Große Sorge unter den Gastwirten

Das Weihnachtsgeschäft läuft nur schleppend – Wirte im Kreis Kassel beklagen Absagen

„Große Weihnachtsfeiern haben wir in diesem Jahr gar nicht“, sagt Tom Müller, Inhaber vom Restaurant „Ahnepark“ in Vellmar. Vielen Gastronomen im Kreis Kassel geht es ähnlich.
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„Große Weihnachtsfeiern haben wir in diesem Jahr gar nicht“, sagt Tom Müller, Inhaber vom Restaurant „Ahnepark“ in Vellmar. Vielen Gastronomen im Kreis Kassel geht es ähnlich.

„Das große Weihnachtsgeschäft bleibt aus“, sagt Tom Müller, Inhaber des Restaurants „Ahnepark“ in Vellmar. Vielen Gastronomen im Landkreis Kassel geht es ähnlich. Die Gäste stornieren ihre Reservierungen vor den Feiertagen.

Kreis Kassel – Die Gaststätten und Restaurants bangen um das Weihnachtsgeschäft. Der Dezember ist, in normalen Zeiten, für die Gastronomen der umsatzstärkste Monat im ganzen Jahr. Doch nun müssen die Gastwirte immer mehr Absagen hinnehmen – besonders für Weihnachtsfeiern von größeren Gruppen.

„Wir hatten etwa 15 Reservierungen von Gruppen mit mehr als 40 Personen, die haben alle abgesagt. Große Weihnachtsfeiern gab es in diesem Jahr gar nicht“, sagt Tom Müller, Inhaber des Restaurants Ahnepark in Vellmar. „Man merkt, dass die Leute wegen Corona wieder vorsichtiger werden.“

Viele Firmen sagen Weihnachtsfeiern ab

Ähnlich geht es Marcus Kranz vom Restaurant „Hirschhausen“ in Baunatal. „Wir hatten einige Reservierungen von Firmen, wie zum Beispiel VW, für Weihnachtsfeiern. Doch fast alle größeren Gruppen mit mehr als 20 Personen haben ihre Reservierungen wieder storniert“, sagt er.

„Eigentlich sind wir schon seit Sommer für die Vorweihnachtszeit und die Feiertage ausgebucht“, sagt Hans-Jürgen Fehr, Inhaber des Hotel und Restaurants „Zur Post“ in Lohfelden. Doch auch bei ihm haben einige Gruppen ihre Reservierungen bereits storniert.

„Das waren meist größere Gruppen mit 16 bis 20 Leuten“, sagt Fehr. Auch für die anstehenden Feiertage hat Fehr bereits einige Stornierungen erhalten. „Das sind dann meist Familien mit mehr als zehn Personen“, so Fehr.

Das Geschäft läuft in diesem Jahr allgemein nur schleppend

Die Leute hätten bedenken hinsichtlich der steigenden Corona-Zahlen, vermutet Fehr. „Die Leute wollen dann doch nicht im größeren Kreis mit Oma, Opa, Tante und Onkel feiern“, sagt er.

Doch der Gastronom hat Verständnis für die Absagen. „Ich hab auch Bauchschmerzen, wenn ich mir die steigende Inzidenz anschaue“, sagt er. „Die Vorweihnachtszeit ist für die Gastronomie die wichtigste Zeit des Jahres. Daher sind das natürlich Verluste für uns.“

Allgemein lief das Geschäft schleppend in diesem Jahr. „Geburtstage und andere Familienfeiern wurden in diesem Jahr nur im kleinen Kreis mit durchschnittlich zehn Personen gefeiert“, sagt Tom Müller. „Die Leute waren einfach vorsichtiger und wollten nicht mit vielen Menschen zusammenkommen.“

Für die Feiertage gibt es immerhin ein paar Reservierungen

Immerhin, für die anstehenden Feiertage gibt es in den Restaurants doch noch ein paar Reservierungen. „Das sind dann jedoch kleinere Gruppen, vor allem Familien“, sagt Marcus Kranz. Auch im Hotel „Zur Post“ gibt es für die Weihnachtsfeiertage Buchungen. „Familien mit vier bis sechs Personen haben für die Weihnachtsfeiertage einen Tisch reserviert“, sagt Hans-Jürgen Fehr.

Ähnlich sieht es im Restaurant „Ahnepark“ aus. „Einige Tische mit kleineren Gruppen werden an den Weihnachtsfeiertagen belegt sein“, sagt Inhaber Tom Müller.

Die „Gans to go“ läuft gut

Im Gegensatz zu den großen Reservierungen läuft das außer Haus Geschäft gut, berichtet Tom Müller. Wie viele Restaurants und Gasthöfe bietet auch das Restaurant „Ahnepark“ ein Weihnachtsmenü zum Mitnehmen an.

Viele Kunden haben bereits die „Gans to go“ vorbestellt. „Letztes Jahr mussten wir über die Weihnachtsfeiertage komplett schließen. Da haben wir uns ein bisschen auf die Gans zum Mitnehmen spezialisiert“, sagt Müller.

Bei Tom Müller und seinem Team können weihnachtliche Menüs, wie Gänse mit Beilagen wie Grünkohl, Rotkohl und Klöße, vorbestellt und dann abgeholt werden. So ist auch ohne einen Restaurantbesuch die Weihnachtsgans gesichert. (Eva Krämer)

Corona-Regeln für die Gastronomie 

Ab Donnerstag, 16. Dezember, gelten neue Corona-Regeln für das Land Hessen. Sobald die Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 350 liegt, greift vor Ort die zusätzliche „Hotspot-Regelung“ ab dem nächsten Tag. Für die Gastronomie gilt dann die 2G-plus Regelung. Geimpfte und Genesene haben nur mit einem negativen Corona-Schnelltest-Ergebnis Zutritt zu Restaurants.

Gäste, die bereits zum dritten Mal gegen das Coronavirus geimpft sind, sind von der Testpflicht ausgenommen. Abstands- und Hygienemaßnahmen sowie die Maskenpflicht (FFP2- oder medizinische Maske) müssen weiterhin eingehalten werden.

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