Elektrosmog durch Hochspannungsleitung

Chance für neue Trassenführung: Experten konnten Anwohner-Sorgen in Lohfelden nicht zerstreuen

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DieterWerner

Lohfelden. Die Angst Lohfeldener Bürger, durch die mitten durch den Ort führenden Hochspannungsleitungen gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erleiden, haben auch die Experten der Netzbetreiber Eon Netz (Hermann- Josef Mersch) und Tennet (Axel Schomberg) bei einer Infoveranstaltung im Bürgerhaus Lohfelden nicht ausräumen können.

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Doch Bürgermeister Michael Reuter signalisierte den 40 Gästen im Publikum Hoffnung, dass in einigen Jahren die umstrittene Leitung ausgedient haben und aus dem Ort verlegt werden könnte. Im Vorfeld der Versammlung, die der Verein „Schutz vor Hochspannung“ initiiert hatte, habe man mit den Vertretern der Netzbetreiber und des Regierungspräsidiums vereinbart, sich an einem Tisch zu setzen, sobald das Raumordnungsverfahren für die geplante neue Stromtrasse abgeschlossen ist. Sie wird zwischen Wahle und Mecklar gebaut und vielleicht am Ortsrand von Lohfelden vorbeigeführt.

Dort könnten dann die jetzt durch die Gemeinde verlaufenden Kabel gebündelt werden. Der Landtagsabgeordnete Timon Gremmels (SPD) sprach bei der Versammlung von einer großen Chance, die Leitungen loszuwerden.

Gremmels ist Mitglied des Petitionsausschusses des Landtags in Wiesbaden, der Anfang nächsten Jahres zum Bürgerbegehren von Lohfeldener Einwohnern gegen die Leitungen Stellung beziehen wird.

In trockenen Tüchern, so betonte Bernd Kleibl vom Bauamt des Landkreises, sei das Projekt einer Bündelung auf der neuen Trasse aber noch keineswegs. Es könnten da auch noch einige Jahre ins Land gehen. Jürgen Kirchner (Unabhängige Liste Lohfelden, U2L) fragte nach der Finanzierung der Verlegung. Es könne sein, dass sich die Gemeinde daran beteiligen müsse, meinte Kleibl.

Eine Reihe von Anwohnern macht sich wegen der

Anwohner sind besorgt: Dazu gehört auch Claudia Solano.

Stromleitungen Sorgen um ihre Gesundheit. Claudia Solano wollte wissen, ob die 110- und die 380-Kilovolt-Leitungen nicht viel zu dicht nebeneinander verlaufen. Sie habe schon Überschläge und Blitze gesehen. Dürften denn so dicht an den Leitungen Häuser gebaut werden, fragte sie außerdem. Dieter Werner berichtete, es knistere bei feuchtem Wetter an der Trasse.

Stromtrasse sei nicht gefährlich: Axel Schomberg vom Netzbetreiber Tennet wies alle Bedenken zurück.

Axel Schomberg vom Netzbetreiber Tennet wies alle Bedenken zurück. Es gebe sogar Leute, die direkt unter einer Stromtrasse bauten.

Alle Untersuchungen hätten ergeben, dass keinerlei Gefahr von Stromspannungen für die Häuser bestehe. Man werde auch gern vor Ort in Lohfelden messen, sagte er.

Das beruhigte die Anwohner aber nicht. Sie könne das nicht nachvollziehen, sagte Kirsten Woda.

Ihre Fenster stünden unter Spannung, Lampen gingen von selbst an. Heino Kirchhof meinte, dass Elektrosmog sensiblen Menschen zu schaffen mache. Vedat Kaya vom Verein „Schutz gegen Hochspannung“ sagte, in anderen Ländern gebe es viel niedrige Grenzwerte für Elektrosmog.

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