Ab Juli wird die Straße saniert

Bombensuche mit rotem Wägelchen zwischen Gut Windhausen und Königsalm

Messen mit dem roten Wägelchen: Sven Oliver Lorenz arbeitet auf der Kreisstraße 4. Er prüft, ob sich unter der Straße und daneben Bomben im Boden befinden.
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Messen mit dem roten Wägelchen: Sven Oliver Lorenz arbeitet auf der Kreisstraße 4. Er prüft, ob sich unter der Straße und daneben Bomben im Boden befinden.

Sven Oliver Lorenz schiebt ein rotes Wägelchen vor sich her. Was einem Fahrradanhänger ähnelt, ist tatsächlich ein Gerät, um Metall im Boden aufzuspüren. Denn Lorenz ist auf der Suche nach Bomben.

Niestetal/Nieste – Der Geologe und seine Kollegen von der Würzburger Firma Geoson arbeiten derzeit an der Kreisstraße 4 zwischen dem Gut Windhausen und dem Ende des Waldstücks (Grafik). Sie nehmen die rund 825 Meter lange und 14 Meter breite Fläche unter die Lupe, damit nachher die Straße gefahrlos saniert werden kann.

Man wisse, dass im Zweiten Weltkrieg in diesem Bereich zahlreiche Bomben abgeworfen wurden, sagt Armin Dünkeloh, der ebenfalls für Geoson arbeitet. „Wir gehen davon aus, dass etwa 10 bis 15 Prozent der über Deutschland abgeworfenen Bomben Blindgänger waren.“ Einige habe man gefunden, andere nicht. Der staatliche Kampfmittelräumdienst beim Regierungspräsidium Darmstadt gibt daher vor, welche Gebiete vor Bauprojekten erkundet werden müssen.

Auftraggeber für die Erkundung ist nun Hessen Mobil. Die Behörde will voraussichtlich ab der zweiten Juliwoche bis Dezember die Kreisstraße 4 erneuern. Laut Projektingenieur Benjamin Schalk soll der Abschnitt zwischen den Kreuzungen am Gut Windhausen und an der Königsalm in Angriff genommen werden. Wie Sprecher Hellwig Kamm ergänzt, wird die Strecke dafür wohl komplett für den Verkehr gesperrt werden müssen.

Nun schiebt Sven Oliver Lorenz aber erst einmal das rote Wägelchen die halbseitig gesperrte Straße auf und ab und misst. Jedes Mal, wenn ihn Autos passieren, stoppt er die Messung. Sonst könnte das Ergebnis verfälscht werden, weil in den Autos schließlich auch Metall verbaut ist.

Ein wesentlicher Teil der Arbeit findet aber nicht auf der K 4 statt, sondern später im Büro. Jedes Metallteil, was das Messgerät findet, landet nachher auf einer Karte. „Wir filtern dann die Punkte heraus, die wir für bedenklich halten“, erläutert Dünkeloh. Dabei spielen zum Beispiel die Größe und die Form des gefundenen Objektes eine wichtige Rolle. Prüfen, ob es sich dabei tatsächlich um Bomben handelt, müsse schlussendlich der Kampfmittelräumdienst.

Geplant ist, dass die Bombensucher noch bis heute Mittag auf der K 4 arbeiten. Ab Montag, 19. April, prüfen sie die Kasseler Straße zwischen den Lohfeldener Ortsteilen Ochshausen und Vollmarshausen. Laut Dünkeloh wird das fünf bis sieben Werktage dauern. Die Straße werde dafür halbseitig gesperrt und der Verkehr mit einer Ampel geregelt.

Von Moritz Gorny

Bombensuche an der Kreisstraße 4

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