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Wespen haben jetzt Hochsaison

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Von: Tanja Temme

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Es summt und brummt im Garten: Bernd Enders vom Nabu Habichtswald betreut auch den Bereich Baunatal und Schauenburg. Laut des Naturschützers sollte man genau abwägen, ob ein Nest entfernt werden muss, da die Wespen im Oktober sowieso bis auf die Jungköniginnen nicht mehr leben.
Es summt und brummt im Garten: Bernd Enders vom Nabu Habichtswald betreut auch den Bereich Baunatal und Schauenburg. Laut des Naturschützers sollte man genau abwägen, ob ein Nest entfernt werden muss, da die Wespen im Oktober sowieso bis auf die Jungköniginnen nicht mehr leben. © Tanja Temme

Im Spätsommer sind sie besonders aufdringlich, naschen gerne mal am Eisbecher, dem Kuchen oder Grillwürstchen mit. Tatsächlich haben Wespen gerade Hochsaison, sind unermüdlich auf der Suche nach Nahrung. Da dieses Jahr die klimatischen Bedingungen für die Brummer sowieso gut waren, rücken sie einem immer mal wieder auf die Pelle.

Baunatal/Schauenburg – Wir kamen mit Bernd Enders vom Naturschutzbund Habichtswald (Nabu) ins Gespräch. Der 70-Jährige aus Ehlen macht sich als Vorstandsmitglied für die Tier- und Pflanzenwelt im Bereich Habichtswald, Baunatal und Schauenburg seit Jahren stark.

„Wenn das Wetter stimmt, entwickeln sich die Staaten der Gemeinen Wespe und der Deutschen Wespe bis in den Herbst hinein“, sagt Enders über die beiden Arten, die in unseren Gefilden am häufigsten vorkommen. Dass die Insekten jetzt als besonders aufdringlich empfunden werden, liegt laut des Naturfreundes daran, dass die Arbeiterinnen einerseits für sich Nahrung als Flugbenzin benötigen, andererseits das inzwischen stark angewachsene Volk versorgen müssen. „Je weiter der Sommer voranschreitet, umso schwieriger wird es für sie sie, das Volk zu versorgen – deshalb werden die Tierchen kreativ, suchen Zuckerquellen auf unseren Tischen und Gärten.“ Ein Grund, warum man aktuell nicht selten mehrere Exemplare dabei beobachten kann, wie sie sich an heruntergefallenen Äpfeln oder Pflaumen bedienen. „Sollte sich das Wetter normal entwickeln, es sich nach und nach abkühlen, ist in drei bis vier Wochen Ruhe“, ergänzt er. Wer zuhause ein Wespennest entdeckt, muss keine Bedenken haben, dass dieses im kommenden Jahr erneut bezogen wird. Enders: „Das Wespenvolk stirbt zum Herbst hin ab, nur die Jungköniginnen überwintern und bauen im Frühjahr an einem anderen Ort ein neues Nest.“

Sollten einen die Insekten beim Kaffeetrinken oder Grillen nerven, gilt es erstmal Ruhe zu bewahren: „Hektische Bewegungen mögen sie überhaupt nicht“, meint Enders. Sollten die kleinen Summer auf einem geparkt haben, rät er sie mit „ruhiger Hand wegzuschieben“. Völlig falsch wäre es, sie wegzupusten: „Das Kohlendioxid im Atem ist für sie ein Alarmsignal, weshalb sie bei Pustern gerne mal zustechen. Außerdem sollen sie auf Angstschweiß reagieren.“

Um sie möglichst fernzuhalten, empfiehlt der Naturschützer Ablenkfütterungen: „Weintrauben eignen sich dafür besonders gut, aber von Marmelade ist abzusehen, da sie die Flieger aggressiv macht.“ Für ungeeignet hält er auch Flaschenfallen mit Limonade, denn „darin ertrinken die Tiere qualvoll“. Besser hingegen wäre es laut Enders einen Regenschauer zu simulieren, da sie sich danach meist verziehen würden. Dafür würde man einfach Wasser aus einer Sprühflasche in Richtung Wespen spritzen, aber nur so viel, dass sie noch fliegen könnten. Wer mag, kann Wespen auch mit Pflanzen vertreiben. „Es ist bekannt, dass sie den Geruch von Tomaten, Minze und Lavendel nicht mögen.“

Grundsätzlich rät Enders auf parfümierte Körperpflegeprodukte in der Wespenzeit zu verzichten. „Denn von den Düften werden sie natürlich auch angezogen.“ Außerdem wisse man, dass sie auf die Farbe Gelb reagierten, weshalb man bei Wanderungen oder ähnlichem im Spätsommer diese Farbe nicht unbedingt tragen sollte. (Tanja Temme)

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