SPD spricht ihr das Vertrauen aus

Baunataler Bürgermeisterin Silke Engler will Vize-Landrätin werden

Seit drei Jahren Bürgermeisterin in Baunatal: Silke Engler will Erste Kreisbeigeordnete werden.
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Seit drei Jahren Bürgermeisterin in Baunatal: Silke Engler will Erste Kreisbeigeordnete werden.

Baunatals Bürgermeisterin Silke Engler (SPD) soll Vizelandrätin im Landkreis werden. Darauf legte sich der SPD-Unterbezirk Kassel-Land am Dienstag fest.

Kreis Kassel - Die 47-Jährige sei von Unterbezirksvorstand und Kreistagsfraktion einstimmig für das Amt nominiert worden, heißt es. Endgültig soll ein SPD-Parteitag am 7. Mai über den Vorschlag abstimmen. Dann soll auch der Koalitionsvertrag verabschiedet und somit der Weg für Rot-Grün freigemacht werden.

Das letzte Wort bei der Wahl einer neuen Ersten Kreisbeigeordneten hat der Kreistag. Eine Entscheidung wird frühestens im Herbst fallen. Sollte Engler die Zustimmung des Parlaments erhalten, müssen sich die Baunataler auf eine Bürgermeisterwahl Ende 2021/Anfang 2022 einstellen.

Die Juristin aus Rostock würde als Stellvertreterin von Landrat Andreas Siebert (SPD) fungieren – ein eingespieltes Duo. Auf Parteiebene arbeiten Engler und Siebert seit Juni 2019 eng zusammen. Damals übernahmen sie die Doppelspitze im SPD-Unterbezirk. Siebert, der aktuell Erster Kreisbeigeordneter ist, war bei der Landrat-Direktwahl am 14. März zum Nachfolger von Uwe Schmidt (SPD) gewählt worden. Der Niestetaler tritt das Amt am 1. Juli an.

Wurde am 14. März zum neuen Landrat gewählt: Andreas Siebert aus Niestetal.

Natürlich würde sie – im Falle ihrer Wahl – das Rathaus mit einem weinenden Auge verlassen, sagt Engler gegenüber der HNA. „Baunatal ist eine tolle Stadt.“ Gleichzeitig ist sie überzeugt, den Landkreis als Erste Kreisbeigeordnete würdig vertreten zu können. Die Bürgermeisterin verweist darauf, dass sie seit 15 Jahren im Landkreis zu Hause ist. In ihrem politischen Handeln habe sie immer regionale Lösungen im Blick gehabt – „beispielsweise beim Stromprozess“, dem Rückkauf der EAM durch die Kommunen sowie beim Erstellen einer Blaupause zur Ladeinfrastruktur für Elektroautos. „Regionale Lösungen sind nur folgerichtig“, betont Engler.

Engler hält einen Wahltermin für ihre Nachfolge schon Ende 2021 für möglich. Die 47-Jährige war zehn Jahre Vizebürgermeisterin in Baunatal gewesen. Dort hatte sie seit 2006 als Stellvertreterin von Manfred Schaub gearbeitet. Er war überraschend am Pfingstsonntag 2018 an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben. Engler war im selben Jahr im Herbst als Bürgermeisterin gewählt worden.

Für den künftigen Landrat Siebert ist Engler die richtige Wahl: „Es war mein Wunsch, dass die Stelle mit einer Frau besetzt wird.“ Und Engler sei seine bevorzugte Kandidatin. Mit ihr könne er auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bauen, die sich in den vergangenen Jahren im Unterbezirk entwickelt habe. „Wir ticken ähnlich“, beschreibt Siebert sein Verhältnis zu Engler.

Doch wie stehen die Grünen zu der Personalie? „Darüber haben wir noch nicht gesprochen“, sagt Monika Woitzeschke-Brück auf Anfrage. Sie gehe aber davon aus, dass ihre Fraktion Engler unterstützen werde. Allerdings sei es noch nicht an der Zeit, über Personalien zu debattieren. „Zuerst werden wir am 8. Mai in unserer Mitgliederversammlung über den Koalitionsvertrag abstimmen“, sagt die Fraktionsvorsitzende.

Die Grünen hatten sich während der Sondierungsgespräche mit der SPD darauf verständigt, dass es künftig einen hauptamtlichen Beigeordneten im Landkreis geben soll, der aus ihren Reihen gestellt wird. Doch dazu muss die Hauptsatzung geändert werden. Auch darüber wird der Kreistag zu entscheiden haben. Die Grünen erhoffen sich durch die neue Stelle mehr Einfluss auf die Umsetzung ihrer Kernthemen wie beispielsweise Klimaschutz und Soziales. Überdies müsse der Kreis immer mehr Aufgaben stemmen. „Wir müssen in der Zukunft breit aufgestellt sein“, sagt Woitzeschke-Brück. Da sei man sich bei SPD und Grünen einig. (Alia Shuhaiber und Sven Kühling)

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