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VW-Werk Kassel: Leiharbeiter in Baunatal werden um weitere sechs Monate verlängert

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Von: Sven Kühling

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Am Montag (5. September) soll es eine Kundgebung auf dem Opernplatz in Kassel geben. Grund ist die Personalsituation im VW-Werk in Baunatal.

Kassel/Baunatal – Zu Ende Februar waren im VW-Werk Kassel in Baunatal 570 Leiharbeiter abgemeldet worden. 250 bekamen zu dem Stichtag kurzfristig eine Verlängerung um weitere sechs Monate bei der VW-eigenen Zeitarbeitsfirma Autovision. Sie konnten etwas durchatmen. Jetzt haben diese Frauen und Männer nach Angaben von Betriebsratschef Carsten Bätzold eine Verlängerung ihrer Verträge um weitere sechs Monate bekommen.

Die Verlängerung bestätigt auch Werksprecher Heiko Hillwig auf Anfrage. „Die Verträge der Zeitarbeitnehmer wurden auf Grundlage der im Juli 2022 vorliegenden Prognosen der Produktionszahlen bis zum 28. Februar verlängert.“ Der Rest der abgemeldeten Leiharbeiter erhielt keine Anschlussbeschäftigung. Den rund 300 Frauen und Männern wurde von Werkmanagement und Betriebsrat empfohlen, sich auf Stellen an anderen Konzern-Standorten zu bewerben. In Stuttgart bei Porsche wurden zu diesem Zeitpunkt beispielsweise Mitarbeiter gesucht.

VW-Werk Kassel in Baunatal: „Wiedereinstellung statt Mehrarbeit“ gefordert

Viele warten allerdings auf eine Weiterbeschäftigung im Baunataler Werk. Etwas Hoffnung macht Bätzold für die Zeit ab Mitte September. Dann gebe es eine neue Personalbedarfsbemessung für den Standort. „Wenn wir Personalbedarf haben, wird befristet eingestellt“, so der 56-Jährige, der Ende des Jahres in Altersteilzeit geht. „Mit Einbringung angesparter Zeitwerte.“

Protest: Im Februar machten gekündigte Leiharbeiter vor dem VW-Haupttor auf ihre Situation aufmerksam. Am Montag soll es eine Kundgebung auf dem Kasseler Opernplatz geben.
Protest: Im Februar machten gekündigte Leiharbeiter vor dem VW-Haupttor auf ihre Situation aufmerksam. Am Montag soll es eine Kundgebung auf dem Kasseler Opernplatz geben. © Sven Kühling

Parallel zu der Arbeit des Betriebsrates hat sich ein Solidaritätskreis aus den ehemaligen Zeitarbeitern entwickelt. Auch dort werde weiter über die Situation im Werk gesprochen, sagt Sprecherin Karin Puppel. Angesichts starker Erhöhung der Stückzahlen, Pflichtschichten und Mehrarbeit bei der Stammbelegschaft fordern sie „Wiedereinstellung statt Mehrarbeit“, betont Puppel. „Für die nächste Personalbemessung Mitte September wollten die Betroffenen ihr Anliegen für die volle Übernahme noch einmal auch gegenüber der Documenta-Öffentlichkeit deutlich machen.“

Deshalb lade der Solidaritätskreis für Montag, 5. September, ab 17 Uhr zu einer Kundgebung auf den Kasseler Opernplatz ein. Während der Veranstaltung solle auch gegen die Gasumlage und die Inflation protestiert werden, heiß es in einer Pressemitteilung. Am Donnerstag, 8. September, ist von 13 bis 15 Uhr eine Kundgebung am Haupttor von VW geplant.

Volkswagen: Betriebsrat und Management von VW-Werk Kassel äußern sich verhalten zu Neueinstellungen

Betriebsrat und Werkmanagement äußern sich noch vorsichtig zu möglichen Neueinstellungen im Werk. So fehlten in der Produktion weiterhin Halbleiter, sagt Carsten Bätzold. „Bei der Betriebsversammlung in 14 Tagen wissen wir mehr.“

Auch Werksprecher Heiko Hillwig berichtet von anhaltenden Lieferengpässen bei Elektrochips. „Wie sich diese Situation zu Beginn des nächsten Jahres abzeichnet, kann im Moment noch keiner sagen.“ (Sven Kühling)

Carsten Bätzold, Betriebsratsvorsitzender des VW-Werkes Kassel in Baunatal geht nach 32 Jahren Arbeitnehmervertretung zum Jahresende in Altersteilzeit.

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