Auge in Auge mit drei Tätern

Zwei Mitarbeiter des Autohauses Glinicke waren mit Einbrechern konfrontiert

Ein Einbrecher leuchtet mit einer Taschenlampe durch eine zerbrochene Glasscheibe.
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Einbruch

Mitarbeiter des Autohauses Glinicke in Baunatal haben am 15. April drei Einbrecher auf frischer Tat ertappt.

Baunatal – „Ich hatte einen guten Adrenalinstoß“, sagt Patrick Ilmberger. Nachdem er diesen Satz gesagt hat, hält er einen Moment inne, um auf seine Anspannung aufmerksam zu machen. Für einen Moment stand er den drei jungen Tätern in einer Halle ganz alleine Auge in Auge gegenüber.

Gegen 19 Uhr sei er über einen Alarm in der Halle des Betriebes an der Porschestraße in Baunatal informiert worden. Zunächst, sagt der Glinicke-Mitarbeiter, habe er sich nicht viel dabei gedacht. „Manchmal wird auch Alarm von Tieren ausgelöst.“

Dennoch ging Ilmberger sofort los und schaute in dem Gebäude nach dem Rechten. „Zunächst habe ich den Alarm ausgeschaltet“, berichtet der 50-Jährige. Dann sei er zu dem Tor gegangen, von dem die Meldung gekommen war. Da habe er gesehen, dass dieses offenbar von Hand hochgeschoben worden war. Dann kamen ihm plötzlich aus dem Nichts zwei Männer entgegengerannt. „Kurze Zeit später kam noch ein Nachzügler.“ Alle drei, schildert Ilmberger, seien durch das angehobene Tor geflüchtet.

Eine Kollegin hatte die drei jungen Männer – „zwischen 15 und 20 Jahre alt“ – vermutlich schon vorher auf einem Vorplatz der Halle stehen sehen. Sie gehe davon aus, dass das die Täter waren, berichtet die junge Frau im Gespräch mit der HNA.

Sie habe die drei beobachtet, als sie gegen 19 Uhr zu ihrem Auto gegangen war, um nach Hause zu fahren. Doch das tat sie nicht sofort. Sie habe die Männer von ihrem Parkplatz noch eine ganze Zeit beobachtet, sagt die Mitarbeiterin. „Ich dachte, die beschädigen eines der dort abgestellten Autos.“

Auch die 23-Jährige fühlte sich in dieser Situation nicht ganz wohl, wie sie erzählt. „Zum Glück war ein hoher Zaun zwischen mir und den Männern.“ Alle drei, sagt die junge Frau, hätten Kapuzen auf den Kopf gezogen gehabt. „Ich habe sie ganz bewusst beobachtet.“

Patrick Ilmberger wollte nach der Konfrontation mit den Täter auf keinen Fall den Helden spielen. „Manchmal werden Leute wegen ganz geringer Beute niedergeschlagen“, sagt er.

Ilmberger und der Geschäftsführer des Autohauses alarmierten umgehend die Polizei. Eine Streife sei auch schnell dort gewesen, sagt der 50-Jährige. „Später kam noch die Kriminalpolizei.“ Was die Täter stehlen wollten, darüber können die Glinicke-Mitarbeiter nur spekulieren. Die Halle sei weitgehend leer, so Ilmberger.

Beide Mitarbeiter schildern die Ereignisse vom vergangenen Donnerstag sachlich und mit guter Beobachtungsgabe. Und mit ihrem besonnenen Verhalten, das steht fest, haben sie ein gutes Stück Zivilcourage bewiesen. Die Polizei hat laut Sprecher Matthias Mänz noch keinen Tatverdacht, die Ermittlungen dauerten noch an.

Hinweise: Tel. 0561/9100

Das sagt die Polizei: „Man darf sich niemals selbst in Gefahr bringen“

Polizeisprecher Matthias Mänz gibt Tipps für das Verhalten, wenn man überraschend in einem Gebäude auf Einbrecher trifft: Niemals selbst in Gefahr bringen. Einbrecher wollen unerkannt bleiben und flüchten in der Regel, wenn sie ertappt werden. Nicht versuchen, den oder die Täter an der Flucht zu hindern. Die Täter nicht ansprechen oder provozieren. Den Fluchtweg freimachen. Selbst in Sicherheit bringen und das Gebäude schnellstmöglich und unauffällig verlassen. Sofort über den Notruf 110 die Polizei alarmieren. Das Aussehen und die Fluchtrichtung so gut es geht einprägen.

Sofern man einen Einbruch schon von außen feststellt, rät Mänz unter anderem zu folgendem Verhalten: Nicht hineingehen und nicht unnötig in Gefahr begeben. Sofort die Polizei rufen. Sich an einen möglichst sicheren Ort begeben, etwa zu Nachbarn oder in ein Auto. (Sven Kühling)

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