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Bewährungsstrafe für Cannabis-Anbauer

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Von: Peter Kilian

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Justitia vor dem Amtsgericht Nürnberg (Symbolbild)
Zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung ist ein 36-Jähriger am Amtsgericht Kassel verurteilt worden, weil er Cannabis angepflanzt und damit gehandelt hat. © David-Wolfgang Ebener / dpa (Symbolbild)

Für den Angeklagten hätte das auch schlimmer enden können: Der 36-Jährige kam aber für seinen unerlaubten Handel und das Anpflanzen von Cannabispflanzen mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten davon, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Er muss auch 75 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Kreis Kassel – An das sprichwörtliche Häufchen Elend erinnerte der Beschuldigte auf der Anklagebank, als die Staatsanwältin vor dem Kasseler Amtsgericht seine Straftat verlas. Demnach hatte der Angeklagte in Fuldatal eine Lagerhalle genutzt, um dort in großen Mengen Cannabispflanzen anzubauen und diese zum Eigenbedarf zu verwenden, aber auch zu verkaufen. Aufgeflogen war die ganze Sache im Februar vergangenen Jahres.

Stockend und fast schon schüchtern schilderte der Vater zweier Kinder im Anschluss, wie es zu der ganzen Misere gekommen war. Einleitend räumte er unumwunden ein: „Ich habe riesigen Mist gebaut und es tut mir leid.“ Die Tat gestand er umfassend ein.

Der Vorsitzende Richter Holland wollte zudem wissen, wie sich die ganze Sache entwickelt hatte. Demnach, so der 36-Jährige, mietete er die Lagerhalle seinerzeit an, um sich mit dem Verkauf von Pflanzkübeln eine Existenz aufzubauen. Mit seiner damaligen Freundin hatte er ein Haus gekauft, und zwei Kinder gab es auch.

Die Geschäftsidee ging jedoch schon bald den Bach hinunter. Der Rechtsanwalt des Beschuldigten formulierte es so: „Es war wenig lukrativ und ging gegen 0.“ Der Weg in den gewerbsmäßigen Drogenhandel lag insofern nahe, da der Angeklagte bereits in seiner Jugend Drogen nahm und zusätzlich reichlich Alkohol konsumierte. Bereits mit 14, so antwortete er auf Fragen des Gerichts, fing er an, Marihuana zu konsumieren. Später kamen auch Kokain dazu und größere Mengen Alkohol.

Aktuell bemühe sich der Angeklagte um einen Therapieplatz. Von seiner damaligen Freundin sei er getrennt, der Kontakt zu den Kindern sei weiter eng, und er habe eine neue Frau gefunden, mit der er inzwischen verlobt sei, berichtete der Beschuldigte weiter.

All dies spielte eine Rolle in der Strafzumessung durch die Anklagebehörde. Der Straftatbestand, so sagte die Staatsanwältin, sei unstrittig. Dem 36-Jährigen bescheinigte sie eine günstige Sozialprognose und forderte zwei Jahre Freiheitsstrafe auf drei Jahre zur Bewährung. Sie plädierte auch für 200 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Der Rechtsanwalt schloss sich der Strafzumessung an, gab jedoch zu bedenken, dass 200 Stunden gemeinnützige Arbeit seinen Mandanten in dem Bemühen einschränkten, einer geregelten Arbeit nachzugehen, eine Therapie zu beginnen und sich um seine Kinder zu kümmern.

Dieser Einschätzung folgte der Urteilsspruch in Teilen. Der Richter sprach von einer professionellen kriminellen Energie, die der Angeklagte an den Tag gelegt habe. Daher sei eine empfindsame Strafe angemessen.

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