Aktion zum Internationalen Frauentag bei Volkswagen in Baunatal 

Wunsch von Frauen im VW-Werk: Mehr Meisterinnen in Teilzeit

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Hatten am Montag die Frauen bei VW in Baunatal besonders im Blick: Mitarbeiterin Jennifer Kampf-Happ (von links), Anita Reul, Vertrauenskörper-Leiterin, Heike Denn vom Betriebsrat, Mitarbeiterin Tessie Blumenstein, Peter Hoppe, Vertrauenskörper-Leiter, und Elke Jakob von der Schwerbehindertenvertretung. 

Baunatal – Mehr Frauen in Führungspositionen – das wünschen sich die Vertreterinnen der IG Metall und des Betriebsrates im Baunataler VW-Werk.

Auch fordern sie familienfreundlichere Arbeitszeitmodelle für Frauen. Das waren nur zwei Punkte, die sie zusammen mit einem kleinen Geschenk im Nachklang zum Internationalen Frauentag (8. März) am Montag allen weiblichen Beschäftigten mit auf den Weg zur Arbeit gaben. Mit Beginn der Frühschicht um 5.30 Uhr begann die Aktion am Haupttor der Fabrik.

Eine Frauenquote in Aufsichtsräten gelte nur für börsennotierte Unternehmen – wie etwa VW, erläuterte Anita Reul, Vertrauenskörper-Leiterin. Mit Ulrike Jakob habe man aus dem Baunataler Werk deshalb auch eine Vertreterin im Aufsichtsrat des Konzerns sitzen. Auch in kleineren Betrieben müssten Frauen in den Führungsgremien stärker vertreten sein. „Wir haben in Führungspositionen zu wenig Frauen“, stellt Betriebsrätin Heike Denn fest.

Von den rund 17 000 Mitarbeitern am Standort sind 1900 Frauen. Das ist eine Quote von 12,3 Prozent. Bei den Meistern liege der Anteil bei 5 Prozent, im mittleren Management bei 10 Prozent und im oberen Management bei 8,5 Prozent. Die Zahlen stagnierten allerdings, so Anita Reul. „Es gibt keine Weiterentwicklung.“

Derzeit befassen sich Gewerkschaft und Betriebsrat in einem Projekt damit, die Arbeitszeiten familienfreundlicher zu gestalten. So habe man beispielsweise jetzt schon eine Meisterin in den eigenen Reihen, die in Teilzeit arbeite, sagt Reul. „Wir wollen mehr Meisterinnen in Teilzeit haben, das ist ein Wunsch von uns“, unterstreicht Elke Jakob von der Schwerbehindertenvertretung. In Verhandlungen sei man zudem mit dem Personalwesen in Baunatal über eine neue Gleitzeitregelung für Bürokräfte, so Reul. Damit solle erreicht werden, dass Mitarbeiterinnen ihre Überstundenzeiten auch als ganze freie Tage nehmen können, wenn es familiär notwendig sei. In dieser Frage sei man bei VW in Baunatal Vorreiter.

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