Chancen steigen

Zügig von Kassel nach Baunatal: NVV plant neue Bahnverbindung

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Der Bahnhof in Baunatal-Großenritte: Bislang halten hier nur die aus Kassel kommenden Straßenbahnen der Linie 5. Aktuell arbeitet der NVV an einer neuen Bahn-Direktverbindung von hier bis zum Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe. Solch eine Zugverbindung würde die Fahrzeit um gut eine Viertelstunde verkürzen.

Noch sind keine Entscheidungen gefallen. Aber die Chancen für eine neue, direkte Bahnlinie zwischen den Bahnhöfen Kassel-Wilhelmshöhe und Baunatal Großenritte steigen weiter.

Wie der Nordhessische Verkehrsverbund NVV mitteilt, sei nach ersten Voruntersuchungen im Jahr 2018 nun auch die in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie abgeschlossen. Ergebnis: „Die Einrichtung einer Verbindung zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Baunatal-Großenritte ist grundsätzlich mit Regiotram-Fahrzeugen und Dieseltriebwagen mit einer Fahrzeit von etwa 13 Minuten denkbar“, sagt NVV-Sprecherin Sabine Herms. Aktuell benötigen ÖPNV-Nutzer für diese Strecke etwa 30 Minuten (Buslinie 51 oder die Tramlinien 7 und 5 mit Umstieg in Oberzwehren).

Allerdings seien noch weitere Fragen offen, die nun geklärt würden, ergänzt Herms. Hintergrund ist, dass neben der Verbindung Kassel-Wilhelmshöhe bis Baunatal-Großenritte auch weitere Spielarten und Varianten unter die Lupe genommen wurden, um eine optimale Lösung zu finden.

Hier könnte bald eine neue Bahnverbindung zwischen Kassel und Baunatal entstehen.

So sei auch von Interesse gewesen, ob eine Anbindung an den ICE- und Regionalverkehr in Kassel-Wilhelmshöhe erreicht werden kann und welche Möglichkeiten bestehen, Kassel-Nordshausen und das Schulzentrum Brückenhof mit entsprechenden Haltestellen einzubeziehen. 

„In diesem Zusammenhang haben wir geprüft, ob auch eine Querung der Gleise am Bahnhof Wilhelmshöhe möglich ist, um zusätzlich bis zum Hauptbahnhof zu kommen“, berichtet Herms. Aber auch eine Verlängerung der Fahrten der Kurhessenbahn von Korbach kommend über Kassel-Wilhelmshöhe hinaus nach Baunatal habe eine Rolle gespielt. Nicht zuletzt sei die Anbindung bis Schauenburg-Hoof als Option ins Auge gefasst worden.

"Den Anschluss in Kassel-Wilhelmshöhe hinbekommen"

„Aktuell klären wir, welche Spielarten wir tatsächlich in die weiteren Planungen aufnehmen wollen“, sagt Herms. Dazu sei der NVV mit der Stadt Baunatal, der KVG, der Hessischen Landesbahn, dem Land Hessen, wie auch der DB Netz im Gespräch.

„Im Kern müssen wir den Anschluss in Kassel-Wilhelmshöhe hinbekommen sowie die Nutzung eines Gleises, das zu den Nahverkehrszügen passt“, sagt Herms. 

Alles steht noch in den Sternen

Technisch sei das keine leichte Aufgabe. Hinzu komme die Verfügbarkeit von geeigneten Zügen und der Umbau beziehungsweise der Neubau von geeigneten Haltepunkten entlang der Strecke. „In jedem Fall müssen wir die Strecke nach Baunatal elektrifizieren“, sagt Herms.

Wie teuer das Ganze wird, welche Förderoptionen es gibt und wann die neue Strecke in Betrieb gehen kann – alles steht freilich noch in den Sternen. „Wir müssen zunächst alle technischen und betrieblichen Fragen klären, um dazu Angaben machen zu können“, sagt Herms. Ziel ist indessen, vom bislang vorgesehenen Ein-Stunden-Takt abzurücken. „Ein 30-Minuten-Takt sollte schon möglich sein“, sagt Herms.

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