Polizei bittet um Hinweise

„Da bleibt einem der Mund offen stehen“: Unbekannte laden illegal Müll bei Niestetal ab

Unser Foto zeigt einen Müllberg mit einem Spaten, Holzbrettern, einer Matratze und einem Bobbycar. Der Müll wurde illegal zwischen Ysenburg-Denkmal und altem Zollhaus bei Niestetal entsorgt.
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Eine Lkw-Ladung einfach abgeladen: Zwischen Ysenburg-Denkmal und altem Zollhaus bei Niestetal wurde in der vergangenen Woche an zwei aufeinanderfolgenden Tagen illegal Müll entsorgt.

Niestetal – Zuerst allerhand Gartenutensilien, dann Öl und Lacke: Zwischen Ysenburg-Denkmal und altem Zollhaus bei Niestetal haben Unbekannte illegal Müll abgeladen. Gleich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen fanden Gemeindemitarbeiter hier Unmengen Unrat vor. „Was sich den Kollegen dort präsentierte, machte uns alle sprachlos“, sagte Alexandros Souris, Sprecher der Gemeinde Niestetal, gestern.

„Was sich den Kollegen dort präsentierte, machte uns alle sprachlos“, sagte Alexandros Souris, Sprecher der Gemeinde Niestetal, am Donnerstag. Doch von vorn: Am vergangenen Donnerstag bekam die Verwaltung eine Meldung über illegal abgeladenen Müll. Vor Ort wurde ihnen klar, dass hier eine ganze Lkw-Ladung in die Natur gekippt worden war. „Es handelte sich wohl um den Unrat einer abgerissenen Gartenlaube“, so Souris. Kollegen vom Bauhof und vom Ordnungsbehördenbezirk in Kaufungen hätten sich darum gekümmert.

Doch damit nicht genug: Am nächsten Tag, also am Freitag, gab es erneut eine Meldung über wild entsorgten Müll. Dieses Mal handelte es sich um Zäune, Gartenabfälle, Gartengeräte, Kinderspielsachen und die Wände einer Gartenlaube. Obendrein hatten die Täter aber auch noch Farbeimer und Öl so abgeladen, dass die Gefahrenstoffe über mehrere Meter verteilt und bereits im Erdreich versickert waren.

Die Niestetaler machten sich erneut mit dem Ordnungsbehördenbezirk in Kaufungen ans Aufräumen und schalteten die Polizei ein. Um die Stoffe zu entsorgen, musste das Erdreich abgetragen werden. „Die Menge an Müll war schockierend“, sagt Souris. „Da bleibt einem der Mund offen stehen.“ Auch Harald Stückrad, Leiter des Ordnungsbezirks, ärgert sich über den Fall: „Für die Entsorgung mussten Steuergelder genutzt werden.“ Außerdem sei es eine Gefahr für die Umwelt. Eigentlich gebe es genügend Möglichkeiten, Unrat legal zu entsorgen.

„Es kommt trotzdem immer wieder vor, dass Menschen meinen, sie müssten ihren Müll so loswerden“, sagt Polizeisprecher Matthias Mänz. Er bestätigt, dass Anzeige erstattet wurde – zumindest im zweiten Fall in Niestetal. Der erste sei eine Ordnungswidrigkeit gewesen, weil keine gefährlichen Gefahrenstoffe abgeladen wurden. „Darum kümmern sich dann die Ordnungsbehörden“, erklärt Mänz die Gesetzeslage. Im Fall der Flüssigkeiten, die offenbar in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wild verschüttet wurden, handelte es sich allerdings um Gefahrenstoffe. „Das ist unerlaubter Umgang mit gefährlichen Abfällen.“ Das sei eine Straftat, bei der die Polizei am Zug sei. Die Ermittler bitten Zeugen, sich zu melden.

Hinweise: Tel. 05 61/91 00

Von Moritz Gorny

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