Beamte stolz auf hohe Aufklärungsquote

Baunataler Polizeirevier klärt 67,5 Prozent der Taten auf

Im südlichen Altkreis Kassel gibt es einen Anstieg bei den Körperverletzungsdelikten und bei den einfachen Diebstählen. Das sind zwei Tendenzen aus der Kriminalstatistik für das Jahr 2019.

Rückläufig: Die Zahl der Wohnungseinbrüche geht im Bereich des Polizeireviers Süd-West in Baunatal zurück, berichtet die Behörde.

Diese stellte Henning Hinn, Leiter des Polizeireviers Süd-West in Baunatal, vor. Insgesamt ist Hinn aber mit der Entwicklung der Fallzahlen in Baunatal und Schauenburg zufrieden, die seit 2013 nur leicht nach oben gingen und nahezu auf dem gleichen, niedrigen Niveau blieben. In Baunatal von 939 auf 1004 Taten, in Schauenburg von 192 auf 205.

Die Erhöhung bei den Rohheitsdelikten (Körperverletzungen) von 154 auf 175 in Baunatal führt Hinn auf eine Zunahme der Fälle von häuslicher Gewalt zurück. Diese würden inzwischen häufiger angezeigt, „beispielsweise auch im Bereich von Asylbewerberunterkünften“, sagte der Revierleiter.

Die einfachen Diebstähle stiegen in Baunatal von 154 auf 175. Gewerbetreibende zeigten gerade Ladendiebstähle häufiger an. „Dazu haben wir sie auch ausdrücklich aufgefordert.“

67,5 Prozent aller Taten im Bereich des Reviers Süd-West wurden aufgeklärt. Das gehe auf eine bessere Qualität der Spurensicherung und den Einsatz von regionalen Ermittlungsgruppen zurück, sagte Hinn. „Wir sind schon stolz darauf, wir liegen bei der Aufklärung über dem Landesschnitt.“ Als Beispiel nannte der Revierleiter die Zahl der Raubdelikte, die von 2018 auf 2019 von neun auf sechs sank. Alle Fälle seien in diesem Bereich aufgeklärt worden.

Während die Zahl der Autoaufbrüche von 35 auf 12 sank, nahm die der Pkw-Diebstähle zu, und zwar von sechs auf 17. Meist seien Banden aus Polen und Litauen dafür verantwortlich, sagte Hinn. Große SUV von Audi und BMW und der Bus von VW werden „häufig auf Bestellung“ gestohlen.

Leicht angestiegen sind auch die Trickbetrügereien, die zu den Vermögensdelikten zählen. Hinn rechnet damit, dass die Zahlen 2020 deutlich steigen werden. Vor drei Wochen habe man allein an einem Tag 42 versuchte Taten in diesem Spektrum gehabt, so Hinn. Allerdings gebe es zum Glück immer weniger Fälle, wo es zu einer Übergabe von Geld kommt – etwa durch gutgläubige Senioren. Da habe die intensive Aufklärung durch die Polizei wohl doch geholfen.

Positiv bewertet Henning Hinn auch die Entwicklung bei den Wohnungsaufbrüchen. „In Schauenburg hatten wir nur zwei“, unterstreicht er. „Die Zahlen sind rückläufig.“

Und sind die Beamten des Reviers Süd-West derzeit mit der Kontrolle des Corona-Kontaktverbotes befasst? „Ja“, sagt Henning Hinn, „wir kriegen Hinweise aus der Bevölkerung. Die Punkte fahren wir dann an.“ Und: Weil es derzeit weniger Verkehrsunfälle gebe, könnten die Beamten sich auf die Kontrollen des Kontaktverbotes konzentrieren.

Für die Kommunen im südlichen Landkreis zieht der Revierleiter ein positives Fazit: „In Baunatal und Schauenburg lebt man sicher.“

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