„Bleiben Sie besser zuhause“: Beamte der Stadt Vellmar kontrollieren öffentliche Plätze

+
Unterwegs, um Corona einzudämmen: Thomas Raffler (links) und Thorsten Vogler arbeiten bei der Stadt Vellmar und kontrollieren, ob sich Menschen auf Sportstätten und an weiteren Orten aufhalten. 

Strahlender Sonnenschein, laue 18 Grad, der Frühling liegt in der Luft. Es dürfte wohl der schönste Tag seit Langem sein. „Wir müssen leider trotzdem streng sein und die Leute vielerorts wegschicken“, sagt Thomas Raffler.

Seit Dienstag hat die Landesregierung öffentliche Anlagen wie Basketball- und Spielplätze, Schwimmbäder, aber auch Geschäfte, Kneipen und viele weitere quasi zur Sperrzone erklärt. Keiner darf sich mehr dort aufhalten und die Einrichtungen müssen dichtmachen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

„Unsere Aufgabe ist es, zu prüfen, ob sich alle an das Verbot halten“, sagt Rafflers Kollege Thorsten Vogler. Die beiden arbeiten bei der Stadt Vellmar. Am Spielplatz Vellmar-West ist alles in bester Ordnung. „Hier wurden vom Bauhof Schilder aufgehängt, dass der Spielplatz nicht mehr benutzt werden darf“, sagt Raffler. Das Band der Schaukeln ist mehrfach um den Balken gewickelt, die Spielgeräte abgeklebt. „Eigentlich ist hier bei so einem Wetter richtig was los. Jetzt ist keiner da. Sieht gut aus“, sagt Vogler.

Seit 8 Uhr morgens sind die beiden unterwegs, jetzt ist es 16 Uhr. Raffler zeigt eine Liste mit 34 öffentlichen Plätzen in Vellmar. „Die fahren wir heute alle ab. Dazu kommen noch Gewerbe“, sagt er. Im Herkulesmarkt beispielsweise hätten sie zwei Ladeninhabern die Botschaft überbringen müssen, sie müssten ihren Laden vorerst schließen. „Die haben das eingesehen.“

Schön sei das nicht für Raffler und Vogler: „Wir machen natürlich unseren Job, aber gleichzeitig hängen an dem, was da entschieden wurde Existenzen. Das tut uns Leid.“

Weiter geht’s in Richtung Ahnepark. Die Stadtmitarbeiter hätten zunächst klären müssen, ob der gesamte Ahnepark als Freizeiteinrichtung gilt und dichtgemacht werden müsse. Das habe man aber schnell verworfen und sich auf die Spielfelder beschränkt. Jogger, Radfahrer und Fußgänger könnten sich also hier noch frei bewegen.

Nur Sportplätze sind eigentlich nicht mehr zu benutzen: „Oh, da ist aber einiges los“, sagt Vogler und zeigt auf das Basketballfeld, auf dem rund 15 junge Männer Körbe werfen. Die Stadtmitarbeiter parken den Wagen am Feld und gehen auf die Spieler zu. „Ihr dürft hier leider nicht mehr spielen. Bis zum 19. April“, sagt Raffler und erklärt, warum: Corona. Eine Entscheidung des Landes. Sich auf Sportanlagen aufzuhalten, sei jetzt verboten. Das gelte auch für viele anderen öffentliche Orte. Hält man sich nicht daran, müsse die Polizei kommen.

Die jungen Männer nicken und nehmen ihre Sachen. „Aber was soll man denn jetzt noch machen?“, fragt einer im Weggehen. „Bleiben Sie besser zuhause“, antwortet Raffler. Auch Vogler spricht mit den Jugendlichen und sagt: „Ich weiß, allein zuhause rumhängen ist langweilig, aber genau das solltet ihr tun. Umso eher ist es vorbei.“ Sie sperren den Sportplatz mit Flatterband ab und steigen wieder ins Auto. „Wir würden gern freudigere Nachrichten überbringen“, betont Raffler. Doch es werden nicht die letzten Gespräche dieser Art gewesen sein. Sie und ihre Kollegen werden weiter unterwegs sein und kontrollieren, ob sich alle an die Regeln halten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.