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Der Landkreis Kassel feiert sein 50-jähriges Bestehen

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Von: Michaela Pflug

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Freuten sich über das 50-jährige Bestehen ihres Landkreises: Uwe Schmidt (von links), Andreas Siebert und Udo Schlitzberger im Kreishaus in Kassel vor Teilen der neuen Ausstellung.
Freuten sich über das 50-jährige Bestehen ihres Landkreises: Uwe Schmidt (von links), Andreas Siebert und Udo Schlitzberger im Kreishaus in Kassel vor Teilen der neuen Ausstellung. © Michaela Pflug

Der Landkreis Kassel feierte sein 50-jähriges Bestehen. Eine Ausstellung im Kreishaus in Kassel bietet einen Einblick in die Zeit der Gründung.

Kreis Kassel – Käse-Igel, Würstchen im Schlafrock und russische Eier – schon das Buffet im Kreishaus ließ vermuten, welche Dekade an diesem Abend im Fokus stand. Wer weiter schlenderte, entdeckte auf mit Prilblumen dekorierten Wänden Fotos, auf denen Orange- und Brauntöne dominierten, sah Platten von Lou Reed, Led Zeppelin und Abba in der Nähe der mit dem Konfirmationsgeld gekauften Jeans stehen. Die letzten Zweifel dürften verflogen sein, als die Musiker der Musikschule Söhre-Kaufunger Wald Klassiker wie „Samba Pa Ti“ von Santana und „Lola“ von The Kinks anstimmten. Unter dem Motto „Wir lieben die 70er!“ feierte der Landkreis am Montag seine Geburtsstunde.

Denn am 1. August vor 50 Jahren trat das Gesetz in Kraft, das aus den Altkreisen Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen einen machte, wie Landrat Andreas Siebert (SPD) erklärte. Dieses historische Ereignis feiere man bewusst und erfolgreich dezentral, „denn wir wollten nah bei den Menschen sein“. Oder wie es Sieberts Vorgänger Uwe Schmidt später formulierte, als es um die Wichtigkeit der Strukturen in den alten Kreisstädten Hofgeismar und Wolfhagen ging: „Wir leben von der Zentralität der Dezentralität“.

Eine kleine Feier zur Eröffnung mit Bildern aus den Archiven von Kommunen, Vereinen und Privatleuten wollte man sich nicht nehmen lassen. „Denn der Zusammenschluss ist eine echte Erfolgsgeschichte“, so Siebert. Eine, die auch mit den Mitarbeitern zu tun habe, von denen viele vor Ort waren. Ebenfalls im Kreishaus zugegen: Mitglieder vieler der in späteren Gesprächsrunde genannten Erfolgsprojekte, wie dem Zweckverband Raum Kassel, dem Regionalmanagement, dem Nordhessischen Verkehrsverbund und der Sparkasse. Das sei kaum absehbar gewesen, denn zum Feiern war vor 50 Jahren nicht allen zumute.

„Es gab teils große Widerstände“, erklärte Siebert. In den Dörfern, die im Zuge der Gebietsreform ihre kommunale Zugehörigkeit wechseln mussten, aber auch zwischen den Altkreisen untereinander – in der Ausstellung gibt es eine „Todesanzeige“ für den Altkreis Wolfhagen zu sehen – und der Stadt Kassel, die sich die finanzstarken Kommunen Baunatal, Vellmar und Lohfelden einverleiben wollte.

„Wolfhagen war eigentlich nicht das Problem“, sagte Udo Schlitzberger, dort hätte kluge Köpfe die Realität erkannt – auch wenn der Verlust von Volkmarsen und dem schönen Dorf Ehringen an den Kreis Waldeck-Frankenberg geschmerzt habe. Der dienstälteste, lebende Landrat a.D. stand mit seinem Nachfolgern Uwe Schmidt und Andreas Siebert auf der Bühne. „Aber der Stadt-Land-Konflikt, der war heiß.“ Doch am Ende habe man sich zusammenraufen können. Alle drei wurden nicht müde, die Entwicklung des Landkreises zu loben, bei dem konsequent in Infrastruktur, Soziales und Schulen und somit auch in Gemeinschaftssinn und Identifikation investiert worden sei.

Hinweis: Die Jubiläumsausstellung, eine fotografische Zeitreise durch die Kreisgeschichte, ist bis zum 16. August während der Öffnungszeiten des Kreishauses im Foyer zu sehen. » ARTIKEL UNTEN

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