Handball

„Wir waren einfach nur schlecht“: Eintracht Baunatal unterliegt Leutershausen 19:30

Festgemacht: Auch für Marvin Gabriel gab es gegen die Leutershäuser Deckung mit Maximilian Rolka (links) und Lukas Gerdon (rechts) kaum ein Durchkommen.
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Festgemacht: Auch für Marvin Gabriel gab es gegen die Leutershäuser Deckung mit Maximilian Rolka (links) und Lukas Gerdon (rechts) kaum ein Durchkommen. Foto: ANDREAS FISCHER

Das bittere Ende eines Zwischenhochs: Nach fünf Spielen ohne Niederlage haben die Drittliga-Handballer von Eintracht Baunatal eine 19:30-Heimpleite gegen Leutershausen kassiert.

Sie hatten frohlockt angesichts ihrer starken Auftritte zuletzt. Und sie hatten gehofft, dass es gegen den um fünf Stammkräfte dezimierten Drittliga-Titelkandidaten SG Leutershausen einen neuerlichen Triumph geben könnte. Nach 60 einseitigen Minuten aber stand für die Baunataler Handballer eine herbe 19:30 (9:13)-Abfuhr.

Und es reichen drei Sätze aus, die Packung der Eintracht zu begründen:

„Heute hat alles gefehlt, von jedem einzelnen und handballerisch von allem war das viel zu wenig“, bilanzierte Trainer Dennis Weinrich „diesen Tag zum Vergessen“.

„Wir waren einfach nur schlecht, es hat nichts gepasst“, sagte Phil Räbiger.

„Wir waren überhaupt nicht auf der Platte, hatten weder Mut noch Biss und haben uns den Schneid komplett abkaufen lassen“, bekannte Kevin Trogisch. Dabei erreichte er mit 7/5 Treffern neben dem eingewechselten Torwart Marian Mügge noch am nächsten an Normalform heran.

Während Leutershausens Trainer Frank Schmitt strahlend konstatierte, dass seine Rumpftruppe aus dem Minimum an Erwartungen das Maximum an Erfolg gemacht hatte, „weil jeder einzelne sich noch mehr ins Zeug gelegt“ habe, taten die Baunataler viel zu wenig, um gegen diesen dezimierten, aber abgeklärt, clever und höchst effektiven Rivalen etwas bewegen zu können.

Denn dafür hätten sie sich selbst mehr bewegen, mehr Wille und Einsatz zeigen müssen. Gewiss, bis zur 27. Minute und dem 9:10 waren die Großenritter dran. Aber ihre Treffer entsprangen in erster Linie Einzelaktionen von Marvin Gabriel und Trogisch sowie Strafwürfen des Linkshänders. „Wir gehen daheim nicht in die Tiefe, wir zeigen weder Selbstbewusstsein noch eine klare Körpersprache, wie wir das auswärts tun“, grantelte Weinrich.

Der junge Übungsleiter tat im Übrigen gut daran, diese Pleite nicht am wenig überzeugenden Auftritt des Schiedsrichter-Duos Dieckmann/Kübler festzumachen. Denn seine Schützlinge waren noch schwächer. Und: Die Rote Karte gegen Felix Geßner neun Sekunden vor der Halbzeit, der Seganfreddo beim Schnellangriff von hinten auf den stehenden Abwehrspieler Fynn Reinhardt geschubst hatte, sah Weinrich als völlig korrekt an.

Nur: Trotz der direkt nachfolgenden Pause warf das Aus ihres im Saisonverlauf besten Torschützen die nun hektischen Hausherren vollends aus der Bahn. Geßners Nachfolger Tom Kurtz scheiterte dreimal frei an Torwart-Routinier Hübe, seine Mitstreiter am Leutershäuser Block und an den eigenen Nerven. Vom besagten 9:10 (27.) bis zu Räbigers erstem Treffer beim 10:19 (39.) blieben die Baunataler zwölf lange Minuten ohne Tor. Am Ende standen insgesamt 18 Fehlwürfe und 14 technische Fehler zubuche.

Die Baunataler „Wundertüte“, so SG-Coach Schmitt im Vorfeld über die Eintracht, hatte sich wieder einmal von ihrer schwachen Seite gezeigt. Dennis Weinrich hofft nun, dass die Truppe „auch noch diesen bitteren Rückschlag wegsteckt“ und gegen Großbieberau am nächsten Samstag eine Trotzreaktion zeigt. „Hoffentlich kommen dann trotz dieses Auftritts noch ein paar Zuschauer.“

Statistik

Baunatal: Ziebert 6 Paraden/17 Gegentore, ab 35. Mügge 4/12, Horn 0/1 (ein 7m) - Weiß 2, Rietze 1, Helbing 1, Kurtz 1, Gbur, Trogisch 7/4, Vogel 1, Räbiger 2, Geßner, Reinhardt 1, Gabriel 3

Leutershausen: Hübe 10 P/15 GT, ab 52. Doeding 4/4 - Bernhardt 1, Schwarz, Muth, Rolka 7, Stippel 1, Ruß 2/1, Cirac 4, Schmitt 2/1, Seganfreddo 2, Gerdon 7, Pauli 4/2

Schiedsrichter: Dieckmann/Kübler (Hannover). Zuschauer: 310

Strafen: 8 - 6 Minuten. Siebenmeter: 4/5 - 4/4

Disqualifikation: Geßner (B/30./Foul)

Spielstände: 0:2 (6.), 2:4 (10.), 4:4 (12.), 7:7 (19.), 7:9 (22.), 9:10 (27.), 9:13 - 9:19 (39.), 11:23 (44.), 15:27 (53.), 19:30

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