Speckgürtel weiter beliebt – Rückgang im Hofgeismarer Land

Bevölkerung im Landkreis wächst

fünf Babys
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Der Landkreis Kassel wächst und bewegt sich auf stabilem Niveau – und das nun schon das sechste Jahr in Folge. 

Der Landkreis Kassel wächst und bewegt sich auf stabilem Niveau – und das nun schon das sechste Jahr in Folge.

Kreis Kassel – Laut Statistischem Landesamt stieg die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr leicht um 0,1 Prozent. Auffällig ist beim Blick auf die Zahlen, dass die Bevölkerung im Hofgeismarer Land um 0,5 Prozent zurückgegangen ist, während sie im Altkreis Kassel um fast 0,4 Prozent zugenommen hat.

Am 31. Dezember 2020 lebten 237 007 Menschen im Landkreis Kassel. Das sind 243 mehr als im Jahr zuvor. „Die Entwicklung zeigt, dass wir jedes Jahr leicht zulegen oder zumindest stabil bleiben“, sagt Landrat Andreas Siebert. Von 2010 bis 2015 war die Einwohnerzahl von 236 986 auf 235 813 geschrumpft. In Kassel ist die Zahl mit 201 048 Einwohnern leicht rückläufig. Ende 2019 lebten noch 537 Menschen mehr in der Großstadt.

DAS SAGT die Stadt Baunatal

Die Einwohnerzahl schwankt seit Jahren um die 28 000. „In den letzten Jahren beobachten wir, dass nicht nur Neubauten Neubürger anziehen, sondern auch zahlreiche alte Häuser in junge Hände kommen“, sagt Stadtsprecherin Susanne Bräutigam. Allein im Jahr 2020 hätten 125 bebaute Grundstücke mit einem Volumen von 43,3 Mio Euro den Eigentümer gewechselt. Der aktuelle Zuwachs zeige, dass Baunatal nach wie vor attraktiv und lebenswert ist. Das zeige sich auch in den steigenden Betreuungszahlen der U3-Kinder. 

Bevölkerung im Landkreis wächst: Speckgürtel weiter beliebt

Auch in anderen nordhessischen Landkreisen wie Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg ist ein geringer Anstieg festzustellen – für die Landkreise Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner meldet das Statistische Landesamt einen Bevölkerungsrückgang.

Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Kassel

Das Wohnen im Speckgürtel von Kassel ist und bleibt besonders beliebt. So konnte der Altkreis Kassel im vergangenen Jahr 517 Einwohner dazu gewinnen. Steigende Einwohnerzahlen gab es in Ahnatal, Baunatal, Espenau, Fuldatal, Helsa, Kaufungen, Nieste, Niestetal, Schauenburg und Vellmar sowie im Wolfhager Land in Habichtswald und Wolfhagen. Den größten Zugewinn in absoluten Zahlen hatte Baunatal mit 160 Einwohnern – prozentual lag der höchste Zuwachs allerdings mit 1,03 Prozent (+20) in Nieste.

Rückgang der Bevölkerung im Hofgeismarer Land

DAS SAGT die Gemeinde Nieste

„Wir haben immer etwas getan für die Ausweisung neuer Baugebiete“, sagt Interimsbürgermeister Klaus Missing. Dadurch sei ein konstanter Zuzug möglich. Nieste biete eine gute Infrastruktur und sei mit der Nähe zu Kassel und seinen dörflichen Strukturen und vergleichsweise niedrigen Grundstückspreisen sehr beliebt. „Wir haben eine immense Nachfrage nach Baugrundstücken.“ Auch das Baugebiet Endschlagsiedlung sei bereits bis auf ein Grundstück komplett vermarktet. alh 

Calden hat indes die meisten Einwohner verloren. Hier sank die Einwohnerzahl um 69 auf 7499. Prozentual war hingegen der Rückgang in Bad Karlshafen mit -1,57 Prozent (-57) am höchsten. Die Region Hofgeismar verlor im vergangenen Jahr 293 Einwohner, während das Wolfhager Land ein leichtes Plus von 0,05 Prozent (19 Einwohner) vermelden kann. Unterschiedlich ist auch die Entwicklung in den ehemaligen Kreisstädten Hofgeismar und Wolfhagen. Während Hofgeismar 25 Einwohner weniger zählte (15 243), konnte sich Wolfhagen über einen Zugewinn von 52 Einwohner auf 13 074 freuen.

DAS SAGT die Gemeinde Söhrewald

„In Söhrewald ist die Tendenz seit Jahren rückläufig, wird sich aber in der Zukunft verändern“, sagt Bürgermeister Michael Steisel. In der Vergangenheit habe es keine großen Neubaugebiete gegeben. Dies sei auch wegen der Vorgaben zur Dorferneuerung nicht möglich gewesen. „Wir wollen ein Baugebiet in Wellerode ausweisen und planen eine Seniorenwohnanlage. Wir tun etwas, um dem aktuellen Trend entgegenzuwirken.“ 

Obwohl sich an der grundsätzlichen Entwicklung mit Blick auf den demografischen Wandel nichts geändert hat, gehört der Landkreis Kassel unterm Strich zu den Gewinnern. Das beweist der von den Wiesbadener Statistikern ermittelte Gestorbenen-Überschuss. Demnach starben im vergangenen Jahr zwar mit 1285 Fällen mehr Menschen, als im gleichen Zeitraum geboren wurden. Profitiert hat der Landkreis aber von dem Zuzug. 760 Menschen sind laut Statistik mehr in den Kreis gezogen, als Einwohner, die ihn verlassen haben. Siebert: „Auch hier wird deutlich, dass sich viele vorstellen können, auf dem Land zu wohnen – insbesondere dann, wenn die Infrastruktur, der ÖPNV, Schulen und Kindertagesstätten, die medizinische Versorgung und die Breitbandversorgung gut sind.“ Die Herausforderung bleibe es, die dörfliche Infrastruktur und die ländlichen Räume besonders im Hofgeismarer und Wolfhager Land weiter zu stärken. Dabei sei auch die Nutzung von Förderprogrammen der EU, des Bundes und des Landes wichtig. „Das gilt für die Kreisverwaltung, die Kommunen im Kreis und auch die Bürger – eine Beratung in unserem Fachbereich Regionalentwicklung kann da weiterhelfen“, sagt Siebert.

Kontakt: Peter Nissen, Telefon 0561/1003-2413, Mail: peter-nissen@landkreiskassel.de.

Von Alia Shuhaiber

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