnert an Unfalltoten

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Von: Evelina Kern

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Erinnert an Unfallopfer: Jürgen Vöckel (von links), Eva Schalen, Marie-Luise Bittner-Lorenz, Dietrich Bohse, Udo Stumpf und Lennard König vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club stellen Geisterrad in Baunatal auf.
Erinnert an Unfallopfer: Jürgen Vöckel (von links), Eva Schalen, Marie-Luise Bittner-Lorenz, Dietrich Bohse, Udo Stumpf und Lennard König vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club stellen Geisterrad in Baunatal auf. © Evelina Kern

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Kassel Stadt und Land stellt ein Fahrrad an der Birkenallee in Baunatal auf. Sie wollen damit an ein Unfallopfer erinnern und Aufmerksamkeit schaffen.

Baunatal – „Radfahrer, 86 Jahre, 12. September 2022“ heißt es auf einem Schild. Ein weißes Fahrrad an der Birkenallee in Baunatal erinnert nun an den Verunglückten. Der Radfahrer starb nach einem Verkehrsunfall am 12. September in Altenbauna.

Radfahrer werden immer häufiger Opfer gefährlicher Verkehrssituationen, sagt Udo Stumpf vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Kassel Stadt und Land. Der Club stellt nun eine Erinnerung an den Verunglückten auf. Ein ganz weiß lackiertes Fahrrad und ein Schild sollen jetzt andere Verkehrsteilnehmer zu mehr Vorsicht aufrufen.

Die Idee stammt aus den USA. Dort werden sie „Ghost Bikes“ genannt. Im Bundesstaat Missouri wurde 2003 das erste Geisterrad aufgestellt. Seitdem kann man diese Erinnerungsstätten weltweit finden.

In Kassel stellte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club das erste weiße Fahrrad am Leipziger Platz auf. In den folgenden Jahren sind fünf weitere dazugekommen. Das Fahrrad in der Birkenallee ist das erste in Baunatal. „Mit der Aktion wollen wir niemandem einen Vorwurf machen“, sagt Udo Stumpf vom ADFC. „Wir wollen unser Mitgefühl mit den Opfern bekunden und Aufmerksamkeit schaffen.“

Achtsamkeit zu schaffen ist dabei sehr wichtig, denn laut Stumpf wird das Fahrradfahren immer beliebter. Gleichzeitig haben aber auch die „Dooring“-Unfälle in den letzten Jahren immer weiter zugenommen, erklärt Stumpf. Sie beschreiben die gefährliche Situation, die entsteht, wenn man beim Öffnen der Autotür nicht nachsieht, ob jemand von hinten an das Auto heranfährt. Der Allgemeine Deutsche Fahhrad-Club Kassel empfiehlt daher, sich anzugewöhnen, die Tür mit dem rechten Arm zu öffnen. Bei der Bewegung sieht man automatisch nach hinten und vergewissert sich, dass man niemanden gefährdet. Es müsse sich grundlegend etwas ändern, sagt Stumpf. Es sei wichtig, die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern zu erhöhen. Deshalb setzt sich der Club zum Beispiel intensiv für sichere Fahrradwege ein.

Letztendlich liege es aber an jedem Einzelnen, sich im Straßenverkehr rücksichtsvoll zu verhalten und aufmerksamer zu sein.

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